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	<title>Bluejax.net &#187; Hausarbeiten</title>
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		<title>Part 3 // Serie zu Öffentlicher Meinung und Springer – Die Rolle der Massenmedien</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Mar 2006 18:24:39 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[ 	 In der modernen Gesellschaft sind es die Massenmedien, denen bei der Bildung von öffentlicher Meinung eine besondere Bedeutung zukommt. (vgl. Luhmann 2000: 303 ff.) Dabei ist es egal, ob die Massenmedien intentional auftreten und zum Beispiel politische Meinungen verbreiten, oder ob die öffentliche Meinung als „Abfallprodukt“ (vgl. Luhmann 2000: 303) ihrer auf Information [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;"><a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.bluejax.net%2F2006%2F03%2F13%2Fpart-3-serie-zu-offentlicher-meinung-und-springer-%25e2%2580%2593-die-rolle-der-massenmedien%2F"><img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fwww.bluejax.net%2F2006%2F03%2F13%2Fpart-3-serie-zu-offentlicher-meinung-und-springer-%25e2%2580%2593-die-rolle-der-massenmedien%2F" height="61" width="51" /></a></div><p> 	 In der modernen Gesellschaft sind es die Massenmedien, denen bei der Bildung von öffentlicher Meinung eine besondere Bedeutung zukommt. (vgl. Luhmann 2000: 303 ff.) Dabei ist es egal, ob die Massenmedien intentional auftreten und zum Beispiel politische Meinungen verbreiten, oder ob die öffentliche Meinung als <em>„Abfallprodukt“</em> (vgl. Luhmann 2000: 303) ihrer auf Information und Unterhaltung gerichteten Aktivitäten entsteht. Durch die reine Übermittlung und Artikulation von Meinungen und Problemen sollen die Medien dabei helfen, dass sich der einzelne Bürger eine eigene Meinung bilden kann. (vgl. Eisenstein 1994)<br />
Früher waren es andere Instanzen, welche diese Funktion wahrnahmen und der Gesellschaft (oder Öffentlichkeit) als Leitwolf dienten. Kirchen, Religionen oder Oberschicht repräsentierten <em>„die Welt in der Gesellschaft für die Gesellschaft“</em> (Luhmann 2000: 304), mussten diese aber im Zuge der Aufklärung und der Emanzipation aufgeben. Mittlerweile führen die Massenmedien diese Aufgabe aus und nehmen somit eine tragende Rolle ein. (vgl. Luhmann 2000: 304 ff.) <span id="more-48"></span> </p>
<p>Noelle-Neumann weist darauf hin, dass der Einfluss, den die Massenmedien auf die Meinungen des Individuums ausüben nicht immer eine Manipulation bedeuten muss. Es ist lange nicht so einfach die Meinung eines Menschen über ein Massenmedium zu beeinflussen wie vermutet. <em>„Die Menschen besitzen gegenüber Massenmedien und Versuchen ihre Meinung zu beeinflussen, vielleicht zu manipulieren, stark ausgebaute Abwehrmechanismen.“</em> (Noelle Neumann, 1979: 64). Zwar können die Massenmedien Meinungen beeinflussen, allerdings fast ausschließlich nur bei Themen, denen das Individuum geringes Interesse zuordnet. <em>„Je höher ein Thema (…) im persönlichen Wertesystem rangiert“</em> desto stärker tritt ein Abwehrmechanismus in Kraft, der die Meinung des Individuums schützen soll. (vgl. Noelle Neumann 1979: 64 ff.). So werden bestehende Überzeugungen durch Berichterstattungen der Massenmedien verstärkt und nur schwerlich verändert. Noelle-Neumann spricht hier auch von einer selektiven Wahrnehmung. Bei neuen Sachverhalten, über die sich das Individuum noch keine eigene Meinung gebildet hat ist es für Massenmedien dagegen leicht prägenden Eindruck zu hinterlassen. </p>
<p>Somit sind Massenmedien eine gute Ergänzung zum Meinungsbildungsprozess jedes Einzelnen. Sie sehen in der Meinungsbildung eine ihrer öffentlichen Aufgaben. Man hat die Möglichkeit eigene Überzeugungen zu überprüfen und sich zu neuen Themenfeldern eine eigene Meinung zu bilden. Jedoch setzt diese Meinungsbildung im Sinne der Selektivität eine mögliche Auswahl von verschiedenen Medienprodukten voraus. Der Abwehrmechanismus gegenüber Manipulationen ist angewiesen auf die Vielfalt der Medienlandschaft und beruht somit auf einer gesicherten Pressefreiheit. (vgl. Noelle-Neumann 1979: 65) <em>„Bei gleichgeschalteter Publizistik sind die Abwehrmechanismen außer Kraft gesetzt und das Individuum kann sich der Beeinflussung durch Massenmedien nicht entziehen.“</em> (vgl. Noelle-Neumann 1979: 65) Ergebnis ist eine daraus resultierende Manipulation. Selbst wenn das Publikum sich dieser einseitigen und gleichgeschalteten Berichterstattung bewusst wäre, so würde dies nicht vor einer Infiltrierung derselben schützen. </p>
<p>Wenn die erscheinenden Zeitungen oder Fernsehbeiträge einen großen Teil der Bevölkerung erreichen, so  <em>„besteht durchaus die Möglichkeit, dass meinungsbildende Wirkungen (…) fast die ganze Bevölkerung erreichen.“</em> (Noelle-Neumann 1979: 71 ff.) Es würde der so genannte <em>„Two-Steps-Flow of Communication“</em> in Gang gesetzt, der besagt, dass so genannte Erst-Empfänger ihre aufgenommenen Informationen und Einstellungen an andere Personen durch Gespräche weitergeben. Noelle-Neumann nennt hier das Beispiel der Springer-Gruppe und sein Medienimperium mit dessen Zeitungen und Zeitschriften<br />
Allerdings kommt es häufig vor, dass die Medien <em>„über die Orientierungsfunktion hinaus die Meinung in eine intendierte Richtung lenken bzw. bestimmte Meinungen vorgeben. (…) Die politischen Funktion der Meinungsbildung wird in diesen Fällen missbraucht und nimmt einen dysfunktionalen Charakter an.“</em> (Eisenstein 1994) </p>
<p>Doch die öffentliche Meinung ist in allen ihren Komponenten ebenso wenig homogen wie die von den Massenmedien veröffentlichte Meinung. <em>„Beide setzen sich vielmehr aus einer Vielzahl von individuellen Einstellungen, Überzeugungen, Attitüden und Meinungen zusammen, die zwar in der Tendenz weitgehend übereinstimmen können, sich in verschiedenen Aspekten jedoch durchaus unterschiedlich manifestieren.“</em> (Silbermann, Ernest 1970: 372) Individuelle und soziale Einflussfaktoren wirken beim Prozess der Meinungsbildung ebenso mit. <em>„Aufgrund von gesellschaftlichen Differenzierungen sowie fortschreitender Technologisierung gestaltet sich die interpersonalen Netzwerke und das massenmediale Kommunikationssystem komplexer als sie durch das Zweistufenfluss-Konzept wiedergegeben werden.“</em> (Eisenstein 1994: 16 ff.) Deswegen erweitert Cornelia Eisenstein auch das Konzept des <em>„Two-Step-Flow of Communication“</em>, zum <em>„Multi-Step Flow of Communication“</em>. Hier werden nun hierarchisch strukturierte Meinungsführer integriert, sowie der direkte Einfluss von Massenmedien auf das Individuum berücksichtigt. </p>
<p>Massenmedien üben eine wichtige Funktion auf den Meinungsbildungsprozess aus. Somit kommt auch den großen Medienmachern, wie etwa dem Springer-Verlag, eine geballte Macht zuteil. Sie können durch ihren Einfluss, den sie auf eine Großzahl von Medienerzeugnissen haben die Möglichkeit nutzen die öffentliche Meinung zu prägen und zu lenken. Allerdings sieht Luhmann eine Presse, die als politische Presse aktiv ist, also Meldungen gezielt auswählt, um damit einen politischen Effekt zu erzielen, als politisches Organ. <em>„In solchen Fällen agiert die Presse selbst politisch, also im politischen System.“</em> (Luhmann 2000: 301)</p>
<p>bluejax<br />
Erfurt, den 23. September 2005</p>
<p><u>Literaturverzeichnis:</u></p>
<p>Eisenstein,  Cornelia (1994): Meinungsbildung in der Mediengesellschaft &#8211; Eine Analyse zum Multi-Step-Flow of Communication. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag</p>
<p>Luhmann, Niklas (2000): Die Politik der Gesellschaft. Frankfurt am Main: Suhrkamp</p>
<p>Noelle-Neumann, Elisabeth (1979): Öffentlichkeit als Bedrohung &#8211; Beiträge zur empirischen Kommunikationsforschung. Freiburg / München: Verlag Karl Alber</p>
<p>&#8212;&#8211;<br />
<u>Erstveröffentlichung</u> bei www.myblog.de/bluejax: 23.9.05 19:33<br />
&#8212;&#8211; </p>
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		<title>Part 2 // Serie zu Öffentlicher Meinung und Springer – Das Phänomen der Schweigespirale</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Mar 2006 17:12:29 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[ 	 Anfang der 1950er Jahre führte der amerikanische Sozialpsychologe Salomon Asch ein Experiment durch. (vgl. Noelle-Neumann 1979: 59 ff.) Er zeigte einer Gruppe von Personen drei unterschiedlich lange Striche, dazu einen weiteren Strich als Vergleich. Nun sollten die Versuchspersonen sagen, welcher Strich der Dreiergruppe der Länge des zusätzlichen Striches entspricht. Die Antworten waren eindeutig, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;"><a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.bluejax.net%2F2006%2F03%2F13%2Fpart-2-serie-zu-offentlicher-meinung-und-springer-%25e2%2580%2593-das-phanomen-der-schweigespirale%2F"><img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fwww.bluejax.net%2F2006%2F03%2F13%2Fpart-2-serie-zu-offentlicher-meinung-und-springer-%25e2%2580%2593-das-phanomen-der-schweigespirale%2F" height="61" width="51" /></a></div><p> 	 Anfang der 1950er Jahre führte der amerikanische Sozialpsychologe Salomon Asch ein Experiment durch. (vgl. Noelle-Neumann 1979: 59 ff.) Er zeigte einer Gruppe von Personen drei unterschiedlich lange Striche, dazu einen weiteren Strich als Vergleich. Nun sollten die Versuchspersonen sagen, welcher Strich der Dreiergruppe der Länge des zusätzlichen Striches entspricht. Die Antworten waren eindeutig, jeder konnte den richtigen Strich nennen und zuordnen. Daraufhin wiederholte Asch dieses Experiment, diesmal schleuste er allerdings zu der Versuchsperson ausschließlich eingeweihte Personen ein, die auf seine Anweisung hin einen falschen Strich zuordnen sollten. Das Ergebnis war beeindruckend: <em>„selbst in einer harmlosen Frage schließen sich die meisten Menschen der Majoritätsmeinung an, auch wenn sie keinen Zweifel daran haben können, dass sie falsch ist.“</em> (Noelle-Neumann 1979: 60) Obwohl die Versuchsperson genau sieht, dass die Vergleichslinie, die von der (eingeweihten und instruierten) Mehrheit als gesuchte gleichlange Linie nicht in Frage kommt, schließt sie sich dieser Mehrheit an. <em>„An der Hoffnung zuzulernen kann es nicht liegen, es muss die Furcht vor der Absonderung sein.“</em> (Noelle-Neumann) <span id="more-42"></span> </p>
<p>Das Ergebnis, welches das Asch-Experiment lieferte diente als Vorlage für die Theorie der so genannten Schweigespirale. Dabei bleibt dieses Phänomen nicht nur alleine auf dieses Laborexperiment mit dem Zuordnen von unterschiedlich langen Strichen beschränkt. Vielmehr lässt sich dieses Verhalten auch auf einer größeren gesellschaftlichen Ebene beobachten: in der öffentlichen Meinung. </p>
<p>Wie Elisabeth Noelle-Neumann und ihre Kollegen in unzähligen Studien nachweisen konnten (vgl. Noelle-Neumann 1979) kann man in der Gesellschaft, oder besser in der Öffentlichkeit, beobachten, dass Menschen dazu tendieren, sich der vorherrschenden Mehrheit anzuschließen. Oder dem, was sie für die vorherrschende Mehrheit halten. Denn „unabhängig vom Thema, unabhängig von Überzeugungen reden die einen lieber und die anderen ziehen es vor zu schweigen.“ Als Konsequenz ergibt sich, dass man nur die Einstellungen derjenigen wahrnimmt, welche nicht schweigen, auch wenn dies nur der kleinere Teil ist. So kann es durchaus sein, dass man die öffentliche Meinung als herrschende Meinung definiert, obwohl dem nicht so ist. Dabei wird ein Prozess in Gang gesetzt, der sich wie ein Teufelskreis fortsetzt: <em>„Die eine Meinung begegnet ihm immer häufiger und selbstbewusster, die andere ist immer weniger zu hören. Je mehr Individuen diese Tendenz wahrnehmen und sich anpassen, desto stärker scheint das eine Lager zu dominieren und das andere auf dem absteigenden Ast. Somit kommt (…) ein Spiralprozess in Gang, der eine Meinung immer fester und fester als herrschende Meinung etabliert.“</em> (Noelle-Neumann 1979: 173) Menschen sind insofern in ihrem Verhalten nichts anderes als Herdentieren: „den Kontakt mit dem Schwarm verlieren könnte Lebensgefahr bedeuten“. Deswegen lenkt das Individuum ein und schließt sich dem Schwarm an. Noelle-Neumann bezeichnet sie hier auch als Gattung der <em>„Massenmenschen“</em>.  (Noelle-Neumann 1979: 163) <em>„Um diesen Zustand zu vermeiden, versucht der einzelne, das Meinungsklima abzuschätzen und sein Verhalten danach auszurichten, um von der Gemeinschaft akzeptiert zu werden.“</em> (Csikszentmihalyi 1992: 35) </p>
<p>Mihaly Csikszentmihalyi spricht statt dem von Noelle-Neumann verwendeten Begriff der <em>„Isolationsfurcht“</em> auch von der <em>„Furcht vor Einsamkeit“</em>. (vgl. Csikszentmihalyi 1992: 33)<br />
Die Schweigespirale ist ein Prozess, welcher aus der Entstehung und Ausbreitung der öffentlichen Meinung resultiert. (vgl. Noelle-Neumann 1979: 86).</p>
<p>bluejax<br />
Rottenburg, den 11. September 2005</p>
<p><u>Literaturverzeichnis:</u></p>
<p>Csikszentmihalyi,  Mihaly (1992): Öffentliche Meinung und die Psychologie der Einsamkeit. In: Wilke, Jürgen (Hrsg.): Öffentliche Meinung: Theorie, Methoden, Befunde &#8211; Beiträge zu Eh-ren von Elisabeth Noelle-Neumann . Freiburg / München: Verlag Karl Alber. S. 31-40.</p>
<p>Noelle-Neumann, Elisabeth (1979): Öffentlichkeit als Bedrohung &#8211; Beiträge zur empirischen Kommunikationsforschung. Freiburg / München: Verlag Karl Alber.</p>
<p>Noelle-Neumann, Elisabeth (1980): Die Schweigespirale. Öffentliche Meinung – unsere soziale Haut. München: R. Riper &#038; Co. Verlag.</p>
<p>&#8212;&#8211;<br />
<u>Erstveröffentlichung</u> bei www.myblog.de/bluejax: 11.9.05 21:32<br />
&#8212;&#8211;<br />
<br />
&#8212;&#8211;<br />
Von www.myblog.de/bluejax <u>übernommene Kommentare</u>:</p>
<p>1.  7an / <a href=" http://jan.twoday.net/">Website</a> (12.9.05 19:08)<br />
„bissel arg klein die Schrift“<br />
&#8212;&#8211; </p>
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		<item>
		<title>Part 1 // Serie zu Öffentlicher Meinung und Springer – Die Öffentliche Meinung</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Mar 2006 17:06:35 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[ 	 Gemeinhin wird unter öffentlicher Meinung die Meinung einer Gesellschaft verstanden. Diese zeigt sich zum Beispiel in Bevölkerungsumfragen. „Öffentliche Meinung in diesem Sinne definiert ist ein messbares, zeitpunktsbezogenes Phänomen.“  (Zoll 2003: 92)  
Hierbei nimmt man einfach die sich abzeichnende Mehrheit als öffentliche Meinung wahr. Es gibt in der Literatur unzählige Definitionen von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;"><a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.bluejax.net%2F2006%2F03%2F13%2Fpart-1-serie-zu-offentlicher-meinung-und-springer-%25e2%2580%2593-die-offentliche-meinung%2F"><img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fwww.bluejax.net%2F2006%2F03%2F13%2Fpart-1-serie-zu-offentlicher-meinung-und-springer-%25e2%2580%2593-die-offentliche-meinung%2F" height="61" width="51" /></a></div><p> 	 Gemeinhin wird unter öffentlicher Meinung die Meinung einer Gesellschaft verstanden. Diese zeigt sich zum Beispiel in Bevölkerungsumfragen. <em>„Öffentliche Meinung in diesem Sinne definiert ist ein messbares, zeitpunktsbezogenes Phänomen.“</em>  (Zoll 2003: 92) <span id="more-41"></span> </p>
<p>Hierbei nimmt man einfach die sich abzeichnende Mehrheit als öffentliche Meinung wahr. Es gibt in der Literatur unzählige Definitionen von öffentlicher Meinung. </p>
<p>Noelle-Neumann, die Grand-Lady der Meinungsforschung, definiert öffentliche Meinung als ein ständig in der Öffentlichkeit ablaufender Prozess, der sich auf die <em>„soziale Natur“</em> des Menschen stützt und die Bildung und Aufrechterhaltung von Konsensus in werthaltigen Bereichen sichert. (vgl. Noelle-Neumann 1979). Weiter schreibt sie, dass die öffentliche Meinung die Meinung ist, die man äußern kann, ohne sich selber damit zu isolieren. </p>
<p><em>„Es muss sich dabei nicht um einstimmig oder doch mehrheitlich geteilte Meinungen handeln, auch gespaltene öffentliche Meinung ist noch öffentliche Meinung.“</em> (Luhmann 2000: 286) Hier werden dann in der weiteren Kommunikation die betreffenden Meinungsdifferenzen eine besondere Rolle spielen. </p>
<p>Luhmann weist darauf hin, dass öffentliche Meinung Aufmerksamkeit zwar weckt und lenkt, allerdings nicht kontrolliert, was eine Person mit dem Erfahrenen anfängt und wie es diese Informationen behandelt. Das heißt selbst eine einheitliche Meinung hätte für die unterschiedlichen Beobachter jeweils eine eigene, vielleicht anders lautende, Bedeutung und führt somit auch zu unterschiedlichen Konsequenzen. (vg. Luhmann 2000: 286 ff.)<br />
Luhmann sieht in der öffentlichen Meinung zugleich „ein Medium der Meinungsbildung“. </p>
<p>Das was als öffentliche Meinung  beobachtet und beschrieben wird, wird als öffentliche Meinung bezeichnet und hat ab diesem Moment einen gewissen Einfluss auf die Meinungsbildung des Individuums. <em>„Man kann sie als einen Spiegel ansehen, in dem die Kommunikation sich selber spiegelt.“</em> (Luhmann 2000: 286 ff.) Nicht das Wissen über ein Ereignis ist primär, sondern die Beurteilung dieses Wissens. <em>„Öffentliche Meinung ist demnach (…) ein fotografisch festgehaltener Zustand eines Systems-in-Bewegung“</em> (Luhmann 2000: 287). </p>
<p>Aus der öffentlichen Kommunikation ergibt sich die öffentliche Meinung und gleichzeitig dient diese wiederum für die Weiterverwendung in der öffentlichen Kommunikation. Somit ist die Öffentliche Meinung ein andauernder Prozess. Dem pflichtet auch Noelle-Neumann bei: <em>„Wenn öffentliche Meinung aus einer Interaktion zwischen Individuen und Umwelt entsteht, muss es sich in der Tat um einen Prozess handeln.“</em> (Noelle-Neumann 1979: 171) </p>
<p>In diesem Prozess agiert das Bewusstsein über die bestehende öffentliche Meinung als <em>„ein Öffentliches Gedächtnis“</em> (Luhmann 2000: 300) für die Gesellschaft, das das Individuum nicht bestimmt verpflichtet. So können zwar Normen und Werte vorgegeben werden, aber wie man diese einstuft und inwiefern man sie verwendet, darüber kann ein jeder frei verfügen.<br />
Elisabeth Noelle-Neumann bezeichnet die öffentlichen Meinung auch als die <em>„soziale Haut der Gesellschaft“</em>: <em>„öffentliche Meinung schützt sie“</em> (die Gesellschaft) <em>„wie eine Haut und hält sie zusammen.“</em> (vgl. Noelle-Neumann 1980: 260) </p>
<p>Doch ähnlich wie die menschliche Haut Gefahren wie der UV-Strahlung durch die Sonne ausgesetzt ist, so gibt es auch bei der öffentlichen Meinung Gefahren, welche Krankheiten verursachen können. Eine davon ist bekannt unter dem einprägsamen Namen <em>„Schweigespirale“</em>.</p>
<p>bluejax<br />
Rottenburg, den 10. September 2005</p>
<p><u>Literaturverzeichnis:</u></p>
<p>Luhmann, Niklas (2000): Die Politik der Gesellschaft. Frankfurt am Main: Suhrkamp. </p>
<p>Noelle-Neumann, Elisabeth (1979): Öffentlichkeit als Bedrohung &#8211; Beiträge zur empirischen Kommunikationsforschung. Freiburg / München: Verlag Karl Alber.</p>
<p>Noelle-Neumann, Elisabeth (1980): Die Schweigespirale. Öffentliche Meinung – unsere soziale Haut. München: R. Riper &#038; Co. Verlag.</p>
<p>Zoll,  Ingrid (2003): Öffentliche Meinung und politisches Handeln &#8211; Eine ordnungsökonomische Analyse der öffentlichen Wahrnehmung von Wettbewerb und Globalisierung. Bern: Verlag Paul Haupt.</p>
<p>&#8212;&#8211;<br />
<u>Erstveröffentlichung</u> bei www.myblog.de/bluejax: 10.9.05 01:19<br />
&#8212;&#8211; </p>
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		<title>Part 0 // Serie zu Öffentlicher Meinung und Springer &#8211; Einleitung</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Mar 2006 16:58:28 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[ 	 In den kommenden Tagen möchte ich euch einen kleinen Ausschnitt aus meiner Hausarbeit präsentieren. 
Ich studiere an der Technischen Universität in Ilmenau Angewandte Medienwissenschaft und musste im vergangenen 2. Semester im Seminar Medientheorie II zusammen mit meinem Kommilitonen Christoph A. eine Hausarbeit zum Thema „Lobbying – die gezielte Beeinflussung der Politik durch PR“ [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;"><a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.bluejax.net%2F2006%2F03%2F13%2Fpart-0-serie-zu-offentlicher-meinung-und-springer-einleitung%2F"><img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fwww.bluejax.net%2F2006%2F03%2F13%2Fpart-0-serie-zu-offentlicher-meinung-und-springer-einleitung%2F" height="61" width="51" /></a></div><p> 	 In den kommenden Tagen möchte ich euch einen kleinen Ausschnitt aus meiner Hausarbeit präsentieren. </p>
<p>Ich studiere an der Technischen Universität in Ilmenau Angewandte Medienwissenschaft und musste im vergangenen 2. Semester im Seminar Medientheorie II zusammen mit meinem Kommilitonen Christoph A. eine Hausarbeit zum Thema <u>„Lobbying – die gezielte Beeinflussung der Politik durch PR“</u> schreiben. Da wir beide ziemlich medieninteressiert sind und aktuell die Übernahme der ProSiebenSat.1 Media AG durch den Axel Springer-Konzern verkündet wurde, entschlossen wir uns, die Hausarbeit unter der Überschrift „Medienlobbying – die gezielte Beeinflussung der Politik durch Medienunternehmen“ zu erstellen. <span id="more-40"></span> </p>
<p>Das heißt, wir wollten beleuchten, welche Konsequenz entstehen kann, verfügt ein großes Medienunternehmen über (zu) viel Einfluss auf die Öffentliche Meinung. </p>
<p>Da ich das Thema auch weiterhin äußerst wichtig und interessant finde, möchte ich einen Happen meines Teils der Hausarbeit hier veröffentlichen. Allerdings in einem etwas anderen Zusammenhang. Stand die Hausarbeit unter dem Zeichen „Lobbying“, möchte ich hier darauf verzichten und mehr den Axel-Springer-Verlag in den Vordergrund stellen. </p>
<p>Im ersten Teil, werde ich zunächst erklären, was sich hinter dem Begriff „Öffentliche Meinung“ verbirgt. Darauf aufbauend werde ich im zweiten Teil auf das Phänomen der so genannten Schweigespirale eingehen und im vierten Teil die Rolle der Medien in diesem Zusammenhang darstellen. Im fünften Teil stelle ich dann ganz kurz einige Eckdaten des Axel Springer-Konzern vor. Teil sechs beleuchtet die Rolle Axel Springers während des Streits um das Privatfernsehen in den 1960er Jahren. Und schließlich werde ich im siebten und letzten Teil auf die angekündigte Übernahme von ProSiebenSat.1 eingehen. </p>
<p>Ich bin gespannt, was dabei herauskommen wird und freue mich, auf viele interessierte Leser!</p>
<p>bluejax<br />
Rottenburg, den 09. September 2005</p>
<p>&#8212;&#8211;<br />
<u>Erstveröffentlichung</u> bei www.myblog.de/bluejax: 9.9.05 19:54<br />
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Von www.myblog.de/bluejax <u>übernommene Kommentare</u>:</p>
<p>1.  Sanser / <a href=" http://weitersehen.blogg.de">Website</a> (10.9.05 00:42)<br />
„hört sich interessant an! werde wieder reinschauen und den beitrag lesen!“<br />
&#8212;&#8211; </p>
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