Kreative Seminararbeit: Die Emotionalität der Natur – Die Farbe ist Leben, Das Leben ist Farbe
By bluejax • Jul 4th, 2007 • Category: Gesellschaft, Nachgedacht, PrivatWas ist Farbe? Eine Frage, die mich in den vergangenen Wochen sehr beschäftigt hat. Viele verschiedene Definitionen habe ich durchgelesen, Bücher gewälzt, im Internet recherchiert. Eine befriedigende Antwort auf meine Frage habe ich dabei allerdings nicht gefunden. Nicht dass die Beschreibungen nicht den Begriff Farbe exakt charakterisierten. Das taten sie in der Tat. Allerdings lassen sich Farben nicht vollkommen nur durch Worte beschreiben. Farben muss man auf sich wirken lassen, man muss sie erleben. Insofern hilft ein offener und aufmerksamer Blick beim Gang durch die Welt mehr als hunderte wissenschaftliche Nachschlagwerke, um den Begriff Farbe zu verstehen!
Farbklang des Lebens
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It would be very interesting to learn something about meanings of colors in other countries and/or civilizations!
Dabei ist es egal, ob man den Blick nach oben gen Himmel oder nach unten auf die Erde richtet. Unsere Welt besteht aus einer Vielzahl von Farben. Und nicht erst die bunten Streifen eines Regenbogens lassen uns bewusst werden, wie bunt und farbenreich unsere Natur und Umwelt ist. Was also ist Farbe? Und was ist das Leben?
Am Anfang war Unendlichkeit
Angefangen hatte alles damit, dass ich eines Nachts unter der großen dunklen Sternendecke des Firmaments lag. Ich schaute mir die einzelnen Leuchtpunkte am Himmel an und tauchte ein in die Unendlichkeit des Seins. Ich überlegte, welche Farbe das Leben wohl haben könnte und ob die Antwort irgendwo da draußen zu finden sei.
Dann erinnerte ich mich an meine Schulzeit und an AlphaCentauri, der nächtlichen Fernsehsendung mit Prof. Haber auf dem Bayerischen Rundfunk. Ich erinnerte mich an Rote Riesen und Blaue, an die Roten und die Blauen Zwerge. Rot und Blau.
Leben und Tot
Dann schweiften meine Gedanken ab vom Himmel und richteten sich auf die Erde. Rot und Blau. Ich schaute meinen Arm an, ich spürte das Blut durch meinen Körper fließen. Rot und Blau. An meinem Handgelenk sah ich meine Pulsader pochen. Der Puls, Schlag des Lebens. Blau. Dann ein Gedankensprung. Ein scharfes Messer, dass die Ader aufschneiden und dem Tot die Tür öffnen würde. Rot.
Dann der Blick vom Arm weg und hin auf den Blick über den gesamten Körper. Ein rotes Gesicht, als Zeichen für gute Durchblutung. Leben. Rot. Dem gegenüber ein blauer Körper, ein lebloser Leib. Tot. Blau. Ein Widersinn?!
Widersprüche allerorts
Dann dachte ich nach. Ist das Blau auf unsere Erde nicht auch ein Zeichen für kaltes Wasser, das Rot hingegen für Warmes?! Wieder schweiften meine Gedanken ins All. Ein Blauer Riese ist um einiges heißer als ein Roter Riese. Also Rot kälter, Blau wärmer. Hmmmm?!
Dieser Widerspruch jedoch lässt sich auch an anderen Stellen finden. So auch im politischen Bereich. Teilen wir die Welt in Rechts und Links, dann teilen wir sie jedoch nicht in Rot und Blau. Die Republikaner in den USA, und die NPD in Deutschland nutzen die Rote Farbe ebenso, wie hier die SPD oder Die.Linke. Andererseits ist Blau die Farbe der Amerikanischen Demokraten, wie sie gleichzeitig auch die Farbe der CSU und der Republikaner in Deutschland ist.
Neues Spiel, neues Glück?!?
Ich war verwirrt. Kann ich die Welt wirklich mit den Farben Rot und Blau erklären? Können diese beiden Farben das Leben repräsentieren, wie es ist? Okay, die Deutung der Farben ist ebenso verwirrend, wie das Leben selbst, aber reicht das? Gibt es nicht vielmehr zig andere Töne zwischen Rot und Blau? Ich war auch dem Holzweg. Es musste eine völlig neue Betrachtungsweise des Ganzen her.
Am nächsten Tag wanderte ich abermals an dieselbe Stelle, an der ich in der Nacht zuvor über das Leben philosophiert hatte. Ich legte mich wieder hinein ins grüne Gras und starrte an den Himmel. Diesmal jedoch keine Spur von dunklen Tiefen der Unendlichkeit und glitzernden Sternen. Dieses Mal strahlte mich ein anderes, ein einzelnes Gestirn an. Die Sonne.
Die Welt in Farbe tauchen
Im Kindergarten hatten wir früher drei Gruppen. Die Königskinder, die Lichtkinder und die Sonnenstrahlen. Ich war in der dritten Gruppe, bei den Sonnenstrahlen. Damals hätte ich mir nicht denken können, dass es keine bessere Metapher gibt, um das Phänomen Farbe zu beschreiben. Denn genauso, wie meine Kindergartengruppe damals den Beginn des Lebens eines vielfältigen Mannes markierte, so sind es auch die Strahlen der Sonne, die die Farbe auf diesen unseren Planeten bringen. Die Sonnenstrahlen, Beginn des Lebens, Anfang der Farben!
Wer hat nicht schon einmal einen farbenfrohen Regenbogen gesehen?! Und egal, wie viele dieser bunten Bögen man in seinem Leben schon gesehen hat, man wird immer wieder darauf zeigen und sie sich fasziniert anschauen. Denn nicht nur am Ende eines Regenbogens wartet ein gewaltiger Goldschatz, sein wahres Geheimnis ist für jedermann sichtbar: Das Spektrum der Farben!
Elemente der Vielfalt
Ein Regenbogen entsteht, wenn zwei Grundelemente des Lebens aufeinander treffen. Dort wo sich Wasser und Sonne begegnen, entsteht der Zauber eines Bogens, der uns die ganze Welt im Kleinen zeigt. Egal welche Farbe wir kennen, der Bogen des Lebens und der Farbe trägt sie bei sich. Ein Abbild der Welt!
Dabei zeigt uns die Sonne nicht erst durch einen Regenbogen, welche Farbenvielfalt auf unserem Planeten vorhanden ist. Wer mit offenen Augen aufmerksam durch die Welt geht, der wird ein wahres Farbenmeer sehen, das uns dauerhaft umgibt.
Das Wesentliche für die Augen und das Herz
Wir sehen bunte Wiesen, die sich zwischen den Wäldern ebnen. Wir sehen Blumen, die ihre Blüten der Sonne entgegenstrecken. Der Kleine Prinz hat auf seinem Planeten eine rote Rose, die er hegt und liebt wie nichts anderes. Wir hingegen haben eine schier unerschöpfliche Menge an verschiedenen Blumen in den unterschiedlichsten Farben und Formen. Ob Blau, ob Rot, ob Gelb, ob Grün, ob Violett oder Orange, die Wiesen der Erde strahlen in einer solchen Vielfalt an Farben, wie sie uns sonst nur der Regenbogen zeigt.
Doch halt, das stimmt nicht ganz. Es sind nicht nur die Wiesen, die uns ein Abbild des Farbspektrums präsentieren. Gehen wir dorthin, wo vor vielen Millionen von Jahren alles angefangen hat, dann finden wir auch dort eine Pracht der Kolorierung. Denn sobald die Strahlen der Sonne sich ihren Weg durch die Tiefen des Meeres geschlagen haben, dann leuchtet auch dort das wahre Leben auf.
Ursprung allen Lebens
Dunkle, schwarze Wassermassen quirlen auf einmal über vor buntem Leben. Abermals gibt es kaum eine Farbe, die sich nicht in den Schuppen irgendeines Fisches oder an den Körpern eines der anderen unzähligen Meerestiere wieder finden ließe. Wieder zeigt sich: Dort wo Leben ist, da ist auch Farbe. Da wo Farbe ist, dort blüht das Leben auf!
Und so vielfältig, wie unsere Freunde im Wasser, so bunt sind auch die vom Lande um uns herum. Egal ob Schmetterling, ob Papagei oder Insekt; Egal ob Fuchs, ob Katze oder Leopard, ein jedes Tier auf dieser Welt hat seine eigene Farbe. Und ähnlich wie bei den Blumen der Wiesen oder den Fischen der Meere, so blühen auch die Tiere des Landes und der Luft in den unzähligen Farbtönen des Regenbogens und der Weite auf.
Der Mensch als Teil der Natur
Und mitten drin in diesem wahrlich überwältigenden Meer der Farben steht der Mensch. Nein, die Welt dreht sich nicht um uns herum, ganz im Gegenteil, wir sind ein Teil davon. Auch wir haben die Farben der Natur in unserem Körper. Das Rosenrot der Zunge, das Tiefseeblau des Einen oder das Libellengrün des anderen Auges. So bunt wie die Welt, so bunt ist auch der Mensch. Ob Schwarz, ob Braun, ob Gelb, ob Rot, ob Weiß, die Menschen sind in ihrer Vielfalt ein Abbild von dem mütterlichen Chamäleon Natur, das uns umgibt. Das Band der Farbe, der Bogen des Lebens ist es, der uns Menschen untereinander und uns Menschen mit der Natur verbindet. Eine Verwandtschaft der Färbung.
Was also ist Farbe? Ich glaube, wer mit offenen Augen durch die Welt zieht, wer einen Schritt hinaus aus der grauen Stadt und hinein ins Freie macht, wer aufmerksam existiert, der wird es erleben. Farbe ist alles, Farbe ist jeder, Farbe ist bunt. Und bunt ist auch unser Leben. Es ist ganz einfach: Farbe ist Leben, Leben ist Farbe!
Interkulturelle Kommunikation!
Das Spektrum der Farben ist somit quasi Ausdruck der interkulturellen Kommunikation selbst. Jede einzelne Farbtönung ist Teil eines großen Regenbogens, jede Kultur („kulturelle Färbung“), jede Sprache („Klangfarbe“), jeder Mensch („Hautfarbe“) ist also Teil von ein und demselben. Teil der Natur, Teil eines Ganzen. Und dieses Ganze ist das Leben an sich. Dort wo Farbe existiert, dort findet sich auch Leben. Und dort wo sich Leben findet, da existiert auch Farbe.
Die Digitalisierung wie das Internet des aktuellen Jahrtausends bietet eine ganz neue Form der Kommunikation zwischen den Kulturen. Ein Brückenschlag über Grenzen, Meere und Kontinente. Ein Band, das die Menschen der Erde miteinander verbindet. Ähnlich wie es auch der Regenbogen mit seinen einzelnen Farben tut. Und an allen Enden wartet immer auch ein Schatz. Ein Wunder. Das Leben selbst!
Wie viele Leser von Bluejax.net bereits wissen werden, studiere ich „Angewandte Medienwissenschaft“ im sechsten Fachsemester an der TU Ilmenau. Neben allerlei Pflichtveranstaltungen haben wir in jedem Semester die Möglichkeit aus einem mehr oder weniger umfangreichen Katalog zusätzliche Wahlpflichtveranstaltungen auszuwählen, die unter verschiedene Kategorien fallen, welche wiederum im Laufe des Hauptstudiums abgeschlossen werden müssen.
Für die Kategorie „Interkulturelle Kommunikation“ habe ich im aktuellen Sommersemester das Seminar „Formen und Funktionen des Bildes in der Technikkommunikation“ bei Dipl.-Formgestalter K. Waschke belegt. Ziel und Voraussetzung für das Bestehen des Seminares ist eine Arbeit zum Thema „Universum Farbe“ zu erstellen. Im Grunde genommen haben wir bei der Gestaltung freie Hand!
Intention dieser Arbeit ist es, das Phänomen Farbe an dieser Stelle allen Menschen frei zur Diskussion zu stellen. Genauso wenig, wie das Leben keine Grenzen in der Vielfalt der Farben kennt, so sind auch hier keine Grenzen gesetzt. Erzählt, was ihr mit bestimmten Farben verbindet, schildert eurer Leben, widersprecht meiner Arbeit oder teilt euer Wissen mit. Ihr habt alle Freiheiten!
Die Idee dieser Arbeit
Aufgabe war es, drei gestalterische Tafeln zu entwerfen, die auch auf einer Kunstausstellung ausgestellt werden könnten. Die ersten beiden Tafeln seht ihr in dem obigen Bild. Dort seht ihr die Kernaussage, die auch in diesem Text steht, abgebildet. Links Bilder von der Natur, der Sonne und der Pflanzenwelt. Auf der rechten Seite hingegen Tiere, Lebewesen von Himmel, Erde und Wasser. Da diese beiden Welten durch die Farben miteinander vereint sind, habe ich die beiden Tafeln zu einer zusammengefasst. Die Brücke symbolisiert die Verbundenheit.
Als dritte Tafel agiert dieser Blog-Artikel. Vor dem großen Bild der ersten beiden Tafeln steht ein Flatscreen mit Tastatur. Darüber hat der Betrachter die Möglichkeit diese Blog-Artikel zu lesen und sich über die Kommentarfunktion an einer grenz- und kontinentübergreifenden Diskussion zum Thema Farbe und Leben zu beteiligen. Übersetzungen in andere Sprachen sollen eine interkulturelle Kommunikation ermöglichen und Ideen, Vorstellungen und Bedeutungen von Farben über den digitalen Kanal verbreiten. Durch diese „digitale Verbundenheit“ ist es möglich, dass Menschen aus allen Teilen der Erde zeitgleich die drei Tafeln betrachten und miteinander kommunizieren können.
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bluejax
Il, den 03. Juli 2007
Quellen und Links:
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super eintrag!!! Hab mich auch schonmal mehr mit Farben beschäftigt.
Deine Theorie mit Leben und Tot finde ich interessant. Vor allem weil man ja bei Blau auch meist von einer kalten und bei Rot von einer warmen Farbe spricht.
Und warum hat eigentlich jeder eine Lieblingsfarbe?
Ich verbinde oft auch Leute mit Farben, die eben die etwaigen Eigenschaften wie eine Farbe besitzen. Ich glaube nur dass du dich nciht auf die Farben Rot und Blau versteifen solltest. Genauso wie die Welt nicht schwarz weiss ist, so sind auch nicht Menschen oder Parteien etc. nur mit zwei Farben beschreibbar. Farben kann man auch mischen und so ist es auch mit Meinungen. Es gibt tausend verschiedene Meinungen und Ansichten, sowie Charaktere und Menschen, sowie Phänomene auf dieser Welt, eben genauso viele verschiedene wie es auch Farben gibt…wie Sand am Meer…
Was ich auch besonders interessant finde, wie Farben in der Natur für verschiedene Zwecke eingesetzt werden. Und wie auch der Mensch sich diese Kommunikationsart zu Nutze macht.
so long… keep on blogging
Respekt!
Du hast es auf den Punkt gebracht. Ich muss sagen, dass ich mir täglich Gedanken über Farbe mache, aber in theoretischer Hinsicht das nie erörtert habe.
Das schöne an der Natur ist, dass diese Farben vollkommen frei von der kulturellen Bedeutung sind. Ozeane sind überall (nahezu) blau und das steht dann im Zusammenhang mit Wasser. Bäume sind irgendwie grün und Blumen (in der Summe) farbenfroh :-). Da fängt es dann schon wieder an. Welche Blumen würden sich in der aktuellen Situation als Geschenk eignen und welche Farbe dürften Sie nicht haben? Schwierig oder doch nicht?
Ein weiteres Problem, mit dem ich mich gerade stark beschäftige ist die Farbe für das Web, den Druck und das individuelle Endgerät. Da bleibt die Farbe nur über eine technische Größe zu definieren, z.B. bei RGB in einem Zahlentripel. Leider leider wirkt selbst solch eine Farbkombination, mag sie nun bewusst “international” oder speziell für eine Kultur ausgewählt sein, immer wieder anders. Ist der Monitor nur etwas verstellt, kann aus einen schönen Gelb ein hässliches Rot-Braun entstehen. Dies kann auch zum Missverständnis in der ursprünglichen Farbintention führen.
Nicht so ganz einfach auch aus der technischen Sicht können so Probleme bei der Farbwahrnehmung entstehen.
In dem Sinne danke für deine Betrachtung.
[…] […]
Ich finde Imkes Analogie ziemlich interessant anhand von Farben Menschen zu beschreiben. Farben an sich eignen sich überhaupt hervorragend bestimmte Vorgänge oder Prozesse zu erklären oder irgendwie greifbar zu machen.
Weiteres Beispiel - das Wissen: Ein Kind, welches zu Beginn seines Lebens nur Schattierungen wahrnehmen kann, lernt nach und nach ziemlich schnell bestimmte Farben und Farbtöne zu unterscheiden und zu bezeichnen. Ähnlich geht uns allen, fangen wir an, uns mit einem uns neuartigen Themengebiet auseinanderzusetzen, etwa zu Beginn des Studiums. Zu anfangs nur fähig grobe Strukturierungen zu treffen, werden wir im Laufe der Zeit sensibler für gewisse Feinheiten. Wir vertiefen unser Wissen und erhalten sogleich einen besseren Überblick über die gesamte Thematik. So auch das Kind, welches nach ziemlich kurzer Zeit bemerkt, dass die Holzmalstifte die gesamte Farbenvielfalt bei weitem nicht ausschöpfen und sich mit dem Wassermalkasten tolle Farben mischen lassen (bei mir endete das jedoch immer in einem fürchterlichen Drecksbraun).
Ein weiteres interessantes Themengebiet: Die visuelle Darstellung von Musik! Wie bilde ich Musik ab? Welche Farbe hat C-Dur? Ist Moll dunkler? Skriabin’s Farblichtklavier wäre eine Möglichkeit zur Darstellung - Visuals auf Elektropartys ein andere. Hier sind wohl dem subjektiven Empfinden des Betrachters (ääh Zuhörers) nach einer adäquaten Darstellung keine Grenzen gesetzt. Vielleicht auch deswegen gibt es kaum Literatur auf diesem Gebiet.
Hi, das Spiel mit den Farben ist an sich eine breitgefächerte Sache. Während meiner Schulzeit hatte ich sogar ein Fach, welches sich nur damit befasste. Man glaubt garnicht wieviel man durch Farben bestimmen und erklären kann. Aeßerdem habe ich tagtäglich mit Farben zutun. Als Designer bist du gezwungen dich nach den Farben der Natur zuz orientieren und damit zu arbeiten, obwohl es an sich ja nur Erscheinungen sind, welche unser Auge dem entsprechend verarbeitet. Im normalen Zustand würde alles Grau in Grau vor uns stehen und wir können uns glücklich schätzen diese Farbenpracht welche uns immer wieder aufs neue entgegen prallt verschlingen zu dürfen. Es ist schon etwas wunderbares, allein die vielen Facetten eines Grüntons an einem Baum oder einer Wiese zu beobachten, dass zwingt einen natürlcih sich damit auseinander zu setzen, da nichts an Fabren wirklich so ist wie es auf den ersten Blick scheint, Gras ist nämlich nicht nur Grün, sonder blau, gelb und rot…..
Zur Symbolik kann man auschweifender werden, das benötigt hier glaube ich mehr als nur diese paar Zeilen, jedoch gibt es wie schon erwähnt bestimmte Grundtöne, welche schon im Mittelalter mit einer gewissen schweren SYmbolik behaftet wurden. So ist Blau göttlich und allmächtig, Rot, mächtig und königlich und Weiß,naja weiß ist rein und deswegen wird es oft genutzt um die Reinheit an sich dar zu stellen. Jedoch verschwimmt die Symbolik heutzutage immer mehr. Es werden keine weißen Brautkleider mehr getragen, sicher bleibt das die Tradition. Jedoch tendiert man dann doch eher zu etwas mehr Farbe. Und dann unterscheiden sich Farben wieder in ihrer Symbolik je nach Land. Bei uns trägt man zur Trauer schwarz in den südlichen Ländern, springt einen die weiße Tracht regelrecht ins Auge wenn eienr gestorben ist und in Indien und allgemein Asiatische Ländern wird die Farbenvielfalt recht hoch gehalten. Da kann es schon einmal passieren, dass bei einer Hochzeit der Farbtopf übergequollen ist. Somit muss man schon regelrecht ausfpassen, was man wo trägt und wie. Mein Tipp, fangt an die Welt richtig zu betrachten, sonst entgeht euch sehr viel, was euch weiter bringt.
Interessante Betrachtungen, auf die ich da gestoßen bin. Woher kommt diese Wirkung der Farbe?
Als Techniker versucht man natürlich, alles mit den physikalischen Gesetzen der Natur zu erklären. Und ich glaube auch, daß es tatsächlich so eine Erklärung gibt:
Farbe ist ein Informationsträger. Ein roter Ball vermittelt die Eigenschaft “rot”, ein blauer Ball die Eigenschaft “blau”. Auf einem Schwarz-Weiß-Bildschirm sehen beide Bälle grau aus, sie sind (abgesehen von Helligkeitsstufen) nicht unterscheidbar. Farbe ist also eine zusätzliche Dimension der Welt, wie Raum oder Zeit.
Und als Informationsträger ermöglicht Farbe auch Kommunikation, ganz im technischen Sinne, aber nicht nur. Farbe vermittelt Stimmungen.
Man kann wohl auch sagen, Farbe ist in der Optik oder der sichtbaren Welt das, was Musik in der Akustik oder der hörbaren Welt ist. Und das macht wohl auch die Kraft und Wirkung der Farben aus.
[…] Ob man die wohl essen kann? Ob sie schmecken? Ob die vielleicht eine halluzinogene Wirkung haben? Würde zumindest das hier erklären! Na ja, wie dem auch sei, dann bau ich jetzt wohl an, was?! Tut mir leid, aber ich find`s klasse, aus dem Teppichboden in meinem Zimmer sprießen kleine Pilze, ich kann`s ja immer noch nicht glauben. Herzlich willkommen im Wunderland! […]
Hallo!
Deine Arbeit zum Thema Farben hat mich sehr beeindruckt- zeigt sie doch, das man ein solch alltägliches Phänomen wie das der Farben trotz seiner scheinbaren Banalität weiter und weiter aufschlüsseln kann und so immer zu neuen Schlüssen und Erkenntnissen kommt. Dabei steht nicht das Gewinnen von neuen hochwissenschaftlichen Erkenntinssen, etwa durch Experimente im Vorderrrund; vielmehr ist deine Arbeit eine Reise in dein eigenes (Unter?-)bewusstsein, die auch mich dazu veranlasst hat, mir täglich ein paar Minuten Zeit zu nehmen, um die kleinen Wunder des Alltags zu erkennen und zu bestaunen.
Danke….. K.W.
Wow… mit was man sich im Studium so beschäftigen darf, unglaublich! Respekt vor Deiner Erkenntnis, aber der Titel Deiner Arbeit ist für mich etwas irreführend. Wie Gougou schon sagte, sind Farben sicherlich nur Informationsträger. Zum einen kann man durch Farben Dingen zusätzliche Eigenschaften geben. Zum anderen sind diese Eigenschaften objektiv und subjektiv zugleich. Objektiv, da offensichtlich gleiche Wellenlängen von unterschiedlichen Menschen annähernd (!) gleich interpretiert werden und wir uns alle einig sind, was blau IST (farbenblinde und Grenzfälle ausgenommen)
. Abgesehen davon sind Farben als subjektive Informationsträger eben subjektiv, da jeder mit einer Farbe andere Assoziationen hat. Je länger ich eine Farbe angucke, umso mehr Assoziationen fallen mir ein/kann ich bewußt machen. Und das ist sicherlich, was unterbewußt die ganze Zeit passiert. Also mein erster Schluss: Farbe ist ein Symbol.
Im zweiten Schritt muss man sich natürlich fragen, wie diese Symbole entstehen. Das hat natürlich mit Umwelt und Kultur zu tun. Je mehr Erfahrungen wir mit einer Farbe verbinden bzw. je öfter sie in einem Zusammenhang steht, desto mehr ist sie emotional “aufgeladen”. Das ist in verschiedenen Kulturen manchmal unterschiedlich. Mir fällt jetzt leider kein Beispiel ein, aber rot bedeutete z.B. m.E. nicht überall Gefahr. D.h. im zweiten Schluss: Farbe ist Kultur.
Es ist interessant, sich wirklich über die Assoziationen mit Farben bewußt zu werden, finde ich. Wünsche Euch erstmal viel Genuss dabei und schliesse mit zwei Fragen:
1. Was bringt in dem Zusammenhang die Farbtheorie von z.B. Goethe (orange=Hunger, glaube ich)?
2. Sieht jemand von Euch auch Auren (farbiges Schimmern um Personen)?
3. Bedeutet es überhaupt irgendetwas, dass manche Künstler behaupten, weiss und schwarz seien gar keine Farben? Nun, Symbole und Kultur sind sie meiner Meinung nach…
Ah… die Trendfarbe 2008 ist ja angeblich weiss. Was die kulturelle Bedeutung betrifft, habe ich so eine Ahnung, weiso das so sein könnte.