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	<title>Bluejax.net &#187; m.pressed (bluejax@mpress)</title>
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		<title>Neonazi-Outing am Fraunhofer Institut Ilmenau – Schockierte Mitarbeiter nach verspäteter AntiFa-Aktion</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Nov 2007 19:13:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bluejax</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
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		<description><![CDATA[ 	 
Am vergangenen Freitag, dem 16. November 2007 fand am Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie (IDMT) in Ilmenau ein so genanntes Neonazi-Outing statt. Organisiert wurde diese Aktion von der Südthüringer AntiFa, die damit das Institut und seine Angestellten auf den Thüringenweit bekannten aktiven Neonazi Stefan K. aufmerksam machen wollte. Dieser fiel in den vergangenen Jahren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;"><a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.bluejax.net%2F2007%2F11%2F20%2Fneonazi-outing-am-fraunhofer-institut-ilmenau-%25e2%2580%2593-schockierte-mitarbeiter-nach-verspateter-antifa-aktion%2F"><img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fwww.bluejax.net%2F2007%2F11%2F20%2Fneonazi-outing-am-fraunhofer-institut-ilmenau-%25e2%2580%2593-schockierte-mitarbeiter-nach-verspateter-antifa-aktion%2F" height="61" width="51" /></a></div><p> 	 <a href="http://www.mpress.de" target="_blank"><img src="http://www.bluejax.net/wp-content/themes/northern-web-coders/images/Inhalt/Sonstiges/mpressed.jpg"  border="0"/></a></p>
<p>Am vergangenen Freitag, dem 16. November 2007 fand am <a href=" http://de.wikipedia.org/wiki/Fraunhofer-Gesellschaft" >Fraunhofer</a>-Institut für Digitale Medientechnologie (<a href=" http://www.idmt.fraunhofer.de/index.html" >IDMT</a>) in Ilmenau ein so genanntes <a href=" http://de.wikipedia.org/wiki/Outing#Outing-Strategie_der_Antifa" >Neonazi-Outing</a> statt. Organisiert wurde diese Aktion von der <a href=" http://www.agst.antifa.net/" >Südthüringer AntiFa</a>, die damit das Institut und seine Angestellten auf den Thüringenweit bekannten aktiven Neonazi Stefan K. aufmerksam machen wollte. Dieser fiel in den vergangenen Jahren vermehrt bei rechtsextremistischen Veranstaltungen auf und zeigt sich auch mitverantwortlich für den Aufbau einer <a href=" http://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Antifa" >Anti-AntiFa</a>- Datenbank, in der Bilder und Daten von AntifaschistInnen aus Thüringen gesammelt werden.</p>
<p><strong>IDMT: Gegen Rassismus, Gegen Gewalt</strong></p>
<p>Wie der Leiter <a href=" http://www.idmt.fraunhofer.de/de/presse_medien/ansprechpartner.htm" >Public Relations und Marketing</a> des Fraunhofer Institutes in Ilmenau, Henning Köhler, auf Nachfrage von <a href=" http://www.bluejax.net/" >bluejax.net</a> jedoch erklärt, ist der geoutete Stefan K. bereits seit August 2007 nicht mehr als Mitarbeiter des IDMT tätig. Ausdrücklich weist Köhler darauf hin, dass das IDMT „radikale und gewaltbereite Personen bei Kenntnis dieser Fakten nicht tolerieren würde“. Daraus lässt sich schließen, dass durchaus personelle Konsequenzen gezogen würden, beträfe ein solches „Neonazi-Outing“ einen der aktuell angestellten Mitarbeiter. „Die Fraunhofer-Gesellschaft und das Fraunhofer IDMT lehnen Radikalismus, Rassismus und Ausländerfeindlichkeit in jeder Form strikt ab.“</p>
<p><a href=" http://www.bluejax.net/2007/11/20/neonazi-outing-am-fraunhofer-institut-ilmenau-%e2%80%93-schockierte-mitarbeiter-nach-verspateter-antifa-aktion/" ><img src=" http://www.bluejax.net/wp-content/themes/northern-web-coders/images/Inhalt/Sonstiges/outingilmenau2.jpg"  border="0"/></a></p>
<p><span id="more-245"></span></p>
<p><strong>Schock und Vewirrung am IDMT</strong></p>
<p>Wie Henning Köhler bestätigt, erfuhren die MitarbeiterInnen des IDMT relativ schnell von der Flugblatt-Aktion der Südthüringer AntifaschistInnen. So wurden die <a href=" http://www.agst.antifa.net/archiv/093/flyer_gross.jpg" >Flyer und Handzettel</a> unter anderem an den Autos der Fraunhofer- Mitarbeiter im Ernst-Abbe-Zentrum verteilt, was zu erheblichen Irritationen geführt hat. Die Information habe „alle Mitarbeiter schockiert“.</p>
<p>Allerdings scheint die öffentliche Aufmerksamkeit des Neonazi-Outings nicht all zu groß gewesen zu sein. Der Großteil der Studierenden hat von der ganzen Aktion gar nichts mit bekommen. Erst am gestrigen Montag gingen die ersten Gerüchte über den Campus und es wurden <a href=" http://www.agst.antifa.net/archiv/text093.htm" >Links</a> mit <a href=" http://de.indymedia.org/2007/11/199975.shtml" >Verweisen</a> auf die Flugblatt-Aktion im Internet über Messanger-Dienste verbreitet.</p>
<p><strong>Kaum Reaktionen in der Öffentlichkeit</strong></p>
<p>Bei den Medien sowie den Offiziellen von Stadt und Universität scheint die Aktion ebenso völlig unbeachtet geblieben zu sein. So gab es bis zum heutigen Tag keine Anfragen von Journalisten zu Stellungnahmen an die Presseabteilung des IDMT. Und auch von der <a href=" http://www.ilmenau.de/" >Stadt Ilmenau</a> und von Seiten der <a href=" http://www.tu-ilmenau.de/uni/index.php" >TU Ilmenau</a> gab es bisher keinerlei Reaktionen, was allerdings nicht all zu viel zu bedeuten hat. Schon in der Vergangenheit wurde von diesen beiden Institutionen immer wieder darauf verwiesen, dass es in der 26.500 Einwohner Stadt Ilmenau weder Rassismus noch Rechtsextremismus gäbe.</p>
<p>Wie Köhler betont, habe während der Beschäftigungszeit von Stefan K. am Fraunhofer Institut nichts auf einen rechtsextremistischen Hintergrund gedeutet. Weder durch sein Verhalten, noch durch fragwürdige Äußerungen sei auf eine Verbindung K.`s zur rechtradikalen Szene in Thüringen zu schließen gewesen. Spannungen oder gar Konflikte zwischen ihm und den vielen am Fraunhofer Institut angestellten ausländischen Mitarbeitern seien nicht bekannt. </p>
<p>bluejax<br />
Il, den 20. November 2007</p>
<p><u>Quellen und Links:</u><br />
http://de.wikipedia.org/wiki/Fraunhofer-Gesellschaft<br />
http://www.idmt.fraunhofer.de/index.html<br />
http://de.wikipedia.org/wiki/Outing#Outing-Strategie_der_Antifa<br />
http://www.agst.antifa.net/<br />
http://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Antifa<br />
http://www.idmt.fraunhofer.de/de/<br />
presse_medien/ansprechpartner.htm<br />
http://www.bluejax.net/<br />
http://www.agst.antifa.net/archiv/093/flyer_gross.jpg<br />
http://www.agst.antifa.net/archiv/text093.htm<br />
http://de.indymedia.org/2007/11/199975.shtml<br />
http://www.ilmenau.de/<br />
http://www.tu-ilmenau.de/uni/index.php</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Symbol-Bild: Angeklagter Marco W. ein „Torgeiler Neubayer“?!</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Sep 2007 19:01:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bluejax</dc:creator>
				<category><![CDATA[- WortLos -]]></category>
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		<description><![CDATA[ 	 
Die folgende Kombination aus Bild &#038; Teaser habe ich gerade eben auf der Homepage der Bildzeitung entdeckt. 


Besonders unglücklich ist die Bezeichnung Tor“geil“ in der Überschrift, weil der abgebildete junge Mann gerade in der Türkei wegen Vergewaltigung einer 13-jährigen Britin vor Gericht steht!
bluejax
Il, den 27. September 2007
Quellen und Links:
http://www.bild.t-online.de/
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;"><a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.bluejax.net%2F2007%2F09%2F27%2Fsymbol-bild-angeklagter-marco-w-ein-%25e2%2580%259etorgeiler-neubayer%25e2%2580%259c%2F"><img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fwww.bluejax.net%2F2007%2F09%2F27%2Fsymbol-bild-angeklagter-marco-w-ein-%25e2%2580%259etorgeiler-neubayer%25e2%2580%259c%2F" height="61" width="51" /></a></div><p> 	 <a href="http://www.mpress.de" target="_blank"><img src="http://www.bluejax.net/wp-content/themes/northern-web-coders/images/Inhalt/Sonstiges/mpressed.jpg"  border="0"/></a></p>
<p>Die folgende Kombination aus Bild &#038; Teaser habe ich gerade eben auf der Homepage der Bildzeitung entdeckt. </p>
<p><a href=" http://www.bluejax.net/2007/09/27/symbol-bild-angeklagter-marco-w-ein-%e2%80%9etorgeiler-neubayer%e2%80%9c/" ><img src=" http://www.pepe.bluejax.net/wp-content/myfotos/sonstiges/bild_bild.jpg"  border="0"/></a></p>
<p><span id="more-235"></span></p>
<p>Besonders unglücklich ist die Bezeichnung Tor“geil“ in der Überschrift, weil der abgebildete junge Mann gerade in der Türkei wegen Vergewaltigung einer 13-jährigen Britin vor Gericht steht!</p>
<p>bluejax<br />
Il, den 27. September 2007</p>
<p><u>Quellen und Links:</u><br />
http://www.bild.t-online.de/</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Reaktion: Carsten Thurau beantwortet „Offenen Brief“ an die ZDF-heute-Journal-Redaktion!</title>
		<link>http://www.bluejax.net/2007/09/23/reaktion-carsten-thurau-beantwortet-%e2%80%9eoffenen-brief%e2%80%9c-an-die-zdf-heute-journal-redaktion/</link>
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		<pubDate>Sun, 23 Sep 2007 13:40:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bluejax</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ 	 
Am 06. August 2007 habe ich einen Offenen Brief an die ZDF-heute-Redaktion verfasst und veröffentlicht, den ich zum einen an die betreffende Redaktion, aber auch an diverse Vertreterinnen und Vertreter verschiedener deutscher Medienpublikationen geschickt habe. In diesem Brief habe ich Slomka und die heute-Redaktion für ihre – meiner Meinung nach – negative, weil [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;"><a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.bluejax.net%2F2007%2F09%2F23%2Freaktion-carsten-thurau-beantwortet-%25e2%2580%259eoffenen-brief%25e2%2580%259c-an-die-zdf-heute-journal-redaktion%2F"><img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fwww.bluejax.net%2F2007%2F09%2F23%2Freaktion-carsten-thurau-beantwortet-%25e2%2580%259eoffenen-brief%25e2%2580%259c-an-die-zdf-heute-journal-redaktion%2F" height="61" width="51" /></a></div><p> 	 <a href="http://www.mpress.de" target="_blank"><img src="http://www.bluejax.net/wp-content/themes/northern-web-coders/images/Inhalt/Sonstiges/mpressed.jpg"  border="0"/></a></p>
<p>Am 06. August 2007 habe ich einen <a href=" http://www.bluejax.net/2007/08/06/offener-brief-an-die-betreffende-redaktion-und-deutsche-medien-%e2%80%93-kritik-an-marietta-slomka-vom-heute-journal/" target="_blank">Offenen Brief an die ZDF-heute-Redaktion</a> verfasst und veröffentlicht, den ich zum einen an die betreffende Redaktion, aber auch an diverse Vertreterinnen und Vertreter verschiedener deutscher Medienpublikationen geschickt habe. In diesem Brief habe ich Slomka und die heute-Redaktion für ihre – meiner Meinung nach – <a href=" http://www.bluejax.net/2007/08/06/medien-manipulation-marietta-slomka-vs-chavez-%e2%80%93-eine-heute-journal-moderatorin-und-ihr-kampf-gegen-links/" target="_blank">negative</a>, weil <a href=" http://www.bluejax.net/2007/08/09/fernsehen-in-venezuela-manipuliertes-meinungsbild-%e2%80%93-diskussionen-uber-einflussnahme-durch-die-usa/" target="_blank">zu einseitige</a> Berichterstattung über den Auslauf der Lizenz im <a href=" http://www.bluejax.net/2007/08/02/medien-zwischen-macht-manipulation-hugo-chavez-vs-rctv-%e2%80%93-venezuela-die-westliche-presselandschaft/" target="_blank">Falle des venezolanischen Fernsehsenders</a> RCTV im speziellen und über die Darstellung des Präsidenten von Venezuela, Hugo Chávez, im Allgemeinen kritisiert.</p>
<p><strong>Südamerika-Korrespondent des ZDF antwortet</strong></p>
<p>Leider habe ich aus der heute-Redaktion lange Zeit keine Reaktion erhalten. Nichtsdestotrotz habe ich meinen Offenen Brief seither  wöchentlich immer  wieder an die Redaktion gesandt, in der Hoffnung irgendwann einmal eine Antwort zu erhalten. Und diese Rückmeldung ist vor wenigen Stunden tatsächlich bei mir eingegangen!</p>
<p><a href=" http://www.bluejax.net/2007/09/23/reaktion-carsten-thurau-beantwortet-%e2%80%9eoffenen-brief%e2%80%9c-an-die-zdf-heute-journal-redaktion/" ><img src=" http://www.pepe.bluejax.net/wp-content/myfotos/bluejaxnet/thurau_antwortet.jpg"  border="0"/></a><br />
<font size=1>Bildquellen: zdf.de</font></p>
<p><span id="more-234"></span></p>
<p><strong>Vielen Dank an Carsten Thurau für die Rückmeldung!</strong></p>
<p><a href=" http://de.wikipedia.org/wiki/Carsten_Thurau" target="_blank">Carsten Thurau</a>, Journalist und <a href=" http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/2/0,1872,2233762,00.html" target="_blank">Südamerika-Korrespondent</a> des ZDF, höchstpersönlich hat sich meiner Kritik angenommen und mir ein zweiseitiges Word-Dokument [<a href=" http://www.bluejax.net/Antwort_thurau_heute-journal.pdf" target="_blank"><em>pdf-Download</em></a>] mit offiziellem ZDF-Briefkopf zugesandt. Das Dokument ist auf den 19. August 2007 aus dem ZDF-Studio in Rio de Janeiro datiert und wurde von Herrn Thurau in der (richtigen) Annahme, dass ich seine E-Mail aus dem August nicht erhalten habe, heute aus seinem Urlaub nochmals an mich versandt, wofür ich mich bei Herrn Thurau recht herzlich bedanken möchte!</p>
<p>Selbstverständlich halte es für fair und angemessen, die Antwort von Carsten Thurau hier nun zu veröffentlichen. Dabei belasse ich die Ansichten Thuraus bewusst unkommentiert, weil ich dies in diesem Falle für angebracht halte. Allerdings behalte ich mir das Recht vor, über die Kommentarfunktion an einer kritischen Diskussion teilzunehmen!</p>
<blockquote><p>
<strong>Ihr Offener Brief an das ZDF mit der Kritik an Marietta Slomka vom heute journal</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr Rechlitz,</p>
<p>vielen Dank für Ihr Schreiben vom 8. August an die Redaktion des heute journals. Die Kolleginnen und Kollegen haben mich gebeten, eine Antwort auf ihren Offenen Brief zu formulieren, da ich als Südamerika-Korrespondent die Begebenheiten in Venezuela gut kenne und über das Land und die Politik von Präsident Chávez sehr häufig in den vergangenen Jahren berichtet habe. Der heute-journal-Beitrag vom 3. August über den Fernsehsender RCTV stammt ebenfalls von mir.</p>
<p>Sie haben vollkommen recht: es ist die Pflicht von Journalisten, Sachverhalte objektiv und kritisch darzustellen. Gerade deshalb kann ich Ihren Vorwurf, dass das ZDF oder Marietta Slomka diese Pflicht verletzt haben, nur schwer nachvollziehen. In unserer Berichterstattung über Venezuela und Hugo Chávez bemühen wir uns stets um größtmögliche Objektivität und Distanz, gleichzeitig aber nehmen wir uns das journalistische Recht – und die Pflicht – heraus, Sachverhalte und Vorgänge für die Zuschauer einzuordnen, zu hinterfragen und auch kritisch zu kommentieren. Gerade in einer Sendung wie das heute journal, das ein Nachrichtenmagazin ist, erwarten die ZDF-Zuschauer einen Mehrwert an Information und Einordnung über die 19-Uhr-Nachrichtensendung hinaus. In einer immer komplexer werdenden Welt sehen wir das sogar als unsere journalistische Sorgfaltspflicht an. </p>
<p>In ihrem Schreiben beziehen Sie sich auf Beiträge bzw. Anmoderationen über den venezolanischen Fernsehsender RCTV. Ich gebe Ihnen nochmals recht: formaljuristisch handelt es sich nicht um eine Senderschließung. Vielmehr wurde die auslaufende terrestrische Sendelizenz nicht verlängert. Auch das haben wir in unseren Beiträgen stets betont. Wenn man jedoch weiß, dass Hugo Chávez in seinen sonntäglichen Fernsehshows „Hóla Presidente“ wiederholt lautstark verkündete und drohte, „diese Typen mache ich mundtot“, oder: „wer sich wagt, unsere Revolution in den Dreck zu ziehen, ergeht das gleiche Schicksal wie RCTV“, darf man annehmen, dass die Entscheidung, die Lizenz nicht zu verlängern, sehr wohl politisch motiviert war. Anschließende Studentenproteste gegen diese Entscheidung wurden zum Teil brutal von Polizei und Militär niedergeknüppelt.</p>
<p>RCTV – und auch da haben Sie recht – nennt sich selbst zwar Oppositionssender, ist und war aber nie ein Sender unabhängiger und freier Berichterstattung, wie wir das aus Deutschland oder Europa kennen. Auch das haben wir deutlich in unserem Beitrag vom 3. August gesagt. Im Gegenteil, RCTV hat selbst Politik gemacht, hat zu Demonstrationen aufgerufen und spielt, wie Sie selbst schreiben, eine sehr fragwürdige Rolle beim Umsturzversuch im Jahre 2002. Auf der anderen Seite gibt es keinen staatlichen Sender in Venezuela, den wir nach unseren Maßstäben als „unabhängig“ bezeichnen können. Eine freie Berichterstattung gibt es in Venezuela schlichtweg nicht. Wenn also ein Präsident mit seinen – nennen wir es – gleichgeschalteten staatlichen Medien einem Oppositionssender die Verlängerung der terrestrischen Sendelizenz verweigert und damit vielen – vorwiegend ärmeren –<br />
Bevölkerungsschichten die Möglichkeit nimmt, den Sender zu sehen, und statt dessen einen eilig ins Leben gerufenen staatlichen Sender ins Programm nimmt, ist dies für mich ein klarer Angriff gegen die Pressefreiheit, selbst wenn die Presse und die Medien im Land nicht „frei“ berichten. Venezuelas Bevölkerung weiß sehr wohl, dass sie weder den Nachrichten von RCTV noch denen der staatlichen Sender trauen durften. Die „Wahrheit“ lag immer dazwischen. Dem Land droht bald nur noch eine Wahrheit, nämlich die der staatlichen Sender. Dagegen sind Tausende in Caracas auf die Straße gegangen und dagegen wehren sich sogar viele Anhänger des Präsidenten, wie wir es in unserem Beitrag vom 3. August gezeigt haben.</p>
<p>Gestatten Sie mir noch einige persönliche Anmerkungen zur Politik Venezuelas, die ich seit Jahren journalistisch für das ZDF begleite. Hugo Chávez ist ein demokratisch gewählter Präsident. Alle Versuche der Opposition, ihm regelmäßig Wahlbetrug vorzuwerfen, sind falsch, wie unabhängige Wahlbeobachter aus aller Welt bescheinigen. Dennoch konnten wir im Laufe der letzten Jahre beobachten, wie sehr Hugo Chávez das Land spaltet, wie der Riss durch alle Gesellschaftsschichten immer tiefer wurde. Wer im Jahre 2004 den Aufruf zum Referendum zur Abwahl Chávez´ unterzeichnete, riskierte, seinen Arbeitsplatz zu verlieren. Wir haben Metrofahrer und andere Angestellte des Öffentlichen Dienstes getroffen, denen offen – und schriftlich – gedroht wurde und die tatsächlich ihren Job und alle Rentenansprüche verloren. Wir haben junge Gegner des Präsidenten interviewt, denen der Zugang zu staatlichen Universitäten des Landes verweigert wurden. Wir spüren in letzter Zeit ein immer stärker werdendes Klima der Angst in diesem Land. Aus tiefer und begründeter Sorge vor Repressalien trauen sich immer weniger Menschen, in Interviews mit uns ein kritisches Wort über die Politik des Präsidenten zu verlieren.</p>
<p>Gerade deshalb, lieber Herr Rechlitz, werden wir nicht aufhören, in unseren Beiträgen objektiv und kritisch über die Politik Venezuelas zu berichten. Auch auf die Gefahr hin, dass ausländische Journalisten des Landes verwiesen werden, wie Hugo Chávez kürzlich androhte. Und wir wissen sehr wohl, dass einige unsere Zuschauer anderer Meinung sind und freuen uns deshalb über Reaktionen wie Ihre, damit wir darüber diskutieren können, wie es in einer Demokratie selbstverständlich ist.</p>
<p><strong>Mit freundlichen Grüßen aus Rio,<br />
Carsten Thurau</strong>
</p></blockquote>
<p><strong>Weitere Bluejax-Artikel zum Thema</strong></p>
<p>* <a href=" http://www.bluejax.net/2007/08/02/medien-zwischen-macht-manipulation-hugo-chavez-vs-rctv-%e2%80%93-venezuela-die-westliche-presselandschaft/" target="_blank"><em>Medien zwischen Macht &#038; Manipulation: Hugo Chávez vs. RCTV – Venezuela &#038; die westliche Presselandschaft</em></a></p>
<p>* <a href=" http://www.bluejax.net/2007/08/06/medien-manipulation-marietta-slomka-vs-chavez-%e2%80%93-eine-heute-journal-moderatorin-und-ihr-kampf-gegen-links/" target="_blank"><em>Medien-Manipulation?! Marietta Slomka vs. Chávez – Eine heute-journal-Moderatorin und ihr Kampf gegen Links</em></a></p>
<p>* <a href=" http://www.bluejax.net/2007/08/06/offener-brief-an-die-betreffende-redaktion-und-deutsche-medien-%e2%80%93-kritik-an-marietta-slomka-vom-heute-journal/" target="_blank"><em>Offener Brief: An die betreffende Redaktion und deutsche Medien – Kritik an Marietta Slomka vom heute-journal</em></a></p>
<p>* <a href=" http://www.bluejax.net/2007/08/09/fernsehen-in-venezuela-manipuliertes-meinungsbild-%e2%80%93-diskussionen-uber-einflussnahme-durch-die-usa/" target="_blank"><em>Fernsehen in Venezuela: Manipuliertes Meinungsbild – Diskussionen über Einflussnahme durch die USAl</em></a></p>
<p>bluejax<br />
Il, den 23. September 2007</p>
<p><u>Quellen und Links:</u><br />
http://www.bluejax.net/2007/08/06/offener-brief-an-die-betreffende<br />
-redaktion-und-deutsche-medien-%e2%80%93-kritik-an-marietta-<br />
slomka-vom-heute-journal/<br />
http://www.bluejax.net/2007/08/06/medien-manipulation-marietta<br />
-slomka-vs-chavez-%e2%80%93-eine-heute-journal-moderatorin<br />
-und-ihr-kampf-gegen-links/<br />
http://www.bluejax.net/2007/08/09/fernsehen-in-venezuela-<br />
manipuliertes-meinungsbild-%e2%80%93-diskussionen-uber-<br />
einflussnahme-durch-die-usa/<br />
http://www.bluejax.net/2007/08/02/medien-zwischen-macht-<br />
manipulation-hugo-chavez-vs-rctv-%e2%80%93-venezuela-<br />
die-westliche-presselandschaft/<br />
http://de.wikipedia.org/wiki/Carsten_Thurau<br />
http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/2/0,1872,2233762,00.html<br />
http://www.bluejax.net/Antwort_thurau_heute-journal.pdf</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.bluejax.net/2007/09/23/reaktion-carsten-thurau-beantwortet-%e2%80%9eoffenen-brief%e2%80%9c-an-die-zdf-heute-journal-redaktion/feed/</wfw:commentRss>
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		</item>
		<item>
		<title>Fernsehen in Venezuela: Manipuliertes Meinungsbild – Diskussionen über Einflussnahme durch die USA</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Aug 2007 02:29:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bluejax</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lateinamerika]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[ 	 
„El Universal“ ist mit durchschnittlich 80.000 Exemplaren eine der wichtigsten Zeitungen in Venezuela. Am 01. August 2007 erschien in der Onlineausgabe der Zeitung der Artikel „Eva Golinger denounces US intervention to &#8220;destroy&#8221; the Venezuelan revolution“. Darin wird berichtet, dass die Rechtsanwältin und Autorin Eva Gorlinger die Einflussnahme der US-Regierung auf verschiedene Gruppierungen in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;"><a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.bluejax.net%2F2007%2F08%2F09%2Ffernsehen-in-venezuela-manipuliertes-meinungsbild-%25e2%2580%2593-diskussionen-uber-einflussnahme-durch-die-usa%2F"><img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fwww.bluejax.net%2F2007%2F08%2F09%2Ffernsehen-in-venezuela-manipuliertes-meinungsbild-%25e2%2580%2593-diskussionen-uber-einflussnahme-durch-die-usa%2F" height="61" width="51" /></a></div><p> 	 <a href="http://www.mpress.de" target="_blank"><img src="http://www.bluejax.net/wp-content/themes/northern-web-coders/images/Inhalt/Sonstiges/mpressed.jpg"  border="0"/></a></p>
<p>„<a href=" http://www.eluniversal.com/index.shtml" target="_blank">El Universal</a>“ ist mit durchschnittlich 80.000 Exemplaren eine der <a href=" http://de.wikipedia.org/wiki/El_Universal" target="_blank">wichtigsten Zeitungen</a> in Venezuela. Am 01. August 2007 erschien in der Onlineausgabe der Zeitung der Artikel <em>„Eva Golinger denounces US intervention to &#8220;destroy&#8221; the Venezuelan revolution“</em>. Darin <a href=" http://www.eluniversal.com/2007/08/01/en_pol_art_eva-golinger-dennoun_01A908953.shtml" target="_blank">wird berichtet</a>, dass die Rechtsanwältin und Autorin Eva Gorlinger die Einflussnahme der US-Regierung auf verschiedene Gruppierungen in Venezuela anprangert. Unter dem Stichwort <em>„promoting democracy“</em> würden verschiedene politische Gruppen und Nichtregierungsorganisationen durch finanzielle und strategische Zuwendungen unterstützt, um letztlich die Regierung von Hugo Chávez zu stürzen.</p>
<p><strong>CIA-Dokumente belasten US-Regierung</strong></p>
<p>Der Lateinamerika-Redakteur <a href=" http://www.haraldneuber.de/" target="_blank">Harald Neuber</a> hat am 06. August 2007 auf den Seiten der Tageszeitung „junge Welt“ den Artikel „<a href=" http://www.jungewelt.de/2007/08-06/037.php" target="_blank">Missbrauchte Medien</a>“ veröffentlicht. Darin greift er genau dieses Thema auf, das auch schon „El Universal“ thematisierte. Außerdem berichtet Neuber davon, dass die US-Venezolanerin Gorlinger in der Sendung »La Hojilla« des <a href=" http://de.wikipedia.org/wiki/Venezolana_de_Televisi%C3%B3n" target="_blank">Staatssender VTV</a> (Venezolana de Televisión) amerikanische Regierungsdokumente präsentierte, die eine <em>„systematische Finanzierung venezolanischer Journalisten durch das US-Außenministerium“</em> belegen. Zu den Begünstigten zählte demnach unter anderen auch ein Journalist von <a href=" http://www.bluejax.net/2007/08/02/medien-zwischen-macht-manipulation-hugo-chavez-vs-rctv-%e2%80%93-venezuela-die-westliche-presselandschaft/" target="_blank">RCTV</a>!</p>
<p><a href=" http://www.bluejax.net/2007/08/09/fernsehen-in-venezuela-manipuliertes-meinungsbild-%e2%80%93-diskussionen-uber-einflussnahme-durch-die-usa/" ><img src=" http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/0/06/Flag_of_Venezuela.svg/800px-Flag_of_Venezuela.svg.png"  width="" height="150" border="0"/> <img src=" http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/ee/Braun_HF_1.jpg" width="" height="150"  border="0"/></a><br />
<font size=1>Bildquellen: Wikimedia.org</font></p>
<p><span id="more-222"></span></p>
<p><strong>Aufklärerin über die Hintergründe</strong></p>
<p>Eva Gorlinger ist eine venezolanisch-amerikanische Rechtsanwältin, die auf internationale Menschenrechte sowie auf das Einwanderungsrecht <a href=" http://www.amerika21.de/links-tipps/literatur/eva-golinger-kreuzzug-gegen-venezuela-der-chavez-code/" target="_blank">spezialisiert</a> ist. Nach dem Putschversuch von 2002 ermittelte die Juristin, die in den USA aufgewachsen ist, über die Hintergründe des Aufstandes in Venezuela. Dabei deckte sie auf, dass zu jener Zeit mehr als 20 Millionen US-Dollar an verschiedene venezolanische Gruppierungen geflossen waren, um die Revolte gegen Hugo Chávez zu unterstützen. Es gibt <a href=" http://www.freerepublic.com/focus/news/1390627/posts?page=3" target="_blank">Kritiker</a>, die Eva Gorlinger unterstellen, sie sei selber Teil einer Kampagne, initiiert von der Regierung Chávez. Allerdings kann Gorlinger ihre Behauptungen mit originalen CIA-Dokumenten belegen, an die sie durch den <em>&#8220;<a href=" http://de.wikipedia.org/wiki/Freedom_of_Information_Act" target="_blank">Freedom of Information Act</a>“</em> gekommen war. Ihre Ergebnisse veröffentlichte sie 2005 in dem Buch <em>„<a href=" http://www.amazon.com/Chavez-Code-Cracking-Intervention-Venezuela/dp/1566566479" target="_blank">The Chavez Code</a>: Cracking US Intervention In Venezuela“</em>.</p>
<p>Im Januar 2007 gab der Direktor für Internationale Beziehungen der Venezolanischen Nationalversammlung, Carolus Wimmer, der österreichischen Zeitung „Der Standart“ nach dem erneuten Wahlsieg der Regierung Chávez ein <a href=" http://derstandard.at/?url=/?id=1771595%26_seite=2%26sap=2" target="_blank">Interview</a>. Darin geht er auf einige Ereignisse ein, die durch die oppositionellen privaten Medien in Venezuela anno 2002 verfälscht dargestellt wurden. Wimmer, der Vorstandsmitglied der Kommunistischen Partei Venezuelas ist, spricht in diesem Zusammenhang von einer <em>„faschistoiden Propaganda“</em> und bezeichnet jene Medien als <em>„Werkzeug der Bourgeoisie und der rechten Kreise der USA“</em>, von denen sie finanziert würden. Abgesehen von der Kritik weist er allerdings auch darauf hin, dass die oftmals verzerrte Berichterstattung der privaten Medien in Venezuela dazu geführt hätten, dass <em>„hunderte von alternativen Zeitungen und Radiostationen entstanden“</em>, die wiederum <em>„Ausdruck der partizipativen Demokratie des venezolanischen Volkes“</em> seien.</p>
<p><strong>Die Medienlandschaft in Venezuela</strong></p>
<p>Um den Konflikt zwischen der venezolanischen Regierung und der privaten Presse besser zu verstehen, hat Harald Neuber einen Blick in die Mediengeschichte Venezuelas geworfen. In dem sehr umfangreichen Telepolis-Artikel „<a href=" http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25411/1.html" target="_blank">Gefahr für die Meinungsfreiheit</a>“ zeichnet Neuber ein umfassendes Bild der venezolanischen Medienlandschaft. Dabei nennt der Journalist einige Beispiele dafür, wie lateinamerikanische Medienkonzerne immer wieder ihre Macht dazu ausnutzen, um eigene <em>„private, wirtschaftliche oder politische Interessen“</em> durchzusetzen.</p>
<p>Daran anschließend erläutert Neuber, dass sich in den lateinamerikanischen Staaten kein solches Mediensystem mit anerkannten ethischen Richtlinien für die Arbeit von Journalisten entwickeln konnte, wie wir es aus Europa oder Nordamerika kennen. Über die venezolanische Presse schreibt Harald Neuber:</p>
<p><em>„Würden dem deutschen Presserat ein repräsentativer Querschnitt der venezolanischen Tagespresse vorgelegt – man müsste eine Familienpackung Baldriantabletten mitliefern.“</em></p>
<p><strong>Zwei aus Neunundneunzig</strong></p>
<p>Wie einfältig die Medienlandschaft in Venezuela bislang aufgebaut ist, zeigen auch die folgenden Daten aus dem Artikel von Neuber. Demnach entfielen zuletzt alleine auf die beiden Fernsehsender Venevisión und RCTV drei Viertel (in Zahlen: 75%) der Einnahmen aller 99 Sender, die ihr Programm über UKW- und UHF- ausstrahlten. Die Zahlen beruhen auf Angaben des Telekommunikationsministeriums. Um dieser konzentrierten Medienmacht entgegenzuwirken gründeten sich in den vergangenen Jahren 195 Medien, darunter 167 Radio- und 28 Fernsehstationen.</p>
<p>Harald Neuber, der durch seine Arbeit als Lateinamerika-Redakteur für verschiedene Publikationen über einen sehr umfangreiches Wissen und Verständnis über Venezuela verfügt, fragt sich dann auch, wieso die venezolanische Medienpolitik im europäischen und US-amerikanischen Ausland fast ausschließlich auf Skepsis und Ablehnung trifft. Erklären ließe sich diese durchweg negative Kritik in erster Linie durch politische Interessen.  </p>
<p><strong>Venezuela als wichtiger Erdöllieferant</strong></p>
<p>Ein Blick in <a href=" http://de.wikipedia.org/wiki/Venezuela" target="_blank">Wikipedia</a> verrät, dass Venezuela zu den drei größten Erdöllieferanten der USA gehört und zugleich einer der wichtigsten Importeure von nordamerikanischen Waren ist. Venezuela setzt sich in der OPEC für höhere Preise sowie für eine Fördermengenbeschränkung von Erdöl ein. Nimmt man den Umstand hinzu, dass Hugo Chávez die venezolanische Erdölindustrie verstaatlicht hat und berücksichtigt, dass 15% aller US-Erdölimporte aus Venezuela stammen, dann ist nachvollziehbar, wieso die US-Regierung der Regierung Chávez negativ gegenübersteht.</p>
<p>Dass Eva Gorlinger nun mit Dokumenten an die Öffentlichkeit geht, die beweisen, dass die USA venezolanische Medienvertreter und Journalisten gekauft und damit die dortige Berichterstattung manipuliert haben, verwundert in diesem Zusammenhang dann auch nur kaum. Den offiziellen Dokumenten zufolge seien zwischen den Jahren 2000 und 2005 Zahlungen von viertausend bis zwölftausend US-Dollar nachweisbar. Neben Miguel Ángel Rodríguez von RCTV und Ana Karina Villalba vom privaten Fernsehsender <a href=" http://es.wikipedia.org/wiki/Globovisi%C3%B3n" target="_blank">Globovisión</a> wird zur ersten Anhörung vor der Nationalversammlung auch der ehemalige Direktor des Nachrichtenportals Noticiero, Roger Santodomingo erwartet. Santodomingo wird die Veröffentlichung einer Umfrage vorgeworfen, derzufolge 30 Prozent der Befragten in einer <em>„Ermordung von Präsident Chávez“</em> eine <em>„mögliche »Lösung« des politischen Konfliktes in Venezuela“</em> sehen würden.</p>
<p><object width="425" height="350"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/2QOrr8ZsWyo"></param><param name="wmode" value="transparent"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/2QOrr8ZsWyo" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" width="425" height="350"></embed></object></p>
<p><strong>Weitere Artikel zum Thema</strong></p>
<p>* <a href=" http://www.bluejax.net/2007/08/02/medien-zwischen-macht-manipulation-hugo-chavez-vs-rctv-%e2%80%93-venezuela-die-westliche-presselandschaft/" target="_blank">Medien zwischen Macht &#038; M...die westliche Presselandschaft</a></p>
<p>* <a href=" http://www.bluejax.net/2007/08/06/medien-manipulation-marietta-slomka-vs-chavez-%e2%80%93-eine-heute-journal-moderatorin-und-ihr-kampf-gegen-links/" target="_blank">Medien-Manipulation?! Marietta...orin und ihr Kampf gegen Links</a></p>
<p>* <a href=" http://www.bluejax.net/2007/08/06/offener-brief-an-die-betreffende-redaktion-und-deutsche-medien-%e2%80%93-kritik-an-marietta-slomka-vom-heute-journal/" target="_blank">Offener Brief: An die betreffe...ietta Slomka vom heute-journal</a></p>
<p>bluejax<br />
Il, den 09. August 2007</p>
<p><u>Quellen und Links:</u><br />
http://www.eluniversal.com/index.shtml<br />
http://de.wikipedia.org/wiki/El_Universal<br />
http://www.eluniversal.com/2007/08/01/en_pol_art_ eva-golinger-dennoun_01A908953.shtml<br />
http://www.haraldneuber.de/<br />
http://www.jungewelt.de/2007/08-06/037.php<br />
http://de.wikipedia.org/wiki/Venezolana _de_Televisi%C3%B3n<br />
http://www.bluejax.net/2007/08/02/medien-zwischen<br />
-macht-manipulation-hugo-chavez-vs-rctv-%e2%80%93<br />
-venezuela-die-westliche-presselandschaft/<br />
http://www.amerika21.de/links-tipps/literatur/eva<br />
-golinger-kreuzzug-gegen-venezuela-der-chavez-code/<br />
http://www.freerepublic.com/focus/news/1390627/posts?page=3<br />
http://de.wikipedia.org/wiki/Freedom_of_Information_Act<br />
http://www.amazon.com/Chavez-Code-Cracking<br />
-Intervention-Venezuela/dp/1566566479<br />
http://derstandard.at/?url=/?id=1771595%26_seite=2%26sap=2<br />
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25411/1.html<br />
http://de.wikipedia.org/wiki/Venezuela<br />
http://es.wikipedia.org/wiki/Globovisi%C3%B3n<br />
http://www.bluejax.net/2007/08/06/medien -manipulation-marietta<br />
-slomka-vs-chavez-%e2%80%93 -eine-heute-journal-moderatorin-<br />
und-ihr-kampf-gegen-links/<br />
http://www.bluejax.net/2007/08/06/offener-brief -an-die-betreffende<br />
-redaktion-und-deutsche-medien -%e2%80%93-kritik-an-marietta<br />
-slomka-vom-heute-journal/</p>
<p><u>Bildquellen:</u><br />
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/<br />
0/06/Flag_of_Venezuela.svg/800px-Flag_of_Venezuela.svg.png<br />
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/<br />
commons/e/ee/Braun_HF_1.jpg</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Offener Brief: An die betreffende Redaktion und deutsche Medien – Kritik an Marietta Slomka vom heute-journal</title>
		<link>http://www.bluejax.net/2007/08/06/offener-brief-an-die-betreffende-redaktion-und-deutsche-medien-%e2%80%93-kritik-an-marietta-slomka-vom-heute-journal/</link>
		<comments>http://www.bluejax.net/2007/08/06/offener-brief-an-die-betreffende-redaktion-und-deutsche-medien-%e2%80%93-kritik-an-marietta-slomka-vom-heute-journal/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 06 Aug 2007 13:30:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bluejax</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ 	 
+++ OFFENER BRIEF +++
Hinweis: Diese E-Mail wurde als Offener Brief an verschiedene VertreterInnen aus Medien &#038; Presse gesendet!
Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebes heute-journal-Team,
mein Name ist Jan Rechlitz und ich studiere im 06. Fachsemester „Angewandte Medienwissenschaft“ an der TU Ilmenau. Ich beschäftige mich seit einigen Jahren intensiv mit der Materie Medien. Insbesondere der Bereich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;"><a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.bluejax.net%2F2007%2F08%2F06%2Foffener-brief-an-die-betreffende-redaktion-und-deutsche-medien-%25e2%2580%2593-kritik-an-marietta-slomka-vom-heute-journal%2F"><img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fwww.bluejax.net%2F2007%2F08%2F06%2Foffener-brief-an-die-betreffende-redaktion-und-deutsche-medien-%25e2%2580%2593-kritik-an-marietta-slomka-vom-heute-journal%2F" height="61" width="51" /></a></div><p> 	 <a href="http://www.mpress.de" target="_blank"><img src="http://www.bluejax.net/wp-content/themes/northern-web-coders/images/Inhalt/Sonstiges/mpressed.jpg"  border="0"/></a></p>
<p><strong>+++ OFFENER BRIEF +++</strong><br />
<u>Hinweis:</u> <em>Diese E-Mail wurde als Offener Brief an verschiedene VertreterInnen aus Medien &#038; Presse gesendet!</em></p>
<p>Sehr geehrte Damen und Herren,<br />
Liebes heute-journal-Team,</p>
<p>mein Name ist Jan Rechlitz und ich studiere im 06. Fachsemester „Angewandte Medienwissenschaft“ an der TU Ilmenau. Ich beschäftige mich seit einigen Jahren intensiv mit der Materie Medien. Insbesondere der Bereich Journalismus und die Wechselwirkung zwischen Politik und Medien interessieren mich stark. Bereits früh in meinem Studium hat man uns gelehrt, bei Nachrichten – sei es in Print, TV oder Hörfunk – auf Darstellungen und Formulierungen zu achten und unsere Aufmerksamkeit für konjunktive, emotionale und wertende Formulierungen zu sensibilisieren.</p>
<p>Im Folgenden möchte ich mich auf zwei Anmoderationen von Marietta Slomka beziehen. Die eine datiert vom 16. Juni 2007 und die zweite vom 03. August 2007!</p>
<p><span id="more-221"></span></p>
<p>Nun ist einigen Bekannten und mir zum wiederholten Male aufgefallen, dass die Moderatorin des heute-journals, Frau Marietta Slomka, einen Beitrag über die Auslaufende Lizenz des venezolanischen TV-Senders RCTV und die Nichtverlängerung derselben durch den Präsidenten von Venezuela, Hugo Chávez, dazu genutzt hat, um– sagen wir es untertrieben – fragwürdige Botschaften an die Rezipienten zu senden.</p>
<p>Zum einen wurde der Eindruck erweckt, der venezolanische Präsident habe RCTV geschlossen bzw. die Lizenz entzogen. Dies ist definitiv falsch! Die Lizenz ist nach 20 Jahren ausgelaufen und wurde in der Folge an einen anderen Kanal vergeben. RCTV wurde auch nicht geschlossen, sondern kann über Kabel und Satellit weiter ausstrahlen.</p>
<p>Immer wieder wurde behauptet, diese Entscheidung beruhe darauf, dass der Sender Hugo Chávez kritisiert hätte und sich weigere seine Reden auszustrahlen. Leider wird dabei unter den Teppich gekehrt, dass RCTV im Jahre 2002 offensichtlich auf hinterlistige Weise TV-Nachrichtenbilder gefälscht hatte und seit Jahren immer wieder zum gewalttätigen Putsch gegen die demokratisch gewählte Regierung aufgerufen hat. Die Beispiele mit RTL, die Frau Slomka in ihrer Anmoderation vom 03. August 2007 wählt, sind insofern absolut irreführend und stimmen so nicht!</p>
<p>Außerdem wurde die Lizenz des TV-Senders „Venevisión“, der mindestens ebenso kritisch über die Regierung Chávez berichtete, kürzlich verlängert. Wie passt das in Slomka`s Sicht der Beschneidung von Meinungs- &#038; Pressefreiheit?</p>
<p>In anderen Staaten – auch in Deutschland – hätte ein solches Auftreten eines Fernsehsenders sicherlich heftigere Konsequenzen nach sich gezogen. RCTV hat jedoch weiterhin alle Möglichkeiten sein Programm auszustrahlen, ausgenommen über Antenne. Frau Slomka sagte, dass „kaum“ einer in Venezuela Kabel und Satellit empfangen würde. Im darauf folgenden Beitrag von Carsten Thurau spricht dieser allerdings davon, dass die Einschaltquoten des populärsten Senders um 50% zurückgegangen seien. Wie können denn 50% der Zuschauer des meistgesehenen Programms als „kaum“ bezeichnet werden?  </p>
<p>Auch den Versuch eines Imagetransfers von Chávez auf die Linkspartei in Deutschland sehe ich als äußerst kritisch an. Frau Slomka versucht zuerst einen Hugo Chávez als „Despoten“ zu zeichnen, um dessen Eigenschaften dann auf eine deutsche Partei zu übertragen, die im nachfolgenden Beitrag keine Rolle spielt. </p>
<p>Ausführliche Erläuterungen, sowie eine Dokumentation zu den zwei von mir kritisierten Beiträgen von Frau Slomka finden Sie unter folgenden Links:</p>
<p>* <a href=" http://www.bluejax.net/2007/08/06/medien-manipulation-marietta-slomka-vs-chavez-%e2%80%93-eine-heute-journal-moderatorin-und-ihr-kampf-gegen-links/" target="_blank"> „Medien-Manipulation?! Mari...n und ihr Kampf gegen Links“</a></p>
<p>* <a href=" http://www.bluejax.net/2007/08/02/medien-zwischen-macht-manipulation-hugo-chavez-vs-rctv-%e2%80%93-venezuela-die-westliche-presselandschaft/" target="_blank"> „Medien zwischen Macht &#03... westliche Presselandschaft“</a></p>
<p>Ich möchte betonen, dass ich es als Pflichten eines Journalisten ansehe, Sachverhalte objektiv und kritisch darzustellen. Die enorm wichtige Funktion, die Medienmacher und Journalisten als Mittler zwischen Politik und Gesellschaft einnehmen, darf nicht zum Manipulationsinstrument durch Medien missbraucht werden. Insbesondere den Massenmedien kommt eine enorm wichtige Stellung in unserem demokratischen System zu, das einen enormen Einfluss auf die Bildung der öffentlichen Meinung ausübt.</p>
<p>Gerade von einem öffentlich-rechtlichen Sender wie dem ZDF, das durch den Einzug von Gebühren von der Bevölkerung direkt finanziert wird, erwarte ich, dass man diesen Aufgaben und Pflichten nachkommt und keine einseitige Berichterstattung ausstrahlt, die die Tatsachen auch noch verzerrt wiedergibt!</p>
<p>Ich möchte Sie nun darum bitten, mir in einer Antwort auf diese E-Mail Stellung zu den angesprochenen Dingen zu nehem. Gerne würde ich erfahren, wie die heute-journal-Redaktion über die von mir kritisierten Anmoderationen von Marietta Slomka denkt.</p>
<p>Interessieren würde mich, ob Frau Slomka mit der Form der Anmoderationen die Meinung der Redaktion des heute-journal vertritt, oder ob es sich um ihre subjektive Meinung handelt. Sind die Texte redaktionell erarbeitet worden oder handelte Frau Slomka eigenmächtig?</p>
<p>Ich hoffe und erwarte eine gesprächsbereite Redaktion, die offen und ehrlich Stellung bezieht und einen Dialog mit mir sucht. Ich kann ihnen sagen, dass meine veröffentlichten Artikel zum Thema (dir Links dazu sehen Sie oben) auf reges Interesse gestoßen sind und meine LeserInnen auf eine Stellungnahme Ihrerseits ebenso gespannt sind, wie ich. </p>
<p>Ich wäre Ihnen wirklich sehr dankbar, wenn Sie den Mut finden und sich zu meinen Vorwürfen äußern würden. Sollte ich mit meinen Einschätzungen falsch liegen, lasse ich mich von Ihnen auch gerne eines Besseren belehren! Auch würde ich mir das Recht vorbehalten, eine etwaige Stellungnahme bei mir im Blog unter http://www.bluejax.net zu veröffentlichen.</p>
<p>Ausdrücklich betonen möchte ich an dieser Stelle, dass es mir nicht um politische Inhalte geht. Meine politische Einstellung ist nicht Grundlage meiner Kritik und spielt hierfür keine Rolle. Mir geht es explizit um die Darstellung eines politischen Themas in einem Massenmedium und meinen Eindruck, dass Tatsachen verzerrt wiedergegeben und Rezipienten bewusst negativ beeinflusst wurden!</p>
<p>Ich hoffe auf Ihr Verständnis und würde mich sehr über eine Rückmeldung von Ihnen freuen. Vielen Dank!</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen aus Ilmenau,<br />
Jan Rechlitz</p>
<p><strong>+++ Ende +++</strong></p>
<p><em>Der Offene Brief wurde am 06. August 2007 um 15.01 Uhr per E-Mail abgesendet!</em></p>
<p>bluejax<br />
Il, den 06. August 2007</p>
<p><u>Quellen und Links:</u><br />
http://www.bluejax.net/2007/08/06/medien-manipulation<br />
-marietta-slomka-vs-chavez-%e2%80%93-eine-heute-journal<br />
-moderatorin-und-ihr-kampf-gegen-links/<br />
http://www.bluejax.net/2007/08/02/medien-zwischen-macht<br />
-manipulation-hugo-chavez-vs-rctv-%e2%80%93-venezuela<br />
-die-westliche-presselandschaft/</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.bluejax.net/2007/08/06/offener-brief-an-die-betreffende-redaktion-und-deutsche-medien-%e2%80%93-kritik-an-marietta-slomka-vom-heute-journal/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>16</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Medien-Manipulation?! Marietta Slomka vs. Chávez – Eine heute-journal-Moderatorin und ihr Kampf gegen Links</title>
		<link>http://www.bluejax.net/2007/08/06/medien-manipulation-marietta-slomka-vs-chavez-%e2%80%93-eine-heute-journal-moderatorin-und-ihr-kampf-gegen-links/</link>
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		<pubDate>Sun, 05 Aug 2007 22:42:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bluejax</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lateinamerika]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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		<category><![CDATA[ZDF]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	 
Man mag über den venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez und seine Politik denken wie man will. Eine objektive Berichterstattung jedoch gehört gerade für Journalisten zu den Grundprinzipien ihrer Arbeit. Wenn man überlegt, welchen enormen Einfluss Journalisten und Medienvertreter als Mittler zwischen Politik und Gesellschaft einnehmen, und wie sich deren Aussagen und Stellungsnahmen auf die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;"><a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.bluejax.net%2F2007%2F08%2F06%2Fmedien-manipulation-marietta-slomka-vs-chavez-%25e2%2580%2593-eine-heute-journal-moderatorin-und-ihr-kampf-gegen-links%2F"><img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fwww.bluejax.net%2F2007%2F08%2F06%2Fmedien-manipulation-marietta-slomka-vs-chavez-%25e2%2580%2593-eine-heute-journal-moderatorin-und-ihr-kampf-gegen-links%2F" height="61" width="51" /></a></div><p> 	 <a href="http://www.mpress.de" target="_blank"><img src="http://www.bluejax.net/wp-content/themes/northern-web-coders/images/Inhalt/Sonstiges/mpressed.jpg"  border="0"/></a></p>
<p>Man mag über den venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez und seine Politik denken wie man will. Eine objektive Berichterstattung jedoch gehört gerade für Journalisten zu den Grundprinzipien ihrer Arbeit. Wenn man überlegt, welchen enormen Einfluss Journalisten und Medienvertreter als Mittler zwischen Politik und Gesellschaft einnehmen, und wie sich deren Aussagen und Stellungsnahmen auf die Meinungsbildung der Öffentlichkeit auswirken, muss man ganz besondere sachliche und vorurteilslose Arbeiten erwarten. Eine latente <a href=" http://de.wikipedia.org/wiki/Medienmanipulation" target="_blank">Medienmanipulation</a> birgt Gefahren für Demokratie und Gesellschaft!</p>
<p><strong>Heute lernen wir: Wie man Zuchauer beeinflusst</strong></p>
<p><a href=" http://de.wikipedia.org/wiki/Marietta_Slomka" target="_blank">Marietta Slomka</a>, die Moderatorin des <a href=" http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/0/0,1872,1021120,00.html" target="_blank">heute-journal</a> auf dem <a href=" http://www.zdf.de/" target="_blank">ZDF</a> scheint von solchen Dingen noch nicht viel gehört zu haben. Die diplomierte Volkswirtin hat am vergangenen Freitag, den 03. August 2007 zum wiederholten Male ihre Anmoderation eines Beitrage über die <a href=" http://www.bluejax.net/2007/08/02/medien-zwischen-macht-manipulation-hugo-chavez-vs-rctv-%e2%80%93-venezuela-die-westliche-presselandschaft/" target="_blank">Nichtverlängerung der Ausstrahlungslizenz von RCTV</a> dazu genutzt, um eine subjektive und verzerrende Bewertung der Vorgänge zu vermitteln. Dabei widersprach sie nicht nur den Aussagen im darauf folgenden Beitrag, sondern versuchte sich auch in einem Imagetransfer des venezolanischen Präsidenten auf eine deutsche Partei.<br />
Das <a href=" http://redblog.twoday.net/stories/4137831/" target="_blank">Redblog</a> hat die Vorgänge dokumentiert.</p>
<p><a href=" http://1967.19.funpic.de/mp3/anmoderation.mp3" target="_blank">Anmoderation Marietta Slomka</a> (MP3)<br />
<a href=" http://content.zdf.de/podcast/zdf_hjo/070803_hjo_hjopod_p.mp4" target="_blank">Beitrag</a> (MP4)</p>
<p><a href=" http://www.bluejax.net/2007/08/06/medien-manipulation-marietta-slomka-vs-chavez-%e2%80%93-eine-heute-journal-moderatorin-und-ihr-kampf-gegen-links/" ><img src=" http://www.zdf.de/ZDF/s_img/16/0,6752,5328912-render-U3-,00.jpg"  width="" height="120" border="0"/> <img src=" http://www.heute.de/ZDFde/img/124/0,1886,5209084,00.jpg" width="120" height=""  border="0"/> <img src=" http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/a8/Chavez_World_Social_Forum_2005.jpg "  width="" height="120" border="0"/> </a><br />
<font size=1>Bildquellen: ZDF.de; Heute.de; Wikimedia.org</font></p>
<p><span id="more-220"></span></p>
<p><strong>Reaktionen &#038; Bewertungen westlicher Medien</strong></p>
<p>In dem Artikel <a href=" http://www.bluejax.net/2007/08/02/medien-zwischen-macht-manipulation-hugo-chavez-vs-rctv-%e2%80%93-venezuela-die-westliche-presselandschaft/" target="_blank"><em>„Medien zwischen Macht &#038; Manipulation: Hugo Chávez vs. RCTV – Venezuela &#038; die westliche Presselandschaft“</em></a> habe ich am 02. August bereits das Thema Cháves gegen RCTV aufgegriffen und beleuchtet. Ich habe einige Medien und Experten abseits des Mainstreams vorgestellt, die eine völlig andere Bewertung der Vorgänge wiedergeben, als es die Mehrheit der westlichen Medienpublikationen tut.</p>
<p>Wie in den dortigen Kommentaren richtig festgestellt wurde, habe ich mich mit einer abschließenden Bewertung der Vorgänge in Venezuela zurückgehalten, weil es mein Anliegen war, die LeserInnen selbst ein Meinungsbild des Ganzen machen zu lassen. Nichtsdestotrotz ließ sich meine Meinung und Bewertung aus dem Beitrag insgesamt doch recht deutlich erschließen.</p>
<p><strong>Slomka verbreitet ihr Weltbild</strong></p>
<p>Marietta Slomka vom heute-journal geht einen ganz anderen Weg. Sie versucht nicht einmal eine objektive Stellung einzunehmen und den Zuschauern die Möglichkeit zu geben, sich eine eigene Meinung zu bilden. Ihre Anmoderation vom vergangenen Freitag klingt wie eine Anklageschrift:</p>
<p><em>“Um die Freiheit der Medien geht es auch im nächsten Bericht. Man stelle sich mal folgendes vor: Bundeskanzlerin Merkel würde den Privatsender RTL abschalten, weil ihr die Bertelsmanngruppe politisch nicht passt oder weil RTL sich weigert, jederzeit auf Kommando, Sendplätze frei zu räumen, um ellenlange Merkelreden auszustrahlen. Eine absurde Vorstellung, natürlich wäre das undenkbar. Doch so ist es in Venezuela geschehen.“</em></p>
<p>Wer meinen letzten Artikel zum Thema gelesen hat, dem wird der größte Fehler hier sicherlich sofort ins Auge springen. Genau, RCTV wurde nicht „<em>abgeschaltet</em>“! Vielmehr wurde eine Lizenz, die vor 20 Jahren ausgestellt wurde und die nun ausgelaufen ist, schlichtweg nicht verlängert!</p>
<p><strong>Ein hinkender Vergleich mit Macken</strong></p>
<p>Auch wird die Rolle von <a href=" http://de.wikipedia.org/wiki/RCTV" target="_blank">RCTV</a> beim so genannten „Ersten Medienstaatsstreich der Welt“ mit keinster Silbe erwähnt. Um es mit Slomkas Worten zu erklären, man stelle ich mal folgendes vor: RTL würde gefälschte Beiträge senden, in denen Szenen so zusammen geschnitten werden, dass der Eindruck entsteht, dass die Regierung kompromisslos und ohne Rücksicht auf Verluste auf Demonstranten schießt. Eine Manipulation von Nachrichten und Bildern „auf üble Weise“ (<a href=" http://www.dradio.de/dlf/sendungen/marktundmedien/629242/" target="_blank">Deutschlandfunk</a>). Man stelle sich vor, RTL würde in seinen Nachrichten immer die Opposition preisen und zum Putsch gegen die (demokratisch gewählte) Regierung aufrufen. Weiter stelle man sich vor, RTL würde dies alles über viele Jahre hinweg machen. </p>
<p>Eine absurde Vorstellung, natürlich wäre das undenkbar! Nicht aber in Venezuela. Denn eben jenes Verhalten muss man offensichtlich RCTV vorwerfen. Und anders als es wohl in den meisten Ländern der Fall gewesen wäre (ja, auch in Deutschland, Frau Slomka) hat die venezolanische Regierung RCTV nicht die Lizenz wegen Verstoßes gegen die medienrechtlichen Auflagen entzogen. Vielmehr hat man das Auslaufen der Lizenz nun dazu genutzt, um den Frequenzplatz einem anderen Sender zuzuteilen.</p>
<p><strong>Ein Spiel mit Adjektiven</strong></p>
<p>Man kann sich darüber Streiten, ob das Vorgehen die richtige Entscheidung gewesen ist. Natürlich hätte man auch eine juristische Überprüfung des Senders anstreben können. Dies wäre sicherlich auch ein besseres Signal an die westliche Welt gewesen, die Chávez ohnehin sehr kritisch, manchmal gar verleumderisch betrachtet. Man hätte prüfen können, ob und inwiefern der Sender gegen Auflagen und Gesetze verstoßen hat und dann juristische Konsequenzen ziehen können. Vielleicht hätte eine solche Überprüfung weitaus schlimmere Auswirkungen für RCTV mit sich gebracht.</p>
<p>Denn anders als suggeriert, wurde der Sender nicht geschlossen. Lediglich die auslaufende Lizenz zum Senden über Antenne wurde nicht verlängert. RCTV kann sein Programm aber weiterhin über Kabel und Satellit an die venezolanische Bevölkerung ausstrahlen. Das immerhin hat auch Marietta Slomka verstanden und formuliert es folgendermaßen:</p>
<p><em>“Der immer diktatorischer regierende Hugo Chávez hat den größten, ältesten und populärsten Privatsender Venezuelas aus dem Antennennetz genommen. Nur über Kabel und Satellit darf er noch senden. Doch die hat in Venezuela kaum jemand. Hugo Chávez, hierzulande von Oskar Lafontaine und der Linkspartei als Vorbild gefeiert, hat sich mit dieser Zensur aber womöglich schwer verkalkuliert, denn er nahm damit seinem Volk dessen liebste Sendung weg.“</em></p>
<p><strong>Moderatorin widersprich Beitrag</strong></p>
<p>Interessant ist, wie eine diplomierte Volkswirtin, die sich mit Mengen und Zahlen zumindest nicht all zu schlecht auskennen dürfte, den Begriff „kaum“ definiert. Denn während Slomka in ihrer Anmoderation davon spricht, dass den größten und populärsten Sender Venezuelas nun „<em>kaum</em>“ mehr jemand sehen könnte, weil dieser nur noch über Kabel und Satellit senden „<em>darf</em>“, spricht Carsten Thurau im nachfolgenden Beitrag davon, dass RCTV nun 50% weniger Zuschauer erreiche als zuvor. Wenn also 50% der vormals erreichten Menschen „<em>kaum</em>“ sind, dann dürften zuvor auch „<em>kaum</em> mehr“ erreicht worden sein. Denkfehler?</p>
<p>Interessant auch, wie Frau Slomka zuerst dem venezolanischen Präsidenten ein grausames Image verpasst, um dieses im Anschluss auf eine deutsche Partei und einen deutschen Politiker zu transferieren. Man sehe sich nur einmal die Adjektive an, die sie verwendet. Ein <em>diktatorischer</em> Präsident, der den <em>größten</em>, <em>ältesten</em> und <em>populärsten</em> Sender <em>aus dem Antennennetz</em> (sie hat`s doch verstanden!?) nimmt und <em>seinem Volk</em> damit seine <em>liebste</em> Sendung nimmt. Dann der Überschwung zu Lafontaine und Linkspartei. Voilá, geschickt gemacht, Frau Slomka!</p>
<p><strong>Gut gebrüllt &#8211; Schlusssatz als Nachdruck</strong></p>
<p>Um nochmal auf Nummer sicher zu gehen, dass die Fernsehzuschauer auch alles „richtig“ verstanden haben, hat sich Marietta Slomka noch ein paar Einschätzungen für den Schluss aufgehoben. Ihre Abmoderation schließt mit den folgenden Worten:</p>
<p><em>“Tja, womit sich wieder mal zeigt, wenn Despoten entscheiden, was gut für das Volk ist, herrscht graue Tristess, nicht nur im Fernsehen.“</em></p>
<p>Amüsant auch, dass sich der ausgestrahlte Beitrag fast ausschließlich damit beschäftigt, dass die Einschaltquoten und Werbeeinnahmen von RCTV zurückgegangen sind. Hauptthema scheinen nicht Nachrichten und Information, als vielmehr Telenovelas und Unterhaltung zu sein.</p>
<p>Wie bereits mehrfach gesagt, man kann über Hugo Chávez denken wie man will. Dennoch rechtfertigt das noch lange nicht, dass man Tatsachen verdreht, Fakten unterschlägt und versucht negative Images aufzubauen, um sie dann auf andere Akteure zu übertragen. Dies gilt ganz besonders für Journalisten oder Nachrichtenmoderatoren/innen, die ja gerade ihren Rezipienten ein umfangreiches Bild von der Welt vermitteln sollten!</p>
<p><strong>Marietta Slomka als Widerholungstäterin</strong></p>
<p>Dass Marietta Slomka nicht zum ersten Mal in dieser Sache auffällig geworden ist, hatte <a href=" http://redblog.twoday.net/stories/3882377/" target="_blank">Redblog</a> bereits am 17. Juni dokumentiert. Damals wurde eine Ansage Slomka`s vom 16. Juni 2007 dokumentiert. Einen Beitrag über den Gründungsparteitag der neuen Partei Die Linke moderierte sie folgendermaßen an:</p>
<p><em>&#8220;Guten Abend. Seit heute gibt es eine neue Partei in Deutschland: DIE LINKE. Sie will eine andere Republik und glaubt an Freiheit durch Sozialismus. Dass Freiheit durch Sozialismus entsteht, darüber lässt sich ja trefflich streiten, doch ist das vielleicht auch nur eine Frage der Definition. So lobt Oskar Lafontaine etwa die Verstaatlichungspolitik von Hugo Chavez, dem Präsidenten Venezuelas. Jener Chavez, der gerade oppositionelle Zeitungen und Fernsehsender verbietet.&#8221;</em><br />
(<a href=" http://www.elementarteile.de/?p=1197" target="_blank">Anhören</a>)</p>
<p><strong>Heute-Journal &#038; ZDF schweigen</strong></p>
<p>Daraufhin wendeten sich <a href=" http://www.elementarteile.de/?p=1197" target="_blank">mehrere Menschen</a> an die Redaktion des heute-journal um diese mit den Worten von Marietta Slomka zu konfrontieren und eine Erklärung dazu zu erbeten. Jedoch zeigte man sich beim ZDF <a href=" xxx" target="_blank">nicht gesprächsbereit</a>. Zu einer Stellungsnahme sah man leider nicht veranlasst! </p>
<p>bluejax<br />
Il, den 06. August 2007</p>
<p><u>Quellen und Links:</u><br />
http://de.wikipedia.org/wiki/Medienmanipulation<br />
http://de.wikipedia.org/wiki/Marietta_Slomka<br />
http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/0/0,1872,1021120,00.html<br />
http://www.zdf.de/<br />
http://www.bluejax.net/2007/08/02/medien-zwischen-macht<br />
-manipulation-hugo-chavez-vs-rctv-%e2%80%93-venezuela<br />
-die-westliche-presselandschaft/<br />
http://redblog.twoday.net/stories/4137831/<br />
http://1967.19.funpic.de/mp3/anmoderation.mp3<br />
http://content.zdf.de/podcast/zdf_hjo/070803_hjo_hjopod_p.mp4<br />
http://de.wikipedia.org/wiki/RCTV<br />
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/marktundmedien/629242/<br />
http://redblog.twoday.net/stories/3882377/<br />
http://www.elementarteile.de/?p=1197<br />
http://redblog.twoday.net/stories/4028307/</p>
<p><u>Bildquellen:</u><br />
http://www.zdf.de/ZDF/s_img/16/0,6752,5328912<br />
-render-U3-,00.jpg<br />
http://www.heute.de/ZDFde/img/124/0,1886,5209084,00.jpg<br />
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons /a/a8/Chavez_World_Social_Forum_2005.jpg</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Medien zwischen Macht &amp; Manipulation: Hugo Chávez vs. RCTV – Venezuela &amp; die westliche Presselandschaft</title>
		<link>http://www.bluejax.net/2007/08/02/medien-zwischen-macht-manipulation-hugo-chavez-vs-rctv-%e2%80%93-venezuela-die-westliche-presselandschaft/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 Aug 2007 16:20:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bluejax</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Lateinamerika]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[m.pressed (bluejax@mpress)]]></category>
		<category><![CDATA[Die Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Venezuela]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	 
In einer Zeit der fortschreitenden Globalisierung sind die Menschen überall auf die Informationen aus den Medien angewiesen, um Umfang, Auswirkungen und Chancen einzelner Ereignisse in vollem Umfang zu begreifen. Im Grunde genommen hat sich die Medienlandschaft neben der Legislative, der Judikative und der Exekutive zur vierten tragenden Säule unserer Gesellschaft entwickelt. Durch diese [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;"><a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.bluejax.net%2F2007%2F08%2F02%2Fmedien-zwischen-macht-manipulation-hugo-chavez-vs-rctv-%25e2%2580%2593-venezuela-die-westliche-presselandschaft%2F"><img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fwww.bluejax.net%2F2007%2F08%2F02%2Fmedien-zwischen-macht-manipulation-hugo-chavez-vs-rctv-%25e2%2580%2593-venezuela-die-westliche-presselandschaft%2F" height="61" width="51" /></a></div><p> 	 <a href="http://www.mpress.de" target="_blank"><img src="http://www.bluejax.net/wp-content/themes/northern-web-coders/images/Inhalt/Sonstiges/mpressed.jpg"  border="0"/></a></p>
<p>In einer Zeit der fortschreitenden Globalisierung sind die Menschen überall auf die Informationen aus den Medien angewiesen, um Umfang, Auswirkungen und Chancen einzelner Ereignisse in vollem Umfang zu begreifen. Im Grunde genommen hat sich die Medienlandschaft neben der Legislative, der Judikative und der Exekutive zur vierten tragenden Säule unserer Gesellschaft entwickelt. Durch diese Macht der Information verfügen die Medien jedoch auch gleichzeitig über eine enorme ethische Verantwortung.</p>
<p><strong>Meinungsmacht und Alternative Sichtweisen</strong></p>
<p>Zu welchen Folgen eine einseitige und schier gleichgeschaltete Berichterstattung führen kann, sehen wir an einem Beispiel aus Venezuela. In den vergangenen Wochen wurde viel über das Vorgehen des venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez berichtet. Ihm wurde vorgeworfen einen kritischen Fernsehsender mundtot zu machen, indem er ihm die Sendelizenz entzog. Die Meinungen in den westlichen Medien waren allesamt gleich, überall wurde die Beschneidung der Meinungs- und Pressefreiheit kritisiert. Doch ein Blick in Medienpublikationen abseits des Mainstreams offenbart uns, dass es auch eine ganz andere Sichtweise der Dinge zu geben scheint und dass Medienbilder oftmals auch von politischen Interessen geprägt sind!</p>
<p><a href=" http://www.bluejax.net/2007/08/02/medien-zwischen-macht-manipulation-hugo-chavez-vs-rctv-%e2%80%93-venezuela-die-westliche-presselandschaft/" ><img src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/4d/Hugo_Chavez_in_Brazil-1861.jpeg"  width="" height="100" border="0"/> <img src=" http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/7/7a/RCTV_2007.JPG" width="" height="60"  border="0"/> <img src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/0d/Berlin-neukoelln_satellite-dishes_20050314_p1010596.jpg"  width="" height="100" border="0"/> </a><br />
<font size=1>Bildquellen: Wikimedia.org</font></p>
<p><span id="more-218"></span></p>
<p><strong>Kritische Worte bei SPON</strong></p>
<p>Am 26. Mai 2007 berichtete Spiegel-Online unter dem Titel <a href=" http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,485178,00.html" target="_blank"> „Massenproteste gegen Schließung von Fernsehsender“</a>: <em>Zehntausende Demonstranten wehren sich in Venezuela gegen die Schließung einer regierungskritischen TV-Station.</em></p>
<p>Zwei Tage später der nächste SpOn-Artikel. Diesmal hieß es <a href=" http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,485288,00.html" target="_blank"> „Chávez macht regierungskritischen Sender dicht“</a>: <em>Venezuelas Staatschef Hugo Chávez ist auf dem besten Weg, die dortigen Medien unter seine Kontrolle zu bringen.</em></p>
<p><strong>Die Welt warnt vor Charvez</strong></p>
<p>Ähnliche Einschätzungen vertritt auch die Online-Ausgabe der Welt. So erschien dort am 25. Mai der Artikel <a href=" http://www.welt.de/politik/ausland/article897496/Chavez_schraenkt_Meinungsfreiheit_ein.html" target="_blank">„Chavez schränkt Meinungsfreiheit ein“</a>. <em>„Präsident Hugo Chávez macht die wichtigste Stimme der Opposition mundtot“.</em></p>
<p>Am 29. Mai schreibt die Welt <a href=" http://www.welt.de/politik/article903461/Chavez_nimmt_sich_naechsten__Sender_vor.html" target="_blank">„Chavez nimmt sich nächsten Sender vor“</a>: <em>„Die Mehrheit lehnt Schließung des Senders ab. Die Schließung von RCTV wird Umfragen zufolge von 70 bis 80 Prozent der Venezolaner abgelehnt. (…) Die Polizei griff brutal durch.“</em></p>
<p><strong><em>Ein Schachzug ohne Beispiel</em></strong></p>
<p>Auch die Deutsche-Welle schließt sich diesem Meinungsbild an. Am 28. Mai wurde getitelt <a href=" http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2559861,00.html" target="_blank">„Regierungskritischer TV-Sender in Venezuela abgeschaltet“</a>: <em>„Der venezolanische Staatschef Hugo Chávez ist seinem Ziel, die Medien unter seine Kontrolle zu bringen, ein Stück näher gerückt.“</em></p>
<p>Reporter Ohne Grenzen geht mit der bereits genannten Meinung konform und titelt <a href=" http://www.reporter-ohne-grenzen.de/presse/pressemitteilungen/news-nachrichten-single/article/9/rog-bericht-zu-venezuela-schliessung-von-rctv-festigt-die-medien-hegemonie.html" target="_blank">„Schließung von RCTV festigt die Medien-Hegemonie“</a>. Man habe die Auswirkungen der Senderschließung von Radio Caracas Televisión (RCTV) untersucht und sei zu dem Schluss gekommen, <em>„dass die international verurteilte Schließung des kommerziellen Senders RCTV weit mehr ist als nur eine administrative Maßnahme. Sie ist ein politischer Schachzug ohne Beispiel in Lateinamerika. Die Übernahme von Nachrichtenmedien sind wichtiger Teil in dem Bestreben der venezolanischen Regierung, die gesamte öffentliche Bühne im Land zu besetzen und zu kontrollieren.“</em></p>
<p><strong>Eine Nachrichtensprecherin zieht den Bogen</strong></p>
<p>Abschließend auch noch der Hinweis von Mariella Slomka. Als die Moderatorin des heute journal am 16. Juni 2007 einen Bericht über den Gründungsparteitag der Partei DIE LINKE. einleitete, zog sie sofort mal einen Bogen zu Hugo Chavez und dessen Politik, die sie gleichzeitig bewertete:</p>
<p><em>&#8220;Guten Abend. Seit heute gibt es eine neue Partei in Deutschland: DIE LINKE. Sie will eine andere Republik und glaubt an Freiheit durch Sozialismus. Das Freiheit durch Sozialismus entsteht, darüber lässt sich ja trefflich streiten, doch ist das vielleicht auch nur eine Frage der Definition. So lobt Oskar Lafontaine etwa die Verstaatlichungspolitik von Hugo Chavez, dem Präsidenten Venezuelas. <u>Jener Chavez, der gerade oppositionelle Zeitungen und Fernsehsender verbietet.</u>&#8220;</em><br />
<font size=1>(Quelle: <a href=" http://redblog.twoday.net/stories/3882377/" target="_blank">Redblog</a>)</font></p>
<p><strong>Einheitliches Meinungsbild der Kritik</strong></p>
<p>Das Meinungsbild scheint also durchgehen konform und eindeutig zu sein. Egal welche Publikation man sich anschaut, die Aussagen sind überall dieselben, die Einschätzungen und Kommentare die gleichen. Alles scheint in Eintracht, die Sachlage scheint klar. Aber ist sie das wirklich?</p>
<p>Erst einmal muss man darauf hinweisen, dass viele Medien von einem Abschalten des Senders <a href=" http://de.wikipedia.org/wiki/RCTV" target="_blank">RCTV</a> sprechen. Dies ist definitiv falsch. Denn der Sender wurde nicht abgeschaltet, sondern seine Lizenz wurde nicht verlängert. Ein feiner, aber ein durchaus doch erwähnenswerter Unterschied. Denn die Formulierung Abschalten impliziert, dass es gegen geltendes Recht verstoßen würde. Allerdings wurde hier eine Lizenz nicht verlängert, ein Rechtsbruch ist also insofern nicht gegeben.</p>
<p><strong>Die andere Sichtweise desselben Ereignisses</strong></p>
<p>So, damit widmen wir uns der anderen Seite. Als erstes möchte ich aus einem Artikel der „Junge Welt“ zitieren. Die Tageszeitung, die <a href=" http://de.wikipedia.org/wiki/Junge_Welt" target="_blank">laut Wikipedia</a> ein <em>„linkssozialistisch Selbstverständnis im Sinn einer orthodox-kommunistischen Ausrichtung“</em> besitzt, veröffentlichte am 26. Mai 2007 ein <a href=" http://www.jungewelt.de/2007/05-26/043.php" target="_blank">Interview mit Marcos Hernández</a>.</p>
<p>Dieser ist Präsident der venezolanischen Organisation »Periodistas Por La Verdad« (Journalisten für die Wahrheit), die 2003 als Reaktion auf die Politisierung der Medien in Venezuela gegründet wurde und heute über 5000 Mitglieder verfügt.</p>
<p><strong>Journalist für die Wahrheit im Interview</strong></p>
<p>Auf die Frage, ob die Pressefreiheit in Venezuela durch die Schließung von RCTV wirklich akut bedroht sei, antwortet der Journalist:</p>
<p><em>“Nein, das ist sie nicht. Wir unterstützen die Entscheidung der Telekommunikationsbehörde ­CONATEL, die Lizenz für den Kanal RCTV nicht zu verlängern.“</em></p>
<p>Hernandez weist darauf hin, dass es in Venezuela ein Pressemonopol gäbe, welches es dringend gelte abzuschaffen. Ihm zufolge gehörten 80 Prozent der Fensehstationen privaten Unternehmen. Von den Produktionsfirmen der beiden größten Sender RCTV und Venevisión würden 80 Prozent der Sendeinhalte des Landes produziert.</p>
<p><strong>Eine Neulizenzierung als Beitrag zur Demokratie</strong></p>
<p>Interessant ist die Auffasung Hernandez`, dass das Nicht-Verlängern der Sendelizenz für RCTV <em>„zur Demokratisierung beitragen“</em> solle. Gleichzeitig erwähnt er den neuen Sender TVES, der darauf folgend seinen Sendebetrieb aufnehmen soll.</p>
<p><em>„Dieser Sender wird nicht vom Staat abhängen, sondern einer Medienstiftung angehören. Meine Organisation tritt dafür ein, dass TVES stärker in den Regionen des Landes vertreten ist.“</em></p>
<p>Auf den Hinweis, dass das Vorgehen bezüglich RCTV zu einem weltweiten Aufschrei der Empörung geführt habe und als illegal empfunden würde, erwidert Hernandez, dass die nationale Telekommunikationsbehörde das Recht habe <em>„staatliche Sendelizenzen zu vergeben – oder zu entziehen, wenn ein Sender die Vertragsbestimmungen verletzt.“</em> Er betont, dass dies im Fall RCTV nicht einmal geschehen sei:</p>
<p><em>„Die Behörde hat gewartet, bis der Vertrag ausläuft. Es wurde auch mehrfach darauf hingewiesen, dass RCTV weiter auf einem privaten Kanal senden kann.“</em></p>
<p><strong>Ein Sender, der zum Regierungssturz aufruft</strong></p>
<p>Auch die Rolle der privaten Fernsehanstalten bei einem gescheiterten Putschversuch im April 2002 hebt Hernandez hevor. Er betont, dass gerade RCTV immer wieder zu <em>„Gewalt gegen die Regierung aufgerufen“</em> habe und in diesem Zusammenhang alles andere als ein Unschuldlamm sei.</p>
<p>Liest man sich dieses Interview mit Marcos Hernández durch, der als Präsident der venezolanischen Organisation »Periodistas Por La Verdad« (Journalisten für die Wahrheit) sicherlich über ein differenzierteres und auch besseres Bild der venezolanischen Medienpolitik verfügt, dann hört sich die Situationsbewertung doch wesentlich  anders an, als es in den hiesigen und zu Beginn angesprochenen Medien der Fall ist.</p>
<p><strong>Zwei Wissenschaftler und ihre Kritik an der Kritik</strong></p>
<p>Ein weiter sehr interessanter Artikel ist im Archiv von ZDnet.de nachzulesen. Unter der Überschrift <a href=" http://zmag.de/artikel/Venezuela-und-die-Medien-Fakten-und-Fiktion" target="_blank">„Venezuela und die Medien: Fakten und Fiktion“</a> findet man eine deutsche Übersetzung eines Textes von Mark Weisbrot und Robert W. McChesney.</p>
<p><a href=" http://en.wikipedia.org/wiki/Robert_W._McChesney" target="_blank">Robert W. McChesney</a> ist Research Professor of Communications an der University of Illinois. Er ist einer der größten Kritiker der amerikanischen Masssenmedien und beschäftigt sich mit der politischer Kommunikation und der Rolle der Massemedien in Demokratien.</p>
<p><a href=" http://en.wikipedia.org/wiki/Mark_Weisbrot" target="_blank">Mark Weisbrot</a> ist Kodirektor des Center for Economic and Policy Research in Washington, DC. Er ist Wirtschaftswissenschaftler, beschäftigt sich mit Wirtschaftspolitik und ist Präsident von „Just Foreign Policy“, einer unabhängigen Nichtregierungsorganisation.</p>
<p><strong>Konformes Bild als Mangel der eigenen Berichterstattung</strong></p>
<p>In dem bei ZDnet veröffentlichten Artikel betonen Weisbrot und McChesney, dass die Berichterstattung in den amerikanischen Medien über den „Fall RCTV“ mehr über die Mängel der eigenen Berichterstattung aussage, als über die Vorgänge in Venezuela.</p>
<p><em>“Unsere Nachrichtenmedien sind nur allzu gewillt, für Washington den Wasserträger zu spielen &#8211; anstatt Fakten zu bestätigen und die Wahrheit zu berichten.“</em></p>
<p>Im Anschluss weisen sie auf einige Fakten hin, die in der allgemeinen Berichterstattung oftmals nicht genannt würden. So etwa auf den Umstand, dass in allen demokratischen Nationen dieser Welt Sendelizenzen für Radio- und Fernsehstationen nur befristet ausgegeben werden. In den USA beträgt eine solche Frist 8 Jahre, in Venezuela 20 Jahre.</p>
<p><strong>Venezuelas Medienlandschaft</strong></p>
<p>Nach dem kurzen Hinweis, dass es sich bei Venezuela um eine konstitutionelle Republik handelt, deren Bevölkerung Hugo Chavez – unter internationaler Wahlbeobachtung – <em>„mit überwältigenden Mehrheiten gewählt“</em> habe, gehen Weisbrot und McChesney auf die Eigenheit der venezolanischen Medienlandschaft ein.</p>
<p>In Venezuela befände sich die große Mehrheit der Medien in privaten Händen, würde nicht zensiert und würde insgesamt mehrheitlich von der Opposition dominiert. Eine Nichterteilung der Sendelizenz bedeute nicht, dass ein Sender wie RCTV gar nicht ausstrahlen könne. Vielmehr könne ein Ausweichen auf private Kabel- und Satellitenkanäle ein weiteres Senden durchaus ermöglichen.</p>
<p><em>“Aggressive, unqualifizierte, politische Kritik ist in den Mainstream-Medien Venezuelas sehr lebendig &#8211; in einer Art und Weise, wie dies nur in wenigen demokratischen Staaten je der Fall war, die USA eingeschlossen.“</em></p>
<p><strong>Eine Verdrehung der Tatsachen durch die Medien</strong></p>
<p>Im nächsten Abschnitt dann berichten die beiden Autoren von einer <em>„typisches Beispiel für Faktenverzerrung in den Nachrichten“</em>. Grund sind Medienberichte, in denen Hugo Chavez RCTV beschuldige <em>„einen Coup&#8221;</em> gegen ihn <em>&#8220;unterstützt zu haben&#8221;</em>.</p>
<p><em>“Man berichtet über eine Tatsache in Form einer Anschuldigung. Diese Anschuldigung wird mit einer Quelle (Chavez) in Verbindung gebracht, die in der Presse nach Kräften diskreditiert wurde. Tatsache ist, RCTV &#8211; und weitere Nachrichtensender &#8211; haben im April 2002 eine derart führende Rolle beim Militärcoup gegen die demokratisch gewählte venezolanische Regierung gespielt, dass in diesem Zusammenhang oft vom &#8220;ersten Medien-Staatsstreich der Welt&#8221; die Rede ist.“</em></p>
<p><strong><em>Der 1. Medien-Straatsstreich der Welt</em></strong></p>
<p>Bei diesem Staatsstreich mobilisierte RCTV – laut Weisbrot und McChesney – die Menschen gegen die Regierung. Es <em>„wurden gefälschte Reportagen gesendet“</em>, in denen Bilder von schießenden Chavez-Anhängern mit davon unabhängigen Aufnahmen von getöteten und verletzten Demonstranten vermischt wurden. Die Autoren berichten, dass diese zusammenhangslosen Dokumentationen als gefälschte Berichte über das Fernsehen ausgestrahlt wurden und somit den Coup gegen die Regierung rechtfertigten.</p>
<p>Desweiteren <em>„verbannte RCTV sämtliche Pro-Regierungs-Berichterstattung aus seinem Programm“</em> und unterschlug auch später die Nachricht, dass Chavez wieder im Amt zurück gewesen sei. Auch in späteren Monaten sei immer wieder mit Appellen zum Sturz der Regierung aufgerufen worden.</p>
<p><strong>Wie wäre die Reaktion in westlichen Ländern ausgefallen?</strong></p>
<p>Stellte man sich ein solches Verhalten eines Fernsehsenders in einem westlichen Staat wie etwa der Bundesrepublik Deutschland vor, dann könnte man wohl auch hier Diskussionen über eine Lizenzberechtigung nicht vermeiden und erwarte. Denn sowohl in Deutschland wie auch in Venezuela sind die Medien und ihr Auftreten zum einen in der Verfassung geschützt zum anderen aber auch an gewisse Richtlinien und Bestimmungen geknüpft. Eine einseitige Berichterstattung, in der laufend wiederholt zum Sturz der gewählten Staatsregierung aufgerufen wird, würde wohl auch hier zu einer Nichterteilung oder gar zu einem Entzug der  Sendelizenz führen. Ähnlich sehen es auch Weisbrot und McChesney:</p>
<p><em>“Wäre RCTV ein US-Sender, man hätte der Station schon vor Jahren die Sendelizenz entzogen. Die Betreiber wären wahrscheinlich wegen krimineller Vergehen strafrechtlich verfolgt worden &#8211; unter anderem wegen Landesverrats.“</em></p>
<p><strong>Neuer Sender als Möglichkeit eines Neuanfangs</strong></p>
<p>Dass die Sendelizenz, die durch die Nichterteilung an RCTV frei geworden ist nicht verschwunden ist, darauf weisen auch die Autoren hin. Vielmehr wurde sie inzwischen an einen neuen landesweiten öffentlichen Kanal vergeben, von dem versprochen wird, dass er <em>„Beiträge Tausender unabhängiger Produzenten senden soll“</em>. Man sehe hierin einen Versuch <em>„Millionen Venezolaner in die Medien zu bringen &#8211; Menschen, die nie zuvor eine reelle Chance auf Medienpartizipation, ohne staatliche Zensur, hatten“</em>.</p>
<p>Darauf folgend weisen Weisbrot und McChesney auf den Einfluss der Politik auf die westliche Berichterstattung in den Medien hin. Die negative Einstellung der Bush-Regierung gegen die Politik von Hugo Chavez würde von den amerikanischen Medien nahezu kritiklos übernommen, ohne weitere Fakten und Hintergründe zu dem Thema zu beleuchten.</p>
<p><strong>Die Orientierung der Medien an politischen Vorgaben</strong></p>
<p>Abschließend haben die beiden Autoren dann auch gleich einen Appell, den sie sowohl an die Rezipienten, aber in erster Linie auch an die Presse- und Medienvertreter der USA, aber auch an jene in allen anderen Staaten dieser Welt, richten:</p>
<p><em>“Nehmt die Behauptungen eurer eigenen Regierung mit derselben Skepsis auf, die ihr bei ausländischen Führern, zurecht, an den Tag legt. Dann würde vor den Augen der Amerikaner allmählich ein akkurateres Weltbild entstehen, mit dem sie sich effizienter in unsere Außenpolitik einmischen könnten.“</em></p>
<p><strong>Die zwei Seiten der einen Medaille</strong></p>
<p>Nach den aufgeführten Beispielen der hiesigen Berichterstattung aus Medienpublikationen wie Spiegel und Welt ergibt sich durch die Ausführungen von Marcos Hernández sowie von Robert W. McChesney und Mark Weisbrot ein völlig widersprüchliches Bild der Situation. Wem man nun mehr glauben schenken darf, sei nun dahingestellt. Jedoch zeigt dieses Beispiel, wie fragwürdig ein zuerst einseitig erscheinendes Meinungsbild zu bewerten ist.</p>
<p>Sicherlich ist es für jeden Journalisten aus der westlichen Welt sehr schwierig ein Ereignis wie die Nicht-Lizenzerteilung von RCTV in Venezuela angemessen und völlig objektiv zu bewerten. Und gerade die Argumentationen von Hernández, McChesney und Weisbrot zeigen, dass es auch andere Sichtweisen über dasselbe Ereignis gibt, als sie in unserer Presse genannt werden.</p>
<p><strong>Die Eigenverantwortung der Rezipienten</strong></p>
<p>Im Grunde genommen muss jeder Rezipient sich ein eigenes Bild von Situationen und Ereignissen machen. Und dies kann er am objektivsten nur, in dem er sich die Meinungen und Ansichten aus verschiedensten Medienpublikationen anschaut, diese miteinander vergleicht und sie für sich selbst versucht zu bewerten. </p>
<p>Das Beispiel RCTV zeigt zugleich, dass es nicht immer hilft nur verschiedene Publikationen eines Landes anzuschauen, sondern dass es manchmal auch nützlich sein kann, Meinungsbilder und Argumentationen von Journalisten und Experten aus anderen Teilen der Welt heranzuziehen. Das mag zum einen in der heutigen Zeit von Internet und globalem Dorf etwas einfacher zu sein, erfordert jedoch gleichzeitig auch ein großes Maß an Arbeit, Zeit, Aufwand und Motivation.</p>
<p><strong>Sowohl Vielfalt als auch Einfalt als Problem</strong></p>
<p>Wer nun mit seiner Sichtweise des „Falles RCTV“ richtig liegt, ob die Kritiker oder die Befürworter, scheint schwer zu bestimmen. Wie gesagt, muss sich jeder Rezipient aufgrund der unterschiedlichen Bewertungen und Argumentationen sein eigenes Meinungsbild zusammenschustern. Klar scheint jedoch, dass es weder schwarz noch weiß zu geben scheint und dass erst die Betrachtung von widersprüchlichen Sichtweisen zusammen einem wirklich objektiven Gesamtbild nahe kommen zu scheinen. Um einseitigen Bewertungen bis hin zu einer <a href=" http://www.bluejax.net/2007/06/26/medienmacht-die-abhangigkeit-der-rezipienten-%e2%80%93-mediale-emanzipation-kritische-hinterfragung-als-ausweg/" target="_blank">Manipulation durch Medien</a> zu entgehen, hilft nur die Eigeninitiative. Eine harte Erkenntnis, aber wohl wahr!</p>
<p>bluejax<br />
Il, den 02. August 2007</p>
<p><u>Quellen und Links:</u><br />
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,485178,00.html<br />
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,485288,00.html<br />
http://www.welt.de/politik/ausland/article897496/Chavez _schraenkt_Meinungsfreiheit_ein.html<br />
http://www.welt.de/politik/article903461/Chavez_nimmt<br />
_sich_naechsten__Sender_vor.html<br />
http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2559861,00.html<br />
http://www.reporter-ohne-grenzen.de/presse/pressemitteilungen/<br />
news-nachrichten-single/article/9/rog-bericht-zu-venezuela-<br />
schliessung-von-rctv-festigt-die-medien-hegemonie.html<br />
http://redblog.twoday.net/stories/3882377/<br />
http://de.wikipedia.org/wiki/RCTV<br />
http://de.wikipedia.org/wiki/Junge_Welt<br />
http://www.jungewelt.de/2007/05-26/043.php<br />
http://zmag.de/artikel/Venezuela-und-die<br />
-Medien-Fakten-und-Fiktion<br />
http://en.wikipedia.org/wiki/Robert_W._McChesney<br />
http://en.wikipedia.org/wiki/Mark_Weisbrot<br />
http://www.bluejax.net/2007/06/26/medienmacht-die-<br />
abhangigkeit-der-rezipienten-%e2%80%93-mediale-<br />
emanzipation-kritische-hinterfragung-als-ausweg/</p>
<p><u>Bildquellen:</u><br />
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/4d/Hugo<br />
_Chavez_in_Brazil-1861.jpeg<br />
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/0d/<br />
Berlin-neukoelln_satellite-dishes_20050314_p1010596.jpg</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.bluejax.net/2007/08/02/medien-zwischen-macht-manipulation-hugo-chavez-vs-rctv-%e2%80%93-venezuela-die-westliche-presselandschaft/feed/</wfw:commentRss>
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		</item>
		<item>
		<title>Powered by Confusion: Tour de France statt Nachrichten – Das neue Sendekonzept von Sat.1</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Jul 2007 15:15:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bluejax</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[m.pressed (bluejax@mpress)]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	 
Applaus, Applaus. Wirklich beeindruckend, wie man innerhalb weniger Tage sämtliche Glaubwürdigkeit verspielen kann. Der Privatsender Sat.1 hat es geschafft, innerhalb von Stunden von der ersten in die fünfte Reihe abzurutschen. Von einer Augenhöhe mit RTL hinunter zum direkten Konkurrenten von RTL 2. Das nenne ich eine Meisterleistung par excellence!
Keine 2 Tage ist es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;"><a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.bluejax.net%2F2007%2F07%2F19%2Fpowered-by-confusion-tour-de-france-statt-nachrichten-%25e2%2580%2593-das-neue-sendekonzept-von-sat1%2F"><img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fwww.bluejax.net%2F2007%2F07%2F19%2Fpowered-by-confusion-tour-de-france-statt-nachrichten-%25e2%2580%2593-das-neue-sendekonzept-von-sat1%2F" height="61" width="51" /></a></div><p> 	 <a href="http://www.mpress.de" target="_blank"><img src="http://www.bluejax.net/wp-content/themes/northern-web-coders/images/Inhalt/Sonstiges/mpressed.jpg"  border="0"/></a></p>
<p>Applaus, Applaus. Wirklich beeindruckend, wie man innerhalb weniger Tage sämtliche Glaubwürdigkeit verspielen kann. Der Privatsender Sat.1 hat es geschafft, innerhalb von Stunden von der ersten in die fünfte Reihe abzurutschen. Von einer Augenhöhe mit RTL hinunter zum direkten Konkurrenten von RTL 2. Das nenne ich eine Meisterleistung par excellence!</p>
<p>Keine 2 Tage ist es her, da eröffnete Sat.1, dass man seine Nachrichtensendungen mit sofortiger Wirkung einstelle. Und heute dann folgt der direkte Einstieg in die Berichterstattung der Tour de France. Der Sender übernimmt für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF und lässt damit den öffentlichen Druck auf dopende Sportler zu einer Farce verkommen. Herzlich willkommen im Seichten!</p>
<p><a href=" http://www.bluejax.net/2007/07/19/powered-by-confusion-tour-de-france-statt-nachrichten-%e2%80%93-das-neue-sendekonzept-von-sat1/" ><img src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/7/7e/Sat.1-logo_%28neu_2006%29.png"  width="200" height="" border="0"/> <img src=" http://upload.wikimedia.org/wikipedia/fr/8/8f/Tour.gif" width="" height=""  border="0"/></a><br />
<font size=1>Bildquellen: Wikimedia.org</font></p>
<p><span id="more-216"></span></p>
<p><strong>Der Tod der Quote!</strong></p>
<p>Die Entscheidung bei Sat.1, die Nachrichtensendungen mit sofortiger Wirkung einzustellen, hat in den vergangenen Tagen zu vielen Diskussionen in der Medienbranche gesorgt. Es war viel von Heuschrecken die Rede, von Investoren, die nur ihre Gewinnmargen und Renditen im Blick haben und die sich dabei wenig um das eigentlich wesentliche interessieren: Das Programm!</p>
<p>Man könnte es durchaus als Imageverlust bezeichnen (lassen wir Niveau &#038; Qualität der Sendungen einmal ganz außen vor!), wie Sat.1 aus dieser Diskussion heraus kam. Kaum jemand, der die Entscheidung nachvollziehen konnte, Kopfschütteln allerorts. Denn die Quoten waren es nicht, die letztlich den Ausschlag gegeben haben. Ganz im Gegenteil, die haben sogar noch gepasst. Vielmehr ging es um das liebe schöne Geld. Mit einer selbstproduzierten Nachrichtensendung lässt sich nun mal weniger Geld machen, als mit einer billigen und wieder verwendbaren Gerichtsshow in Dauerschleife.</p>
<p><strong>Vielfalt der Nachrichten statt Einfalt des Wissens</strong> </p>
<p>Stefan <a href=" http://www.stefan-niggemeier.de/blog/die-quote-ist-tot-es-lebe-die-rendite/" target="_blank">Niggemeier</a> hat es meiner Meinung nach ziemlich treffend formuliert: „Die Quote ist tot, es lebe die Rendite!“ Eine sehr neue und gleichzeitig auch bedenkliche Entwicklung. Denn wenn es nicht mehr darum geht, etwas so zu produzieren, dass es dem Zuschauer gefällt, sondern so, dass es möglichst billig und günstig ist, dann ist das das Ende des Zuschauerfernsehens.</p>
<p>Dabei ist es beileibe nicht so, dass sich die Nachrichtensendungen auf Sat.1 in Sachen Qualität und Kompetenz mit den öffentlich-rechtlichen Konkurrenten messen konnten. Das müssen sie im Grunde auch gar nicht. Vielmehr haben sie eine andere Klientel angesprochen. Wem die Präsentation der Nachrichten bei ARD und ZDF nicht gefallen hat, der konnte vielleicht mehr mit dem etwas boulevardesken Magazinen der Privaten anfangen (Stichwort: Infortainment).</p>
<p><strong>Neue Eigner, neue Zeiten, neue Wege</strong></p>
<p>In einer Zeit, in der <a href=" http://www.bluejax.net/2007/06/18/trivialer-hedonismus-rtl-sucht-jetzt-%e2%80%9edas-supertalent%e2%80%9c-%e2%80%93-nachste-runde-im-casting-wahnsinn/" target="_blank">„Trivialer Hedonismus“</a> zum Gesicht der medialen Gesellschaft gehört, haben die bunten Nachrichtenmagazine bei Sat.1 lediglich versucht, die Welt in etwas einfacheren und bunteren Worten wiederzugeben, als es andere Sender vermocht hatten. Gleichzeitig haben sie damit eine Zielgruppe erreicht, die es als angenehm empfand auf diese Weise über die aktuellen Geschehnisse aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft informiert zu werden. Besser als nichts möchte man sagen!</p>
<p>Doch das ist nun vorbei. Bei ProsiebenSat.1 hat man sich dazu entschlossen neue Wege zu gehen. Weg mit der informellen Maskerade, hin zum Wesentlichen. Der Blick richtet sich nicht mehr nach Außen in die Welt, sondern hinein in die Kulissen von Gerichtssälen. Ein Abschied mit fadem Beigeschmack!</p>
<p><strong>Tortour in Rosa und Pink</strong></p>
<p>Und heute dann hat es Sat.1 geschafft, sich endgültig unglaubwürdig zu machen. Hatte gestern noch die positive Dopingprobe des deutschen Radfahrers Patrick Sinkewitz die öffentlich-rechtlichen Anstalten dazu bewogen, aus der Tour de France-Berichterstattung auszusteigen, sieht heute Sat.1 hier seine Zukunft. Man mag darüber streiten, inwieweit der Ausstieg von ARD und ZDF sinnvoll und gerechtfertig sein mag. Fakt ist, dass es eine konsequente Entscheidung war, die Berichterstattung auszusetzen. Bei aller Kritik, so führt dies zu einer öffentlichen Diskussion und einem damit einhergehenden Druck, der dem Sport bei seiner Selbstbereinigung sicherlich behilflich sein könnte.</p>
<p>Wenn absehbar ist, dass Fernsehübertragungen bei positiven Doping-Befunden abgebrochen werden, dass Sponsoren ihre Zuschüsse einstellen und dass Sieger und Platzierte in der Folge nicht mehr im Fokus der Öffentlichkeit stehen, dann wird auch bei jenen Sportlern ein Umdenken zu erwarten sein, die, sich erhoffen dank Doping eine verbesserte Ausgangslage verschaffen zu können.</p>
<p><strong>Prinzip der Resozialisierung</strong></p>
<p>Insofern hätte der vorübergehende Ausstieg von ARD und ZDF bei der Tour de France vielleicht wirklich eine Chance geboten. Doch Sat.1 macht diesen Effekt mit seinem heutigen Einstieg bei der Frankreich-Rundfahrt zunichte. Die Möglichkeit des medialen Drucks scheint im Anfangsstadium zu verpuffen.</p>
<p>Und ob sich Sat.1 mit seinem Engagement überhaupt einen Gefallen tut, bleibt fraglich. Die Gefahr des negativen Image-Transfers auf den Sender ist vorhanden. Aber wo liegen die Gründe und Intentionen? Sind die vielversprechenden Quoten der Tour der auschlaggebende Punkt? Oder hat man nachgerechnet, wieviel mehr Rendite eine Berichterstattung von Frankreich verspricht?!</p>
<p><strong><em>Sat.1 zeigt`s allen!</em></strong></p>
<p>Vielleicht ist es aber alles auch viel einfacher. Wenn man bedenkt, dass man die abgesetzten Nachrichtenmagazine durch Gerichtsshows ersetzen möchte, dann macht doch eine Berichterstattung der Tour de France nur Sinn. Man könnte sich das Honorar für C-Laiendarsteller einsparen und stattdessen auf die D-Laiendarsteller des dopingverseuchten und heuchlerischen Radsportteils zurückgreifen. Wieso ein paar Euro für angebliche Angeklagte ausgeben, wenn man stattdessen auch Echte umsonst haben könnte?! Die Schauspielerische Leistung bleibt dieselbe.</p>
<p>Insofern würde ein Einstieg von ProSieben.Sat1 (die gesamte Sendergruppe soll in die Berichterstattung mit einbezogen werden) also durchaus Sinn machen. Der Ausbau zum Gerichtsshow Sender, live, bunt und hundert Prozent echt. „Doping-Richterin Barbara Salesch“, „Das Radsportgericht“ oder „Eufemiano Fuentes – der Mann, dem die Sportler vertrauen“… „<em>Sat.1 powered by DocMorris</em>“. Das ist doch mal was. Wer sich sowas ausgedacht hat, zeigt vielleicht doch mehr Weitblick und Sachverstand. Ein genialer Schachzug. Ein Coup. Ich bin beeindruckt!</p>
<p>bluejax<br />
Il, den 19. Juli 2007</p>
<p><u>Quellen und Links:</u><br />
http://www.stefan-niggemeier.de/blog/die-quote-ist-tot<br />
-es-lebe-die-rendite/<br />
http://www.bluejax.net/2007/06/18/trivialer-hedonismus<br />
-rtl-sucht-jetzt-%e2%80%9edas-supertalent%e2%80%9c<br />
-%e2%80%93-nachste-runde-im-casting-wahnsinn/</p>
<p><u>Bildquellen:</u><br />
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/7/7e/Sat.1-logo<br />
_%28neu_2006%29.png<br />
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/fr/8/8f/Tour.gif</p>
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		</item>
		<item>
		<title>fErnsehen: Von Ehrensenf zu Polylux? – Bauerfeind als Vertretung für Tita von Hardenberg im Gespräch</title>
		<link>http://www.bluejax.net/2007/06/30/fernsehen-von-ehrensenf-zu-polylux-%e2%80%93-bauerfeind-als-vertretung-fur-tita-von-hardenberg-im-gesprach/</link>
		<comments>http://www.bluejax.net/2007/06/30/fernsehen-von-ehrensenf-zu-polylux-%e2%80%93-bauerfeind-als-vertretung-fur-tita-von-hardenberg-im-gesprach/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 30 Jun 2007 12:10:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bluejax</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[m.pressed (bluejax@mpress)]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.bluejax.net/2007/06/30/fernsehen-von-ehrensenf-zu-polylux-%e2%80%93-bauerfeind-als-vertretung-fur-tita-von-hardenberg-im-gesprach/</guid>
		<description><![CDATA[ 	 
Wow, damit hätte ich jetzt wirklich nicht gerechnet. Wie DWDL heute berichtet, soll Katrin Bauerfeind in Zukunft das Magazin „Polylux“ im Ersten moderieren. Diese Neuigkeit verriet die Produzentin und bisherige Moderatorin von „Polylux“, Tita von Hardenberg (TvH), die sich momentan im Schwangerschaftsurlaub befindet.

Bildquellen: Wikimedia.org, rbb-online.de

Die 24-jährige Katrin Bauerfeind wird damit wohl die Möglichkeit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;"><a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.bluejax.net%2F2007%2F06%2F30%2Ffernsehen-von-ehrensenf-zu-polylux-%25e2%2580%2593-bauerfeind-als-vertretung-fur-tita-von-hardenberg-im-gesprach%2F"><img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fwww.bluejax.net%2F2007%2F06%2F30%2Ffernsehen-von-ehrensenf-zu-polylux-%25e2%2580%2593-bauerfeind-als-vertretung-fur-tita-von-hardenberg-im-gesprach%2F" height="61" width="51" /></a></div><p> 	 <a href="http://www.mpress.de" target="_blank"><img src="http://www.bluejax.net/wp-content/themes/northern-web-coders/images/Inhalt/Sonstiges/mpressed.jpg"  border="0"/></a></p>
<p>Wow, damit hätte ich jetzt wirklich nicht gerechnet. <a href=" http://www.dwdl.de/article/news_11492,00.html" target="_blank">Wie DWDL heute berichtet</a>, soll <a href=" http://de.wikipedia.org/wiki/Katrin_Bauerfeind" target="_blank">Katrin Bauerfeind</a> in Zukunft das Magazin „<a href=" http://www.rbb-online.de/_/polylux/index_jsp.html" target="_blank">Polylux</a>“ im Ersten moderieren. Diese Neuigkeit verriet die Produzentin und bisherige Moderatorin von „Polylux“, <a href=" http://de.wikipedia.org/wiki/Tita_von_Hardenberg" target="_blank">Tita von Hardenberg</a> (TvH), die sich momentan im Schwangerschaftsurlaub befindet.</p>
<p><a href="http://www.bluejax.net/2007/06/30/fernsehen-von-ehrensenf-zu-polylux-%e2%80%93-bauerfeind-als-vertretung-fur-tita-von-hardenberg-im-gesprach/" target="_blank"><img src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7d/Katrin_Bauerfeind_Ehrensenf_2006.png" width="" height="" border="0"/></a><a href="http://www.bluejax.net/2007/06/30/fernsehen-von-ehrensenf-zu-polylux-%e2%80%93-bauerfeind-als-vertretung-fur-tita-von-hardenberg-im-gesprach/" target="_blank"><img src="http://www.rbb-online.de/_/polylux/grafik/logo/polylux_aktuell.gif" width="" height="" border="0"/></a><br />
<font size=1>Bildquellen: Wikimedia.org, rbb-online.de</font></p>
<p><span id="more-211"></span></p>
<p>Die 24-jährige Katrin Bauerfeind wird damit wohl die Möglichkeit erhalten, den endgültigen Schritt vom Internet-Satire-Magazin „Ehrensenf“ hin ins „richtige“ Fernsehen zu machen. Wie TvH allerdings berichtet, ist die junge Nachwuchsmoderatorin lediglich als Urlaubsvertretung für die Zeit der Schwangerschaft vorgesehen. Auch scheint noch nichts fix zu sein, es handelt sich erst um erste Überlegungen. Allerdings betont TvH, dass Bauerfeind ihre absolute Favoritin sei und dass sie die junge Nachwuchsmoderatorin bereits dem Sender empfohlen hätte. Eine endgültige Entscheidung soll in den kommenden Tagen fallen.</p>
<p>Für mich eine sehr interessante Personalie, die wirklich passen könnte. Erst vor wenigen Tagen hat Bauerfeind eine Ausgabe des Magazins „Stilbruch“ moderiert, das gerade eine Art Moderatoren-Casting veranstaltet. „Stilbruch“ läuft im Programm des RBB. Und der RBB ist auch jener Sender, der „Polylux“ für die ARD produziert…</p>
<p>bluejax<br />
Il, den 30. Juni 2007</p>
<p><u>Quellen und Links:</u><br />
http://www.dwdl.de/article/news_11492,00.html<br />
http://de.wikipedia.org/wiki/Katrin_Bauerfeind<br />
http://www.rbb-online.de/_/polylux/index_jsp.html<br />
http://de.wikipedia.org/wiki/Tita_von_Hardenberg</p>
<p><u>Bildquellen:</u><br />
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/7d/ Katrin_Bauerfeind_Ehrensenf_2006.png<br />
http://www.rbb-online.de/_/polylux/grafik/logo/polylux_aktuell.gif</p>
<p><strong>Nachtrag, 01. Juli, ca. 02.15 Uhr</strong></p>
<p>Der vorliegende Bluejax-Artikel wurde auch bei „<a href=" xxx" target="_blank">M.Press – Magazin der Medien</a>“ veröffentlicht. Durch die dortige Diskussion bin ich darauf aufmerksam gemacht worden, dass das Zeitgeist-Magazin „Polylux“ keinesfalls die Zielgruppe zu erreichen scheint, die man eigentlich erwarten würde.</p>
<p>Bisher hätte ich immer gedacht, dass „Polylux“ die jüngeren Fernsehzuschauer anspricht. Ich würde sie „Generation Neon“ nennen, Menschen von Anfang 20 bis Ende 30, Studierende bzw. Hochschulabsolventen. Doch ich musste mich eines Besseren belehren lassen. Denn <a href=" http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/0,3147,OID3097394,00.html" target="_blank">scheinbar</a> beträgt das Durchschnittsalter</a> der Polylux-Zuschauer schlappe 53 Jahre. Ein Wert, der in etwa doppelt so hoch liegt, wie meine Schätzung. Damit liegen auch <a href=" http://de.wikipedia.org/wiki/Polylux_%28Fernsehen%29" target="_blank">Wikipedia</a> (<em>junges und lebensoffenes Publikum</em>) und <a href=" http://www.quotenmeter.de/index.php?newsid=7852" target="_blank">andere</a> Internetquellen falsch, die Polylux ebenfalls als Magazin für ein junges Zielpublikum sehen!</p>
<p><strong>Altengleis &#038; Verjüngungskur???</strong></p>
<p>Vor diesem Hintergrund stellt sich natürlich die Frage, ob hinter dem vorläufigen Wechsel von Tita von Hardenberg hin zu Katrin Bauerfeind nicht doch mehr stecken könnte. Zwar ist Bauerfeind ja offensichtlich lediglich als Schwangerschaftsvertretung vorgesehen, aber man könnte zumindest spekulieren, ob man bei Kobalt (Produktionsfirma) diese Gelegenheit nicht gerne nutzen möchte, um den Ehrensenf-Star als Verjüngungskur zu versuchen. </p>
<p>Eine Überlegung, die durchaus gewagt ist. Denn immerhin ist Tita von Hardenberg Gründerin von Kobalt-Productions und agiert damit auch als Produzentin von Polylux. Doch wer weiß, was man sich dort alles für Gedanken macht. Immerhin scheint man den Zeitgeist der offensichtlichen Zielgruppe nicht wirklich zu erreichen. Und wenn man so meilenweit am (angenommenen) Zielpublikum vorbei zu produzieren scheint, dann wird man sich sicherlich auch bei Kobalt und Polylux so seine Gedanken machen.</p>
<p><strong>Zielgruppe ist nicht gleich Ziel-Gruppe</strong></p>
<p>Ich persönlich wage es aber zu bezweifeln, dass Tita von Hardenberg alleine dafür verantwortlich zu machen ist. Mich als Zielgruppenobjekt spricht sie jedenfalls an. Wobei es zugegeben reizbar wäre, andere Moderatorinnen wie Charlotte Roche oder eben Kathrin Bauerfeind dort einmal zu sehen.</p>
<p>Allerdings würde ich vielmehr Sendezeit und Sendungs-Umgebung als Haupt-Ursachen der Zielgruppen-Misere anführen. Aber wer weiß, objektive Marktforschung soll meinem subjektiven Gefühlsempfinden ja ziemlich überlegen sein. Hab ich gehört…</p>
<p><u>Quellen und Links:</u><br />
http://www3.ndr.de/ndrtv_pages_std/0,3147,OID3097394,00.html<br />
http://de.wikipedia.org/wiki/Polylux_%28Fernsehen%29<br />
http://www.quotenmeter.de/index.php?newsid=7852</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.bluejax.net/2007/06/30/fernsehen-von-ehrensenf-zu-polylux-%e2%80%93-bauerfeind-als-vertretung-fur-tita-von-hardenberg-im-gesprach/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Uni-Leben: Spießbürgertum der nächsten Generation – Fische im Strom statt Vögel im Wind!</title>
		<link>http://www.bluejax.net/2007/06/27/uni-leben-spiesburgertum-der-nachsten-generation-%e2%80%93-fische-im-strom-statt-vogel-im-wind/</link>
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		<pubDate>Wed, 27 Jun 2007 19:43:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bluejax</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Privat]]></category>
		<category><![CDATA[m.pressed (bluejax@mpress)]]></category>

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		<description><![CDATA[ 	 
Aktuell findet in Ilmenau die Bergfestwoche des Diplom-Matrikels 2004 sowie des Bachelor-Matrikels 2005 statt. Jeden Tag warten allerlei Veranstaltungen auf die Studierenden der Technischen Universität, vom traditionsreichen Bierathlon auf den Kickelhahn, dem Bergfestfilm über eine Bergfestvorlesung bis hin zur Bergfestparty.
Gestern Abend war die Premiere des diesjährigen Bergfestfilmes. „Incomparable“ ist  – bedenkt man, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;"><a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.bluejax.net%2F2007%2F06%2F27%2Funi-leben-spiesburgertum-der-nachsten-generation-%25e2%2580%2593-fische-im-strom-statt-vogel-im-wind%2F"><img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fwww.bluejax.net%2F2007%2F06%2F27%2Funi-leben-spiesburgertum-der-nachsten-generation-%25e2%2580%2593-fische-im-strom-statt-vogel-im-wind%2F" height="61" width="51" /></a></div><p> 	 <a href="http://www.mpress.de" target="_blank"><img src="http://www.bluejax.net/wp-content/themes/northern-web-coders/images/Inhalt/Sonstiges/mpressed.jpg"  border="0"/></a></p>
<p>Aktuell findet in Ilmenau die <a href=" http://www.bergfest2007.de" target="_blank">Bergfestwoche</a> des Diplom-Matrikels 2004 sowie des Bachelor-Matrikels 2005 statt. Jeden Tag warten allerlei Veranstaltungen auf die Studierenden der Technischen Universität, vom traditionsreichen Bierathlon auf den Kickelhahn, dem Bergfestfilm über eine Bergfestvorlesung bis hin zur Bergfestparty.</p>
<p>Gestern Abend war die Premiere des diesjährigen Bergfestfilmes. „<a href=" http://www.incomparable-derfilm.de/" target="_blank">Incomparable</a>“ ist  – bedenkt man, dass der Film komplett von den Studierenden in Eigenregie auf die Beine gestellt wurden – eine wirklich gelungene und unterhaltsame Krimikomödie. Im Anschluss an die Filmpremiere fand dann im Foyer des Hemholtzbaus eine Movielounge mit großem Buffet statt. </p>
<p><strong> Einheitlicher Zwang statt individueller Authentizität </strong></p>
<p>Und hier haben die Organisatoren für einige Missstimmung unter den Studenten gesorgt. So wurde von den am Eingang stehenden Securities gnadenlos aussortiert, was nicht in Hemd und feinem Zwirn erschienen war. Studenten wurden nach Hause geschickt und einige so um eine Attraktion ihres eigenen Bergfestes beraubt. Vorgänge, die in meinem Freundeskreis zu einer angeregten Diskussionen geführt haben!</p>
<p><a href="http://www.bluejax.net/2007/06/27/uni-leben-spiesburgertum-der-nachsten-generation-%e2%80%93-fische-im-strom-statt-vogel-im-wind/" target="_blank"><img src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/59/Grey_and_navy_suit_on_mannequin.jpg/800px-Grey_and_navy_suit_on_mannequin.jpg" width="400" height="" border="0"/></a><br />
<font size=1>Bildquelle: Wikimedia.org</font></p>
<p><span id="more-210"></span></p>
<p>Was ich gar nicht ausstehen kann, ist, wenn mir jemand vorschreiben möchte, wie ich mich zu kleiden, wie zu geben und wie aufzutreten habe. Meiner Meinung nach raubt man mir somit immer einen Teil meiner Authentizität und zwängt mich in ein enges Korsett, in welchem ich mich unwohl, gar eingesperrt fühle und bei dem ich das Gefühl habe ein stückweit meiner Persönlichkeit beraubt zu werden.</p>
<p><strong>Schwarz-weiße Fesseln der Gesellschaft</strong></p>
<p>Bisher habe ich mich von solchen – in meinen Augen sinnlosen – Etikett-Vorgaben nicht beeindrucken lassen. Bei meinen Praktika- und Job-Vorstellungsgesprächen bin ich immer in der Kleidung aufgetreten, wie ich sie auch sonst tagtäglich trage. Ein Unternehmen, welches von mir als Angestelltem erwartet, dass ich mich zu jemand mache, der ich nicht bin, kam bisher nicht für mich in Frage. Wieso soll ich mich zu etwas drängen lassen, bei dem ich mich nicht wohl fühle?!</p>
<p>Bereits bei unserem Abi-Ball hatten es die Verantwortlichen versucht. Damals wurde für alle männlichen Besucher die Vorgabe gegeben, in schwarzer Hose und in weißem Hemd zu erscheinen. Wer mich kennt, wusste, dass ich mich nicht daran halten würde. Ich kam in weißer Jeans und schwarzem Oberteil. Was sollte man denn auch dagegen machen? Mich von meinem eigenen Abi-Ball samt Zeugnisübergabe ausschließen? Dass ich nicht lache!</p>
<p><strong>Aussehen als Hindernis</strong></p>
<p>Deswegen rege ich mich auch bis heute über die Organisatoren der gestrigen Movielounge auf. Nein, es ist nichts persönliches, im Gegenteil, ich verstehe mich mit den Verantwortlichen sogar richtig gut. Aber Dresscode-Vorschriften laufen mir einfach total zuwider. </p>
<p>Dabei war es nicht mal so, dass ich nicht rein gekommen bin. Ich hatte mich gestern sogar für das „richtige“ Outfit entschieden und wäre auch ohne Probleme zu Lounge und Buffet gelangt. Allerdings mag ich es nicht, wenn ich es durch die Kontrolle schaffe, nur weil ich zufälligerweise die „richtige“ Kleidung angezogen habe. Ich ziehe an, worin ich mich in dem Moment wohl fühle, und nicht, weil es mir jemand vorschreibt!</p>
<p><strong>Gift und Schweigen für die Kreativität</strong></p>
<p>Einige Kommilitonen von mir – allesamt gute Freunde – hatten weniger Glück. Ihnen wurde von den Kontrolleuren am Eingang der Eintritt verwehrt, sie wurden nach Hause geschickt. Für mich eine bodenlose Unverschämtheit, handelte es sich immerhin bei allen um Studenten, die diese Woche ihr Bergfest feiern. Konsequenterweise habe ich dann ebenfalls auf den Eintritt verzichtet. Was habe ich auf einer Party zu suchen, deren Organisatoren meinen Freunden den Eintritt verhindern? Genau: Nichts!</p>
<p>Ironischerweise handelte es sich bei einigen dieser Studenten, die es nicht in die Movielounge geschafft hatten, um Menschen, die in ihrem studentischen sowie im privaten Bereich viel Erfahrung im Kino- und Filmbereich vorweisen können, teilweise auch regelmäßig auf der Berlinale arbeiten. Doch lieber zog man diesen die kragenhochstellenden BWL-Studenten vor. Kino und Film haben ja schließlich auch was mit Finanzen und Wirtschaft zu tun…</p>
<p><strong>Typisch… Deutsch?!</strong></p>
<p>Erinnern muss ich mich die ganze Zeit an einen Spiegel-Artikel über Haim Saban. Der ehemalige Anteilseigner von ProSieben und Sat.1 hatte sich einst sehr über die Verantwortlichen seiner Sender echauffiert. Grund war damals, dass diese zu den Meetings allesamt in einheitlichem Kostüm von Schlips und Krawatte erschienen sind. Wie können dies kreative Menschen sein, so seine Kritik.</p>
<p>Als Organisator einer solchen Veranstaltung sollte man auch immer im Auge behalten, was eine solche Kleiderordnung für Auswirkungen hat. Abgesehen davon, dass viele Leute, die mit ihrem unkonventionellen Auftreten sicherlich zu einer Auflockerung der Veranstaltung beitragen würden, so müssen diejenigen, die es durch die Kontrollen geschafft haben, den ganzen Abend lang steif in ihrem Anzug verharren. Bewegungslosigkeit und eine durch die Krawatte eingeschnürte Kehle inklusive!</p>
<p><strong>Stimmung in uniformierter Einheitlichkeit?</strong></p>
<p>So habe ich nur wenige Stunden später auch erfreut zur Kenntnis genommen, dass andere Freunde von mir die Movielounge frühzeitig verlassen und sich unserem Alternativprogramm angeschlossen haben, mit dem Hinweis, dass die Veranstaltung zu steif und stimmungslos gewesen sei. Dieser Meinung haben sich heute die meisten angeschlossen, mit denen ich mich unterhalten hatte (was nicht heißen muss, dass es die Mehrheit der gestern Anwesenden auch so gesehen haben muss!). </p>
<p>Ich frage mich immer, wieso so viele junge Menschen die Regeln und Wertvorschriften der Vorgängergenerationen als unumstößlich übernehmen, ohne sie etwas zu lockern, geschweige denn in Frage zu stellen. Aber besonders meine Generation scheint sich lieber mit Gegebenheiten abzufinden, als sich kritisch damit auseinanderzusetzen. Es ist eben bequemer so! Nicht anders sind auch die fehlenden Diskussions- und Demonstrationsverhalten zu erklären. Nicht einmal beim Thema Studiengebühren findet sich eine Mehrheit zusammen, die geschlossen auf die Straße zieht. </p>
<p>Wenn ich höre, dass beim Thüringer Boykott der Verwaltungsgebühr, Hochschulen wie Schmalkalden oder Nordhausen abspringen mussten, weil dort gerade mal vier bzw. drei Prozent der Studierenden teilgenommen haben, dann muss man die Diskursfähigkeit der heutigen Studentengeneration wohl wahrlich in Frage stellen. Es scheint nur noch darum zu gehen nicht aufzufallen und immer ja zu allem zu sagen. Und wenn die anderen in Schlips und Anzug kommen, dann müssen wir es ja wohl auch!</p>
<p><strong>Freie Entfaltung der Persönlichkeit</strong></p>
<p>Auf der zugehörigen Internetseite zum Ilmenauer Bergfest 2007 heißt es zur Movielounge:</p>
<p><em>(…)Ballkleid und Anzug müssen deswegen trotzdem nicht in den Tiefen des Kleiderschranks versinken!!! Stilgerecht gekleidet könnt ihr auch zur erstmalig stattfindenden Movie-Lounge erscheinen.(…)</em> (Quelle: <a href=" http://www.bergfest2007.de/bf/index.php?menuid=58" target="_blank">Bergfest2007.de</a>)</p>
<p>Man könnte sich jetzt Ewigkeiten darüber streiten, ob diese Formulierung beinhaltet, dass man in Anzug und Ballkleid zu erscheinen hat oder ob es einfach eine gute Gelegenheit dazu wäre. Auch wie man das Wort <em>Stilgerecht</em> zu interpretieren hat, ist sicherlich eine Sache der Auslegung. Ich sehe ohnehin in einem „kann“ („könnt“) keine ununmstößliche Vorschrift sondern eben eine Möglichkeit. Auf Nachfrage stimmten die Veranstalter sogar zu. Allerdings bedeutet deren Auffassung zufolge ein „erwünschenswert“ eine zwingende Vorgabe, die es einzuhalten gilt.</p>
<p><strong>Ich bin so, wie ich bin!</strong></p>
<p>Na ja, wie dem auch sei. Nennt mich anstrengend, kleinlich oder aufmüpfig. Ich lasse mich auch in Zukunft nicht zu einer Maskerade zwingen, in der ich mich nicht wohl fühle, nur damit es ein paar Leuten gefällt. Solche Veranstalten werden wohl auch weiterhin auf mich verzichten müssen. Das hat nicht nur etwas mit Idealen oder Prinzipien zu tun. Natürlich auch. Aber vielmehr noch hat es mit Authentizität zu tun und mit der Ehrlichkeit mir und allen anderen gegenüber. Nehmt mich doch so, wie ich bin. Auch in Jeans!</p>
<blockquote><p>
Als Spießbürger oder Spießer bezeichnet man abwertend eine Person, die sich durch geistige Unbeweglichkeit, ausgeprägte Konformität mit gesellschaftlichen Normen, Abneigung gegen Veränderungen der gewohnten Lebensumgebung und Zurückweisung von allem Fremden auszeichnet.<br />
(Quelle: <a href=" xxx" target="_blank">Wikipedia</a>)
</p></blockquote>
<p><font size=1>An dieser Stelle möchte ich nochmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass meine Kritik an der Kleidervorschrift für die Movielounge keinesfalls die organisatorische Leistung der Verantwortlichen im Ganzen schmälern soll. Ganz im Gegenteil, ich möchte mich bei allen Organisatoren und Helfern der verschiedenen Bergfestveranstaltungen für deren ehrenamtliches Engagement herzlich bedanken!!!</font></p>
<p>bluejax<br />
Il, den 27. Juni 2007</p>
<p><u>Quellen und Links:</u><br />
http://www.bergfest2007.de<br />
http://www.incomparable-derfilm.de/<br />
http://www.bergfest2007.de/bf/index.php?menuid=58</p>
<p><u>Bildquellen:</u><br />
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/59/ Grey_and_navy_suit_on_mannequin.jpg/800px-<br />
Grey_and_navy_suit_on_mannequin.jpg</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.bluejax.net/2007/06/27/uni-leben-spiesburgertum-der-nachsten-generation-%e2%80%93-fische-im-strom-statt-vogel-im-wind/feed/</wfw:commentRss>
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