StreetLightsTV.de: Von IP, von Streaming, von IPTV und von Web-TV
By bluejax • Jan 18th, 2008 • Category: Aktueller Artikel, Street Lights TVIPTV, was ist das eigentlich? Wer denkt, man müsste nur einen Blick in den Brockhaus oder aber in das Internet werfen und schon wüsste man bescheid, der täuscht sich. Klar, IPTV hört sich neu und schön an. Und genau das scheint im Moment ein großes Problem zu sein. In vielen Presseartikeln ist von IPTV die Rede, sobald es um Fernsehen aus dem Internet geht.
Der vorliegende Artikel fasst die vier folgenden von mir verfassten und bei StreetLightsTV.de veröffentlichten Artikel zusammen:
* Was ist „Streaming“?
* Nein, wir machen KEIN IPTV!!!
* Das Internet Protokoll (IP)
* IPTV – Definitionen & die Frage aller Fragen!Die Inhalte all dieser Artikel basieren dabei auf der von mir im Jahre 2006 am IfMK der TU Ilmenau publizierten Hausarbeit „Broadcast meets Broadband“!
Viele Firmen schmücken sich mit diesen vier Buchstaben, weil sie Streaming-TV über das Internet anbieten. Begibt man sich aber auf die Suche nach einer genauen Definition für IPTV, so muss man viel Zeit und sehr viel Geduld mitbringen. So formulierte es auch Thomas Aufermann, Director Communications Sector Microsoft Deutschland:
„Da können Sie ganze Abhandlungen drüber schreiben!“
(Aufermann 2005)
Was ist „Streaming“?
Eine Möglichkeit Fernsehen über das Internet auszustrahlen bietet die so genannte Streaming-Technologie. Wobei das Wort „ausstrahlen“ hier nicht ganz angebracht scheint. Denn die Audio- und Videodaten werden nicht an den Rezipienten herangetragen, sondern sie liegen auf einem Server, von dem sich der Nutzer die Daten holen kann.
Dabei erzeugt das Streamen einen kontinuierlichen Datenstrom, der vom Nutzer bereits während der Übertragung abgespielt werden kann. Man muss also nicht zuerst die gesamten Daten herunterladen und abspeichern. Dadurch werden lange Download-Warte-Zeiten sowie große Speicherplatz-Kapazitäten auf dem heimischen PC vermieden.
Man kann sich dies vorstellen wie eine Badewanne und eine Dusche:
Während man beim Baden in der Badewanne zuerst das Wasser einlaufen lässt, bis die Wanne gefüllt ist und erst dann ins warme Bad einsteigt um sich zu waschen, so kann man sich beim Duschen den Körper bereits reinigen, während das Wasser noch aus der Brause „strömt“. So wie die Dusche dank ihrer „Technik“ Platz sparender auskommt, so benötigt auch die Streaming Technik weniger Speicherplatz auf dem PC.(Quelle: Jan M. Rechlitz (2006): „Broadcast meets Broadband“)
Das Internet Protokoll (IP)
Verbindungsprotokolle stellen die grundlegenden Methoden für die
Kommunikation zwischen verschiedenen Computern bereit. Dementsprechend beschreibt das Internet-Protokoll, kurz IP, ein Verfahren, mit dem Daten von einem Computer über das Internet zu einem anderen Computer gesendet werden.
Das Prinzip, mit dem das Internet-Protokoll Daten überträgt wird als paketorientiert und verbindungslos bezeichnet. „Paketorientiert“ bedeutet, dass große Datenpakete in viele kleine Päckchen aufgeteilt werden. Netztwerkprotokolle arbeiten im Verborgenen. Das Paket wird über einen so genannten Gatewaycomputer solange an immer weitere Gateways versendet, bis es schließlich am Zielcomputer ankommt.
Ähnlich wie ein Koffer, den man am Flughafen-Terminal abgibt und der einen Aufkleber mit einem Strichcode bekommt, so erhalten auch die kleinen Datenpakete eine Kennung mit der Internetadresse des Absenders und der des Empfängers. Und wie man beim Reisen auch nicht immer alles in einen großen Koffer, sondern in mehrere Kleine verteilt, so werden auch die Daten
durch IP in mehrere kleine Päckchen aufgeteilt und einzeln auf die Reise geschickt.So wie der abgegebene Koffer in einem komplexen System im Inneren des Flughafens verschwindet und dort von einer Station zur nächsten Station weitergegeben wird, bis er am Zielflughafen wieder am Band in Empfang genommen werden kann, so taucht auch das Datenpaket ein in eine große, für uns unbekannte und unsichtbare, Welt. Beim Koffer am Flughafen ist es ein Strichcode, der die Adressierung und die Versendung sicherstellt. Beim Datenpaket ist das Internet-Protokoll dafür verantwortlich. IP stellt also sicher, dass das Datenpaket sicher am Ziel ankommt.
(Quelle: Jan M. Rechlitz (2006): „Broadcast meets Broadband“)
Fernsehen over IP – IPTV
IPTV ist noch ein sehr neues Feld, die Technik befindet sich noch in der Entwicklungsphase. Deswegen ist es auch äußerst schwierig heutzutage kompetente und gute Informationen zu diesem Thema zu finden. Von einer genauen Begriffsbestimmung ganz zu schweigen. Für Eric Karsten und Jörg Schütte ist IPTV, was einen eingebauten Rückkanal hat und über das Internet-Protokoll ausgesendet wird. Ihnen zufolge ist das Endgerät von IPTV der Personal Computer zu Hause. (vgl. Karstens/Schütte 2005: 316).
Demgegenüber steht Thomas Aufermann. Er nennt folgende Definition, an der ich mich auch immer wieder orientiere:
„IPTV ist eine breitbandige IP-Verbindung, die auf das Endgerät Fernsehen zuläuft. Dabei sind Inhalte und Services primär über eine Fernbedienung zu bedienen und Interaktion über einen Rückkanal möglich.“ (Aufermann 2005)
Schauen wir uns diese Definition einmal genauer an: IPTV unterscheidet sich also insofern von herkömmlichen Internet-Streams, indem es in erster Linie nicht auf einen Empfang durch den heimischen Computer zielt, sondern auf dem Fernsehgerät dargestellt werden soll. Mit entsprechend angepasster Hardware soll es möglich sein, über die bekannte Fernbedienung das IPTV zu steuern und zu navigieren. Fernsehinhalte, welche hingegen auf das Endgerät Computer abzielen, werden demgegenüber als „Web-TV“ bezeichnet.
Des Weiteren kommt das TV-Signal hierbei nicht über Satellit oder den Kabelanschluss. Vielmehr nutzt IPTV die Breitbandleitung (DSL), über die auch das Internet in die Haushalte gelangt. Und, wie es der Name schon suggeriert, dabei greift IPTV auf das Prinzip des Internet-Protokolls zurück. Außerdem soll über einen Rückkanal eine Form der Interaktion möglich
sein, wie sie es das „alte Fernsehen“ nicht bieten kann.
IPTV realisieren zu können
(vgl. Aufermann 2005):
1. Zum einen die Software, also eine möglichst einfach zu bedienende Benutzeroberfläche. Hier kommen Firmen wie Microsoft ins Spiel,
2. Zum zweiten benötigt man eigene Netze, um den Inhalt verbreiten zu können. Hier greifen Firmen wie auch etwa die Telekom ins Geschehen ein.
3. Desweiteren ist der Content von Bedeutung. Denn was will man über den Fernseher übermitteln bzw. anschauen, wenn nicht irgendwelche Inhalte, seien es Informations- oder Unterhaltungsformate. Hier sind dann die traditionellen Fernsehsender, wie ProSieben, Sat.1, RTL oder das ZDF gefragt.
4. Und abschließend benötigt man auch ein kompatibles Endgerät, womit Fernsehgeräteentwickler wie Thompson oder Sony mit ins Boot einsteigen.
Was bleibt?!
Man sieht also, die traditionelle Fernsehlandschaft wird sich durch IPTV enorm verändern. Gefragt sind Partnerschaften und Kooperationen zwischen Firmen aus unterschiedlichen Branchen. Einer alleine käme nicht weit. Nur gemeinsam ist das neue Fernsehen IPTV realisierbar!
Die interessante Frage ist:
Welche dieser Firmen werden die Stärkste Stellung innehaben?
* jene, die den Content liefern,
* diejenigen, welche den Netzzugang bereitstellen
* die Sofware-Anbieter
* oder aber die Hardware-Produzenten?
bluejax
Il, den 18. Januar 2008
Quellen und Links:
http://www.streetlightstv.de/blog/das-team/jan-m-rechlitz/
http://www.streetlightstv.de/
http://www.streetlightstv.de/blog/was-ist-streaming/
http://www.streetlightstv.de/blog/nein-wir-machen-kein-iptv/
http://www.streetlightstv.de/blog/das-internet-protokoll-ip/
http://www.streetlightstv.de/blog/iptv-definitionen-die-frage-aller-fragen/
http://www.tu-ilmenau.de/ifmk/
http://www.tu-ilmenau.de
http://www.ipstreaming.net/medientage2005/stream_iptv_dsl.php
Jan M. Rechlitz (2006): „Broadcast meets Broadband“
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3531145053/digital01
Karstens, Eric & Schütte, Jörg: Praxishandbuch Fernsehen – Wie TV-Sender arbeiten; VS-Verlag; Wiesbaden 2005
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