Imagekampagne „Studieren in Fernost“ gestartet: Warum ich mich aus Überzeugung für das Studieren in Ostdeutschland einsetze!
By bluejax • Mrz 28th, 2009 • Category: Sonstiges 20 Jahre nachdem die Mauer zwischen Ost- und Westdeutschland gefallen ist, startet die „Hochschulinitiative Neue Bundesländer“ die Image-Kampagne „Studieren in Fernost“, um westdeutschen SchülerInnen die Vorzüge des Studierens in Ostdeutschlands näher zu bringen.
Hintergrund von „Studieren in Fernost“ ist der „Hochschulpakt 2020“ zwischen Bund und Ländern der die neuen Bundesländer verpflichtet, vermehrt Studienanfänger aus dem Westen zu gewinnen. Die Kultusministerien der ostdeutschen Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben deswegen nun „Studieren in Fernost“ gestartet, eine Kampagne, die das Image von Ostdeutschland als ganzes sowie der dortigen Universitäten und Hochschulen im Speziellen im Westen verbessern soll.
Mauern und Zäune endgültig einreißen!
Eigentlich müsste man meinen, dass 20 Jahre nach der Wiedervereinigung die Mauer auch in den Köpfen der deutschen Bevölkerung gefallen sein müsste. Das mag sie vielleicht zum größten Teil auch sein. Und dennoch ist sie nicht verschwunden, nicht einmal bei der Generation, anno 1989 noch nicht einmal geboren war.
Die HIS-Hochschulstudie [PDF] hat sich mit dem Thema auseinandergesetzt und bei Studienanfängern in den alten und neuen Bundesländern untersucht welche Gründe der Hochschulwahl und Bewertungen der Hochschulregionen West- und Ostdeutschland ausschlaggebend sind. Hier ergab sich interessanterweise, dass von den Studienanfängern des Wintersemesters 2006/2007 96 Prozent in ihrer jeweiligen Region in Westdeutschland blieben, wohingegen 22 Prozent der ostdeutschen Studienanfängern für ihr Studium vom Osten in den Westen zogen.
Im Resümee der HIS-Studie heißt es dann auch:
Während von den deutschen Studienanfängern mit Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung in
den alten Ländern der ganz überwiegende Anteil zur Studienaufnahme in Westdeutschland verbleibt
und nur ein marginaler Anteil an eine Hochschule in den neuen Länder geht, ist die
„Verbleibsquote“ bei den Studienanfängern mit in den neuen Ländern erworbener Hochschulreife
erheblich kleiner; von ihnen schreibt sich gegenwärtig ein gutes Fünftel an einer in den alten
Ländern gelegenen Hochschule ein.
(Quelle: HIS, PDF)
Über die Gründe heißt es interessanterweise:
Ein erhebliches Problem stellt die Tatsache dar, dass die Wahrnehmung der Hochschulregionen
von allen Studienanfängern – besonders aber von der „Zielgruppe“ der sesshaften Studienanfänger
aus den alten Ländern – von bestimmten studienfernen Aspekten dominiert werden.
Zugleich werden studienbezogene Vor- und Nachteile als mögliche Korrektive generell nur
schwach perzipiert. Beides setzt Ostdeutschland „von vornherein“ in einen Nachteil. Die im Gegensatz
zu Westdeutschland mit der Hochschulregion Ostdeutschland assozierte fehlende geografisch-
mentale Heimatnähe, das weitgehend fehlende gute Image der Hochschulen sowie die
als nur gering unterstellte Attraktivität seiner Hochschulorte stellen erhebliche Hürden bei den
(politisch erwünschten) Überlegungen zur Hochschulwahl unter vermehrtem Einschluss Ostdeutschlands
dar. Die stärkere Einbeziehung und Abwägung direkt studienbezogener, hochschulinterner
Merkmale ostdeutscher Hochschulen werden mangels Vorhandenseins entsprechender
Wahrnehmungen auf diese Weise blockiert.
[…]
langfristig wird man hier aber ohne eine entsprechende Marketing- und Imagekampagne
nicht auskommen.
(Quelle: HIS, PDF)
Meine persönliche Verbundenheit mit dem Osten
Ich selber hatte noch nie irgendwelche Vorbehalte gegenüber Ostdeutschland. Das liegt wohl auch darin begründet, dass ich als Kind noch vor dem Mauerfall fast jedes Jahr für mehrere Wochen in der damaligen DDR auf Besuch war. Die Eltern, Geschwister und deren Anhang meines Großvaters leben und lebten in der Nähe von Dresden. Für uns Kinder war das immer ein riesen großes Abenteuer, das schon an der Grenze mit dem totalen Auseinandernehmen unseres Autos begann. Den Westteil von Berlin habe ich erst 1990, nach dem Fall der Mauer kennengelernt, in den 1980ern war ich als Westdeutscher ausschließlich in Ostberlin zugegen (wo ich übrigens heute auch in Berlin-Friedrichshain lebe).
Dann die Care-Pakete, die wir monatlich in der Familie zusammenstellten und an unsere Verwandtschaft in den Osten schickten (wo sie übrigens fast nie vollständig ankamen). Obwohl ich als die Wiedervereinigung statt fand mit Jahrgang 1982 noch sehr jung war, so verfüge ich noch heute über viele Erinnerungen über die DDR und das, obwohl ich im Westen aufgewachsen bin. Ich bin wirklich froh über diese Erfahrungen, die nicht jeder machen durfte. Dies führte dazu, dass ich in der Schulzeit regelmäßig vor der Klasse von meinen Erlebnissen und Erinnerungen dieser Zeit erzählen und referieren durfte – ich war in meiner Klasse der einzige mit Ost-Erfahrung.
Mein Studium an der TU Ilmenau
Vielleicht lag es an meinem beschriebenen familiären Hintergrund, dass ich auch bei meiner Studienwahl von Anfang an die Universitäten und Hochschulen als Optionen in Betracht zog. Natürlich war ich im ersten Moment, als ich dann nach der Zusage der TU Ilmenau in Ilmenau stand etwas irritiert, hatte ich doch – aus dem kleinen Städtchen Rottenburg bei Tübingen in Baden-Württemberg kommend, mit den ganz großen Städten Deutschlands geliebäugelt. Aber auf meiner eigenen Liste, auf der ich die Vor- und Nachteile der verschiedenen Universitäten rein fachlich betrachtet ausgewertet hatte, lag die TU Ilmenau mit dem Studiengang „Angewandte Medienwissenschaft“ zusammen mit der Uni Trier unangefochten auf Position Eins. Zwischen diesen beiden Unis stehend, entschied ich mich schließlich für Ilmenau, zu Recht, wie sich später rausstellen durfte!
Vier Jahre lang Leben in Thüringen, davon zwei Jahre in Erfurt und zwei Jahre in Ilmenau, haben mich dann auch sehr geprägt. Insbesondere das Studium an der TU Ilmenau stellte sich als goldrichtige Entscheidung heraus. Nicht nur, dass sich aufgrund der (relativ) kleinen Uni und dem kleinen Städtchen zwischen den Studierenden, Dozenten und Professoren von Beginn an eine sehr enge freundschaftliche Beziehung aufbaute, die in Großstädten so wohl nicht möglich gewesen wäre, sondern auch im Fachlichen Bereich. Volle Hörsäle kenne ich nur vom Hören-Sagen, stattdessen hatten wir unsere kleinen Seminargruppen, die nicht selten aus zehn bis maximal 20 Studenten zusammengesetzt waren.
Vorbild Ilmenau
Was die technische Ausstattung, die Gebäude und Räumlichkeiten anging, so herrschen an der TU Ilmenau Top-Zustände. Ich erinnere mich gerne an eine Situation vor zwei Jahren zurück. Damals waren wir gerade in dem großen Fernsehstudio der TU zugange, wo wir für ein Seminar eine kleine TV-Serie produzierten, als drei Studenten einer anderen Universität kamen und begannen, das Studio und unsere Arbeit zu filmen und Interviews durchzuführen. Es war damals die Zeit, in der landesweit über das Thema Studiengebühren debattiert wurde. Wie sich herausstellte, waren die drei besagten Studenten von einer Initiative, die sich für Studiengebühren einsetzte und zeigen wollte, was damit alles möglich sein könnte. Allerdings: An der TU Ilmenau, wie auch an allen anderen staatlichen Hochschulen in Thüringen und ganz Ostdeutschland gibt es bis heute keine Studiengebühren!
Nun also startet die „Hochschulintitiative Neue Bundesländer“ die Imagekampagne „Studieren in Ostdeutschland“, um die Vorzüge und Vorteile, die sich an ostdeutschen Universitäten und Hochschulen finden, aktiv an Studieninteressierte im Westen Deutschlands zu kommunizieren. Dass diese Vorteile dort nämlich noch immer nicht populär aufgenommen wurden, kann ich auch aus eigener Erfahrung bestätigen. Wie oft wurde ich in den vergangenen Jahren komisch angeschaut, wenn ich erzählte, dass ich in Ostdeutschland studiere. Meine Freunde und Bekannten sind – abgesehen von den vielen Daheimgebliebenen – lieber an Unis in Bayern, Nordrhein-Westfalen oder Schleswig-Holstein gegangen, als sich aktiv mit dem Gedanken eines Studiums in Thüringen oder Sachsen auseinanderzusetzen. Das Argument mit der Entfernung war dabei das am öftesten vorgebrachte, auch wenn das nur selten zu überzeugen wusste.
Uni-Rankings ohne Effekt
Man schaue sich doch nur mal die Hochschul-Rankings an, da liegen kleine ostdeutsche Hochschulen oftmals in der Spitzengruppe und werden dennoch gerne gemieden. „Die Welt“ weiß gar: „Ostdeutsche Unis sind moderner als westdeutsche“! Eins sehr gutes Beispiel, das ich immer wieder gerne bringe, bezieht sich auf mein Fachgebiet. An der TU Ilmenau gibt es den Studiengang “Angewandte Medienwissenschaft”: Top Aubildung, super Ausstattung, kleine Seminargruppen, sehr großer Praxisbezug, moderne Gebäude, enge vertrautheit mit Dozenten und Professoren. Der Studiengang liegt zusammen mit Medienwissenschaft an der Uni Erfurt im absoluten Spitzenfeld beim Che-Uni-Ranking im Bereich “Medien- / Kommunikat.-Wissenschaft, Journalistik”.
Und, werden die beiden Unis nun überlaufen von westdeutschen Studienanfängern? Mitnichten. Stattdessen quillt die Kölner Uni, die im selben Ranking am Ende des Feldes dümpelt über vor Studenten und kann sich vor Studienbewerbern nicht retten. Dazu der Umstand, dass an den beiden Thüringer Unis keine Studiengebühren gezahlt werden müssen, in Köln schon (von den zusätzlich anfallenden Semesterbeiträgen sowie den Lebenshaltungskosten ganz zu schweigen). Unter diesen Umständen ist es für mich unverständlich und nicht nachvollziehbar, wieso dennoch eine überwältigende Mehrheit der Studienanfänger die Uni Köln der Uni Erfurt bzw. der TU Ilmenau vorzieht, wenn es um den Bereich “Medien- / Kommunikat.-Wissenschaft, Journalistik” geht!
Informationsvermittlung benötigt Aufmerksamkeit
Doch wenn weder die Qualität, noch die geringeren Kosten für Mieten und Lebenshaltung als Argumentation ausreichen, scheint das Problem im Image begründet zu sein. Und Imageprobleme lassen sich nun mal am besten und effektivsten mit einer entsprechenden Imagekampagne beheben, die mit Vorurteilen und falschen Eindrücken aufräumt; die erst einmal Aufmerksamkeit generiert und daran anschließend mit Information Aufklärungsarbeit betreibt.
Und damit sind wir wieder zurück bei „Studieren in Fernost“, jener Imagekampagne, die initiiert von der Hochschulinitiative Neue Bundesländer von Scholz&Friends und Aperto in Zusammenarbeit mit schülerVZ konzipiert und durchgeführt wird.
Mut zu neuen Wegen!
Sicherlich werden nicht wenige die Aufmachung der Kampagne kritisieren, die allein schon mit dem Namen „Fernost“ provoziert und mit der schrill-trashigen Aufmachung nochmals einen drauf setzt. Der Name ist ein ironischer Bezug auf den beschriebenen Eindruck vieler Westdeutschen, die Ostdeutschland sehr weit entfernt wägen, obgleich die neuen Bundesländer oftmals näher vor der Haustüre liegen, als so manch altes Bundesland. Das am japanischen Werbestil orientierte Design mit den beiden Asiaten und Gesichtern der Kampagne „Gang & Dong“ setzt dem Ganzen noch eine gehörige Schippe drauf. Nun kann man darüber streiten, ob diese Form des Auftretens richtig und angemessen ist, angesichts des ernsthaften Hintergrundes.
Man muss allerdings bedenken, an wen sich diese Kampagne, die auf fünf Jahre angelegt ist, richtet. Es sind in erster Linie westdeutsche Jugendliche, Schülerinnen und Schüler, die sich mit dem Gedanken eines Studiums auseinandersetzen und die mit „Studieren in Fernost“ auf die Möglichkeit des Studiums in Ostdeutschland aufmerksam gemacht werden und sich im Anschluss daran aktiv damit auseinandersetzen sollen. Außerdem werden alle 44 staatlichen Hochschulen der neuen Bundesländer aktiv in die Kampagne mit eingebunden!
Was ist Fernost?!
Im April wird deswegen eine von der Multimedia-Agentur Aperto konzipierte Hochschulstudiensuchmaschine veröffentlicht, welche Studieninteressierten auf spielerische und unterhaltsame Weise bei der Studienrichtungs- und Studienortsuche behilflich sein soll. Diese auf flashbasierende Suchmaschine erscheint in Videoform, legt den Fokus auf die Hochschulen in den Neuen Bundesländern – die übrigens alle aktiv mit an der Kampagne beteiligt sind – und wird neben der Integration auf der offiziellen Webseite www.studieren-in-fernost.de auch im SchülerVZ integriert werden, wo sich ein überwältigender Teil der anvisierten Zielgruppe befindet!
Gleichzeitig werden mehrere von Scholz&Friends konzipierte Filme erscheinen, die jeweils eine der ostdeutschen Hochschulen vorstellen werden. Auch hier stehen die beiden Protagonisten Gang&Dong im Mittelpunkt. Zusätzlich erscheinen mehrere begleitende Informationsangebote, die den Studieninteressierten weiterführende Informationen zu den verschiedenen ostdeutschen Universitäten und Hochschulen liefern. Studieren in Fernost verknüpft also ein aufmerksamkeitserregendes Auftreten mit allerlei Hintergrundinformationen und hofft somit den Nerv bei westdeutschen Studieninteressierten zu treffen, den bisher im Internet und in der Öffentlichkeit vorhandene trockene Informationen scheinbar nicht zu vermögen zu scheinen.
Warum ich Fernost aktiv unterstütze
Wer Bluejax.net und mich kennt, der weiß, dass ich ein sehr prinzipientreuer Mensch bin, der seine Ideale hat, diesen treu ist und der sich Instrumentalisierungen versucht zu verzagen. Wieso aber gebe ich meinen Namen und meine Reputation für diese Kampagne her, die in den kommenden Wochen und Monaten sicherlich noch für viel heftige Kritik und Diskussionen sorgen wird. Na ja, wer den vorliegenden Artikel aufmerksam gelesen hat, der wird zumindest schon einmal meinen persönlichen Bezug zum Thema festgestellt haben. Darüberhinaus bin ich ein Mensch, der sehr viel Wert auf Gerechtigkeit legt. Und ich habe das (subjektive?!) Empfinden, dass die ostdeutschen Bundesländer in der Wahrnehmung einer großen Mehrheit der Westdeutschen viel zu schlecht angesehen werden.
Um mit offenen Karten zu spielen kommt natürlich hinzu, dass ich als Aperto-Mitarbeiter aktiv am Projektmanagement von Studieren in Fernost beteiligt bin, dies ist allerdings für mich nur zweitrangig, der größte Grund meiner Unterstützung ist ganz klar in den oben beschriebenen Überzeugungen und persönlichen Verbindungen mit Ostdeutschland begründet.
Der Seeding-Diplomand
Übrigens, und das sei wirklich nur ganz nebenbei erwähnt, werde ich wohl auch einen Teil meiner Diplomarbeit mit Studieren in Fernost verknüpfen. Hintergrund ist hier, dass sich die Arbeit, die ich bei der Multimedia-Agentur Aperto schreibe, mit dem Thema „Seeding“, also dem gezielten Platzieren und Streuen von Informationen und Botschaften im Internet, auseinandersetzen wird. Ein wirklich spannendes Thema, das auch sehr viel mit der Nutzung und Funktionalität des Internets als Kommunikationsmedium und Sozialem Netzwerk zu tun hat und auch die Einbeziehung von zielgruppenrelevanten Elementen untersucht. Um dies zu analysieren, bietet sich unter anderem natürlich auch die Imagekampagne Studieren in Fernost an, die sich ja vornehmlich auf das Internet konzentriert und die von einer kleinen Seedingkampagne begleitet wird.
Aber wie schon einige Zeilen weiter oben erläutert, sind all diese Hintergründe zwar wichtig, um meinen Artikel und mein aktives Handeln im Rahmen von Studieren in Fernost richtig einordnen zu können, aber nicht der ausschlaggebende Punkt. Dieser ist – ganz ehrlich und ganz einfach – in meinem ideellen Bestreben begründet, westdeutschen Bürgerinnen und Bürgern den wahren Osten Deutschlands zu zeigen: Hochschullandschaften, so bunt und blühend zugleich!
bluejax
Berlin, den 28. März 2009
Quellen und Links:
http://www.hochschulinitiative.de/
http://www.studieren-in-fernost.de/
http://www.hochschulkampagne.de/dateien/HIS-Studienanfaenger-Hochschulwahl-und-bewertung.pdf
http://www.bluejax.net/2009/03/06/protest-gegen-thor-steinar-laden-in-berlin-friedrichshain-mein-kiez-will-keine-nazis/
http://www.che-ranking.de
http://www.welt.de/finanzen/karriere/article3342977/Ostdeutsche-Unis-sind-moderner-als-westdeutsche.html
http://s-f.com/
http://aperto.de/
http://www.schuelervz.net/
http://blog.aperto.de/
http://www.bluejax.net/
https://www.xing.com/profile/JanM_Rechlitz
http://www.studieren-in-fernost.de/willkommen-im-osten/
http://www.studieren-in-fernost.de/nah-dran-an-fernost/
bluejax is
Email this author | All posts by bluejax





























Interessanter Artikel!
Auch muss ich deiner Befürchtung recht geben, dass die Kampagne von vielen kritisiert werden wird. Ich würde mich jetzt auch dazu zählen, denn ich finde schon allein den Titel irreführend und bezweifle, dass genügend Leute die Ironie darin erkennen (das Problem kenne ich nämlich selbst von dem Nickname, den ich im Internet nutze
Die besagte HIS-Studie sollte man übrigens sehr aufmerksam lesen, denn einige Dinge sind dort etwas irreführend formuliert. Ich hatte diesbezüglich schon mal einen Artikel von “Zeit Campus” kritisiert (s. mein Blog: http://www.meckerossi.de/blog/?p=229), der im Grunde zwar das richtige aussagt, aber die falsche Begründung verwendet.
Gruß,
meckerossi
Ich finde den Artikel echt super! Hast dir ja nen haufen Mühe gemacht das alles zusammen zu tragen
Also ich bin auch ein großer Verfechter der Idee. Es ist krass, es ist überzogen und sehr heikel.
Aber ich denke, dass man durch ein brave artige Kampagne in der man die Vorteile des Studiums im Osten aufzählt
überhaupt nicht weiter kommt. Ich persönlich halte es für einen guten Ansatz mit den Vorurteilen zu spielen und hintergründig klar zu machen, dass der Osten nicht schlechter ist als der Westen.
Ja, ich bin ein echter Ossi, wenn man das so sagen will ich wurde jedenfalls in Sachsen-Anhalt geboren. Zudem studiere ich an einer kleinen FH in Dessau.
Als ich mich für mein Studium bewerben wollte, habe ich nach allen möglichen Hochschulen in Deutschland gesucht Osten wie Westen. Übrig geblieben sind aber nur die FH Pforzheim, weil die im Ranking so toll war und die FH Potsdam und Dessau, weil die einfach genau die Kurse hatten die ich wollte. Jetzt studiere ich Integrated Design an der Hochschule Anhalt. Diesen Studiengang gibt es nicht noch einmal so in Deutschland. Ich habe mich dafür entschieden wegen der Praxisnähe. Bei uns studiert man Design; Interface-, Produkt-, Kommunikations-/Grafikdesign in einem. Für alle die also eine kreative Ader haben, aber nicht genau wissen wo ihre praktischen Stärken liegen, ist das genau der richtige Studiengang, weil man sich erstmal orientieren kann und sich erst im 3. Semester festlegt für 2 Plattformen. Dadurch dass man in 2 Richtungen studiert ist man auch noch interdisziplinär super aufgestellt, um später flexibel zu sein.
Also das klingt jetzt wie eine Werberede für meine HS… Naja isses ja irendwie auch
Ich wollte aber eigentlich nur sagen, wieso ich hinter dieser Kampagne stehe.
Der Osten hat einiges zu bieten und Unterschiede existieren einfach nur in den Köpfen.
Ob die Kampagne diese Barrieren einreißen kann… man wird es sehen.
Ich denke aber auf jeden Fal,l dass niemand auf klassische Werbung in Form eines netten seriösen Plakates in denen die Vorteile eines Studiums im Osten zum Ausdruck kommen reagieren würde.
Ich finde alle Beteiligten zeigen eine ganze Menge Mut, mal etwas ganz neues zu wagen. Es ist riskant, aber dieses Risiko ist allen bewusst. Also werden wir mal abwarten wie die Zielgruppe auf dieses gewagte Manöver reagieren wird, seinen wir doch mal gespannt auf alles was noch kommen wird und freuen uns darüber dass mal jemand aus der Reihe zu tanzt!
Viele Grüße
Kati
die kampagne könnte noch einen schönen nebeneffekt haben: wenn sich der und die eine oder andere durch “fernost” überhaupt (zusätzlich) zu einem studium verleiten ließe, dann wäre noch mehr gewonnen. egal wo.
[...] Imagekampagne „Studieren in Fernost“ gestartet: Warum ich mich aus … [...]