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Politicallyincorrect: Herre & Klein als Autoren für „Junge Freiheit“ – „Neue Rechte“ oder einfacher Widerspruch?

By bluejax • Jun 15th, 2007 • Category: Blogosphere, Medien, Politik, Rassismus, Rechtsextremismus

In einem demokratischen System muss es für alle Menschen möglich sein, seine Meinung frei zu äußern. Solange sie keine Beleidigungen beinhalten, als Volksverhetzung zu werten sind oder gegen geltendes Recht verstoßen, kann einem keiner den Mund verbieten. Dass sich das Weblog Politicallyincorrect samt seines Autorenteams rund um ihren Mastermind Stefan Herre bei besagten Punkten immer wieder auf schmalen Graten bewegen, ist längst bekannt. Dass man bei PI andere Meinungen nicht akzeptiert und statt einer fairen Diskussion lieber die harte Keule auspackt, ebenfalls.

PI goes „Junge Freiheit“ goes PI

Interessant, dass es in Berlin eine Wochenzeitung gibt, die sich „Junge Freiheit“ nennt und die seit Jahren immer wieder ins Visier des Verfassungsschutzes gerät. Laut des zugehörigen Wikipedia-Eintrages bezeichnen verschiedene Politologen das Blatt „als Sprachrohr der „Neuen Rechten“. Der Dresdner Politikwissenschaftler Uwe Barkels schrieb im Jahre 2001 einen Aufsatz für die Bundeszentrale für Politische Bildung, in welchem er die „Junge Freiheit“ im Zusammenhang mit „intellektuellem Rechtsextremismus“ nennt. Laut einer Aussage von 2003 kann sie „in einer Grauzone zwischen rechtsextremer Szene und demokratischer Mehrheitskultur“ eingeordnet werden.

Wem nun inhaltliche und thematische Parallelen zwischen den beiden Publikationen „Junge Freiheit“ und „Politicallyincorrct“ aufgefallen sein sollten, dem sei ein Blick in die Autorenliste der Zeitung empfohlen. Denn dort werden unter den Autoren zwei altbekannte Namen aufgeführt: Dr. Beate Klein und Stefan Herre!

Kritik an Wikipedia

Vollkommen bewusst ist mir, dass Wikipedia keine wissenschaftlich glaubwürdige Quelle ist. Nicht umsonst ist es uns von der Universität aus explizit untersagt, Wikipedia in Hausarbeiten, Forschungsberichten oder Vorträgen zu zitieren. Viel zu groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass fehlerhafte und/oder entstellte Halbwahrheiten veröffentlicht wurden.

Ebenfalls im Hinblick auf Bewertungen von Personen und Institutionen ist Wikipedia eine fragwürdige Quelle. Auch hier können Meinungsbilder einseitig oder gar verzerrt dargestellt werden. Die freie Zugänglichkeit der Artikel und die Möglichkeit, dass jeder die Möglichkeit hat, Artikel zu verändern, macht es schwierig, ein objektives Bild wiederzugeben. Aber nicht unmöglich!

Im Fadenkreuz des Verfassungsschutzes

Soviel zu den Kritikpunkten bezüglich Wikipedia. Ich selber muss zugeben, dass ich bei aller Kritik dennoch positiv gegenüber der Online-Enzyklopädie eingestellt bin und fast täglich dort am Suchen und Wissen am konsumieren bin. Denn auch, wenn man den einzelnen Wiki-Einträgen kritisch gegenüber eingestellt sein sollte, so bieten sie immerhin eine interessante Linksammlung zu weiteren Informationsquellen. So auch im Fall „Junge Freiheit“.

So findet sich ein Link zu einem von ND-Online am 14. Juni 2004 veröffentlichten Interview mit Hamburgs oberstem Verfassungsschützer Heino Vahldieck. In dem Gespräch kritisiert der Christdemokrat die föderale Strukturieren beim Verfassungsschutz und die unterschiedlichen Bewertungen der einzelnen Behörden hinsichtlich der Gefahrenseinstufung von verschiedenen Organisationen. Allerdings erzählt er auch, dass der Nordrhein-Westfälische Verfassungsschutz die „Junge Freiheit“ damals als extremistisch einstufte.

Tendenz zur kritischen Betrachtung

Zwar kritisiert er dies, da diese Einschätzung nur in einem Bundesland vorherrsche und von den anderen Ländern nicht geteilt werde. Nichtsdestotrotz zeigt dies, dass es zumindest eine Diskussion hinsichtlich der Bewertung der Zeitung zu geben scheint. Unabhängig davon haben in den vergangenen Jahren auch die meisten anderen Verfassungsschutzbehörden die „Junge Freiheit“ auf ihren Listen gehabt und oftmals als extremistisch eingestuft!

In einem WDR-Artikel über Jamal Karsli und dessen FDP-Beitritt, wird in einem Nebensatz auch auf die „Junge Freiheit“ eingegangen. Bezüglich eines Interviews, dass der in der Kritik stehende und fragwürdige Politiker der Zeitung gegeben hat, wird diese als „vom Verfassungsschutz bereits seit Jahren wegen antisemitischer und verfassungsfeindlicher Propaganda beobachtetes“ Blatt beschrieben.

Gängige rechtsextremistische Argumentationsmuster

Noch interessanter sicherlich ein Artikel auf haGalil.com. Das Onlineportal gilt als „größtes jüdisches online-Magazin in deutscher Sprache“ und sieht sich „Gegengewicht zu antisemitischen und nazistischen Seiten“ im Internet, das aktiv gegen Rechtsextremismus und gegen Antisemitismus eintritt. (Quelle: Wikipedia)

Am 21. Februar 2005 erschien bei haGalil ein Artikel in dem der Autor Rolf Hochmuth kritisiert wird, da er sich in einem Interview mit der „Jungen Freiheit“ voll des Lobes für den britischen Holocaustleugner David Irving äußerte. In den Fußnoten heißt es zur „Jungen Freiheit“:

„Die Wochenzeitung Junge Freiheit (JF) ist der Neuen Rechten zuzurechnen, einer um Intellektualisierung bemühten geistigen Strömung innerhalb des Rechtsextremismus. Bisweilen bedienen sich Redakteure und Stammautoren der JF gängiger rechtsextremistischer Argumentationsmuster oder lassen wenig Distanz hierzu erkennen.“

Eine Beschreibung, die bei vielen PI-kritischen Menschen sicherlich auch Assoziationen zu Politicallyincorect hervorrufen wird. Abgesehen von dem Wort „Intellektualisierung“. Wenn laut der verschiedenen Beschreibungen und Wertungen die „Junge Freiheit“ als intellektuelles Blatt der „Neuen Rechten“ zu sehen ist, dann könnte man Politicallyincorrect als billigste Version (sowas ist möglich???) der Bild-Zeitung für die „Neue Rechte“ titulieren. Denn dort ist von Nachdenken, Objektivität, Diskussion oder gar Intellekt nicht die geringste Spur!

Endlosschleife der warnenden Kritik

Man könnte die Aufzählung über kritische Einschätzungen der Berliner Wochenzeitung „Junge Freiheit“ schier endlos fortsetzen. Immer wieder stößt man auf dieselben Bewertungen, in denen von „Neuer Rechten“, „rechtsextremistischen Mustern“ oder von einer „Scharnierfunktion zwischen Konservatismus und Rechtsextremismus“ die Rede ist.

Umso interessanter erscheint es mir deshalb, dass die beiden PI-Autoren Dr. Beate Klein und Stefan Herre auf den Internetseiten der „Jungen Freiheit“ als Autoren aufgeführt werden. Gerade Herre, der sich und sein Blog gerne als „Proisraelisch“ und antisemitisch hervorhebt, schrieb (schreibt?) für eine Zeitung, die von vielen Politologen, Wissenschaftlern und sogar von dem größten jüdischen Onlineportal in deutscher Sprache als rechtsextrem eingestuft wird.

PI als Ableger der „Jungen Freiheit“?

So richtig einleuchten will mir das ganze nicht. Allerdings bestätigt dies meine Auffassung, dass es sich auch bei Politicallyincorrect um ein zumindest fragwürdiges Angebot handelt, welches häufig immer wieder Gefahr läuft, rechtslastige Argumentationen aufzuweisen. Ob man das Weblog und seine Autoren explizit unter die „Neuen Rechte“ einordnen kann, möchte ich mir nicht anmaßen, Tendenzen scheinen allerdings erkennbar zu sein. Zumindest sollte allerdings eine Diskussion darüber geführt werden, inwieweit eine Publikation als glaubwürdig zu erachten ist, die sich selbst als Proisraelisch einstuft, deren Autoren im selben Atemzug allerdings für eine Zeitung schreiben, die wegen antisemitischer und rechtsextremer Vorwürfe seit vielen Jahren in der Kritik steht.

Na ja, eine Situation, die für PI sicherlich nicht widersprüchlich und fragwürdig zu sein scheint. Dort hat man eben seine eigene Auffassung, nicht nur was Menschenrechte, Demokratieverständnis und Gerechtigkeit angeht. Aber bevor ich hier Vorwürfe oder Anschuldigungen veröffentliche, die die frisch aufgefüllte Kriegskasse der Herrianer öffnen, bitte ich alle LeserInnen sich ein eigenes Bild zu machen. Und wie gesagt, die Meinungsfreiheit ist ein freies und weitdehnbares Gut elementarer Grundrechte.

Und das ist letztlich auch gut so!

bluejax
Il, den 15. Juni 2007

Quellen und Links:
http://www.jungefreiheit.de/
http://de.wikipedia.org/wiki/Junge_Freiheit
http://www.jungefreiheit.de/jf_aut.htm
http://de.wikipedia.org
http://www.nd-online.de/artikel.asp?AID=54646&IDC
=2&DB=Archiv
http://www.wdr.de/themen/politik/nrw/karsli/karsli-
interview.jhtml
http://www.hagalil.com/
http://de.wikipedia.org/wiki/Hagalil
http://www.hagalil.com/archiv/2005/02/hochhuth.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Rechte
http://www.bluejax.net/2007/05/29/einschuchterung-20
-stefan-herre-blast-zum-grosangriff-%e2%80%93-im-
kampf-gegen-das-unrecht-dieser-welt/

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14 Responses »

  1. Da steht aber nicht wie viele Artikel verfasst wurden und was deren Inhalt war. Die Autorenliste beinhaltet Personen die “Für die JUNGE FREIHEIT schreiben und schrieben…”. Und das PI mittlerweile auch in den google news zu finden ist hat mit Sicherheit nichts zu tun. Die Nachrichtenseiten werden da nämlich manuell eingetragen.
    Ich frage mich was du zu http://www.no-go-fuer-deutsche.de schreiben würdest, weil das sind ja eh alles Nazis die nicht den Antisemitischen Idealen der deutschen Linken entspricht.

  2. @ PMKnecht

    Du hast Recht, es ist nicht aufgeführt wann wie viele Artikel mit welchem Inhalt veröffentlicht wurden. Allerdings ändert dies nichts daran, dass Klein & Herre als Autoren aufgeführt werden. Und dass man als erklärter Israelfreund als Autor für eine Zeitung in Erscheinung tritt, die nicht nur vom größten jüdischen Online-Portal in deutscher Sprache, sondern auch von diversen Politologen etc. als tendenziell rechtsextrem ein- und der „Neuen Rechten“ zugeordnet wird, finde ich mehr als erwähnenswert & diskussionswürdig.

    Ich möchte hier nicht als wertend ohne Grundlage in Erscheinung treten, das sollte dir mittlerweile bewusst sein. Vielmehr versuche ich die Gründe dafür zu nennen & die Quellen dazulegen, die für meine persönlichen Meinungen ausschlaggebend sind. Von bloßem Schwarz-Weiß-Denken halte ich nichts, von Diskussionen über Streitfragen umso mehr.

    Insofern freue ich mich auch immer wieder gerne über deine Kommentare. Denn für mich gibt es nichts interessanteres, als mit Menschen zu diskutieren, die eine andere Meinung haben und, wie hier im Speziellen, mit PI sympathisieren. Und vielleicht kannst du mir die offensichtlichen Widersprüche etwas erklären. Ich verstehe sie nämlich nicht!

  3. Nun, als Bildvariation würde ich PI nicht charkterisieren.

    Das soll keineswegs ein Loblied auf PI werden, aber die Methoden der Manipulation sind zu unterschiedlich.

    Während BILD mit dem Holzhammer draufhaut, kommt PI doch eher mit dem Dolch im Gewand daher.

    Immer noch nicht verstanden habe ich aber auch, warum sich PI “plitically incorrect” nennt (Bzw. nicht verstanden, wie man diese Selbstcharakterisierung ernst nehmen kann).

    Wird doch eine abgelehnte Form der politically correctness nur durch eine eigene Form von PC (alles was gegen Muslime geht ist gut, alles was gegen Bush geht ist schlecht, alles was gegen rechte israelische Politik gerichtet wird ist schlecht)ersetzt.

    Die Gläubigkeit mit der die regelmäßigen Leser von PI und BILD die jeweiligen Berichte konsumieren und als glaubwürdig einstufen, ist allerdings wiederum sehr ähnlich.

  4. Wundere mich nicht wirklich.

  5. Übersehen haben dürftest Du, daß als Autoren oder Interviewpartner u.a. auch:

    Prof. Dr. Manfred Lahnstein, ehm. Bundesminister der Finanzen (SPD) und Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft

    Yoav Akiva Sapir, israelischer Historiker und Politologe und lebt in Jerusalem

    Dr. Saul Zadka, israelischer Journalist, Dozent am Israel Valley College

    Uri Avnery, israelischer Publizist und Friedensaktivist

    Prof. Dr. Shlomo Ben-Ami, der ehm. israelische Außenminister und Minister für innere Sicherheit ist sozialdemokratischer Abgeordneter der Knesset

    Prof. Dr. Martin van Creveld, israelischer Militärhistoriker an der Hebräischen Universität von Jerusalem

    Mirza David, Leiter der israelischen Sicherheitsakademie in Herzeliya

    Ephraim Kishon, Israelischer Schriftsteller

    Shaul Yahalom, Fraktionsvorsitzender der israelischen National-Religiösen Partei

    Dr. Saul Zadka, war Großbritannien-Korrespondent der israelischen Tageszeitung “Ha’aretz” und ist heute Leiter des Fachbereichs für Medien und Kommunikation am Israel Valley College

    geschrieben, respektive mit ihr gesprochen haben.

    Was ich nicht ganz verstehe ist: Wenn Du denn schon die Autorenliste der Jungen Freiheit verlinkst, so mußt Du sie doch wenigstens überflogen haben. Dabei sollte Dir doch aufgefallen sein, wer dort alles publiziert. Herr Herre und Frau Klein finden sich demnach in bester Gesellschaft.

    Zum Thema VS-Bericht NRW: Die Junge Freiheit hat in einem 10 Jahre andauerenden Verfahren (Verfahrensdauer lag nicht an der JF, sondern am VS-NRW) einen grandiosen (und in der Rechtssprechung unter dem Namen Junge-Freiheit-Urteil bekannten) Sieg gegen den Verfassungsschutz NRW eingefahren. Mit höchstrichterlicher Rechtssprechung des Bundesverfassungsgerichtes wurde dem VS NRW untersagt, die JF weiterhin unter “Rechtsextremismus” zu subsumieren. Die Junge Freiheit ist weder im VS-Bericht des Bundes, noch in einem der 16 VS-Berichte der Länder aufgeführt. Auch das hättest Du bei wikipedia ja nachlesen können.

    Du hast also entweder die von Dir genannten Quellen gar nicht richtig zur Kenntnis genommen, oder - was ich nicht unterstellen möchte - Du treibst ein falsches Spiel.

  6. @ Lale

    Du hast Recht, das mit dem Verfahren habe ich gelesen. Ich hätte dies wohl wirklich in meinem Artikel erwähnen bzw. näher darauf eingehe sollen. Doch wie dem auch sei, selbst wenn es vor Gericht eine solche Verfügung gab, so ist doch nicht von der Hand zu weisen, dass die Junge Freiheit von mehreren Verfassungsschutzbehörden einst als rechtsextrem eingestuft wurde. Ich weiß nicht, ob der richterliche Spruch die Weste rein wäscht – juristisch in jedem Fall. Natürlich geht es dabei auch um die Definition und Auslegungssache, was ist rechtsextrem?

    Ich selber habe mich auch an das Urteil gehalten, in keinem Wort unterstelle ich der JF rechtsextrem zu sein. Wäre auch sehr töricht von mir, da ich mich damit auf juristisches Glatteis begeben würde. Allerdings kann ich die mir zur Verfügung stehenden Quellen nutzen, um zu zitieren und ein Bild darzustellen.

    Das Interview mit Hamburgs oberstem Verfassungsschützer Heino Vahldieck habe ich herangezogen um zu zeigen, dass die JF wirklich einst im Fadenkreuz des VS stand. Du hast Recht, hier hätte ich anschließend erwähnen sollen, dass das Gericht entgegen entschieden hatte. Dies ändert jedoch nichts daran, dass die Zeitung damals so eingeschätzt wurde (und dies wird sicherlich nicht ohne Grund geschehen sein).

    Den WDR-Artikel zitierte ich, da es sich dabei um den Onlineauftritt einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt handelt, die gemeinhin als seriös anzusehen sind. Die Bewertung der JF in diesem WDR-Artikel unterstreicht insofern, dass einige Länder das Blatt kritisch ansehen (bzw angesehen haben).

    haGalil scheint für mich eine sehr zitierwürdige Quelle, da es sich dabei – wie bereits erwähnt – um das „größtes jüdisches online-Magazin in deutscher Sprache“ handelt. Dass man hier zu der Einschätzung kommt, dass die JF eine geistige Strömung innerhalb des Rechtsextremismus darstelle und sich deren Stammautoren bisweilen gängiger rechtsextremistischer Argumentationsmuster bedienen, hat für mich in diesem Kontext durchaus einen hohen Nachrichtenwert!

    Und hier frage ich mich dann auch explizit, wie ein Herr Herre es erklärt, dass er immer wieder hervorhebt, israeltreu zu sein und auf der anderen Seite als Autor einer Zeitung aufzutreten, die vom größten deutschsprachigen jüdischen Onlinemagazin derart bewertet wird. Dies hat natürlich damit zu tun, dass Politicallyincorrect meiner Meinung nach selbst starke Tendenzen zu fremdenfeindlicher und ja, in einigen Teilen auch zu rechtsextremistischer Propaganda aufweist (meine Meinung!!!). Wie dort gegen Immigration, gegen Ausländer im Allgemeinen und gegen den Islam und Muslime im Besonderen argumentiert und oftmals sogar gehetzt wird, unterscheidet sich oftmals kaum von den Argumentationsmustern anderer offiziell als rechtsextremistisch eingestufter Organisationen.

    Zusätzlich zu meiner eigenen Meinung über PI, finde ich es interessant, dass PI auf einigen NPD-nahen Internetseiten als gute Lektüre empfohlen wird. Dass sich nun herausstellt, dass Herre/Klein auch noch als Autoren für eine derart kritisch angesehene Zeitung in Erscheinung treten, passt in ein Puzzle, in dem jedes weitere Teil ein Stück des Gesamtbildes offen legt!

    Du kannst mir glauben, ich habe nicht die Absicht ein falsches Spiel zu treiben. Sonst würde ich mich hier auch nicht der Kritik und einer Diskussion stellen, in der ich durchaus aufgeschlossen für Kritik bin und gegebenenfalls bereit bin, zu lernen und eigene Fehler einzugestehen. Wie gesagt, dass ich den Gerichtsbeschluss nicht erwähnt habe, sehe ich als Fehler ein!

  7. Also eins vorab, ich glaube Dir, daß Du kein falsches Spiel treibst, sondern ehrlich auf der Suche nach der Wahrheit bist.

    Daher will ich es nochmal versuchen und Dir ein paar andere Einschätzungen geben:

    Der Schriftsteller Ephraim Kishon sagt:

    “Sie sind ‘rechtsgerichtet’, weil Sie nicht linksgerichtet sind. Ihr niveauvolles Blatt ist nicht radikal, es ist nicht einmal, was man ‘rechts’ nennt, sonst hätte ich Ihnen kein Interview gegeben.”

    http://www.jf-archiv.de/archiv...=ephraim&S2=kishon&S3=

    Der ehm. sozialdemokratische Bundesminister Prof. Dr. Egon Bahr sagt:

    “ich kenne übrigens keine deutsche Zeitung, die die Erinnerung an den 20. Juli so leidenschaftlich engagiert, so ernst und so ausführlich behandelt hat wie die JUNGE FREIHEIT.”

    http://www.jf-archiv.de/archiv04/464yy10.htm

    Helmut Markwort Herausgeber des Focus sagt:

    “Ich sehe eine Tendenz, dass man rechte Positionen immer mit rechtsextremen in einen Topf wirft.” Weiter merkte er an: “Für mich ist die Junge Freiheit ein Medium, das innerhalb des demokratischen Systems steht.” Aber der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz beobachte “alles, was nicht auf dem linken Flügel der SPD beheimatet ist”.

    Ich will es mit diesen drei Äußerungen vorerst gut sein lassen, ich könnte sie beliebig fortsetzen.

    Zuletzt noch kurz zu Deinen Einlassungen bezüglich des BVerfG-Urteils. Stelle Dir folgendes vor: Du wirst zu unrecht des Diebstahls bezichtigt und endlich stellt das höchste deutsche Gericht fest, daß das was Du schon lange weißt, nämlich das Du Unschuldig bist, tatsächlich der Fall ist. Und dann käme jemand (so wie Du in Deinem vorherigem Eintrag) und sagte “Hm, ja gut, vielleicht ist das juristisch aufgearbeitet, aber irgendetwas muß doch dran sein, sonst hätte andere ja nicht gesagt er sei ein Dieb” Ich gklaube Du würdest recht schnell merken wie unfair und unrichtig eine solche “Argumentation” ist.

    Du mußt die JF nicht mögen, sie ist selbstverständlich konservativ, aber das ist eben etwas vollkommen anderes als rechtsextrem.

  8. Da Du nicht mehr erwiderst, nehme ich an, daß Du Deine Meinung geändert hast. Das freute mich.

  9. @ Lale

    Mitnichten ;-)

    Ich danke Dir für Deine Anmerkungen. Ich habe sie erfreut zur Kenntnis genommen und mich weiter mit der Sache beschäftigt. Allerdings haben Deine Kommentare bei mir ehrlich gesagt nicht dazu geführt, dass sich meine Meinung über die Junge Freiheit und erst Recht nicht meine Meinung & Einschätzung von Herre & PI geändert hat!

  10. Fakrenresistenz ist kein Ausweis von Intelligenz. ;-)

    Bitte abstrahiere folgendes:

    a) Was halte ich von Herre und PI.
    b) Was halte ich von der JF.
    c) Ist das, von dem ich nichts halte = rechtsextrem.

    Zu a) und b) habe ich mich und will ich mich auch nicht einlassen. Es ist Dir völlig unbenommen, weder Herrn Herre, noch PI oder die JF “gut zu finden”. Angekommen ist es mir auf c).

    Es macht einen qualitativen Unterschied, ob Du die Blattlinie der JF nicht magst, oder ob Du sie als rechtsextrem denunzierst. Im Übrigen bin ich sowohl Türkin, als auch Muslima. Eine gewisse (auch emotionale) Kompetenz maße ich mir schon an, wenn es um Rassismus und Rechtsextremismus geht. Und ob Du nun einer Türkin oder dem Bundesverfassungsgericht glaubst, oder die JF einfach selber mal liest ist mir eigentlich egal. Und nochmal: Dir kann sie danach ja immer noch zu konservativ, freiheitlich oder patriotisch sein, aber die Attributierung als rechtsextrem wird auch Dir danach zu blöde sein.

    PS: man sollte sich seine Argumente nie nach seiner vorgefassten meinung suchen, sondern seine Meinung nach neuen Informationen auch mal ändern. Das ist wahres Selbstbewußtsein und wahre Offenheit. Das Gegenteil ist Kleingeistigkeit.

  11. PS: ich meinte es nicht so böse, wie es möglicherweise rüberkam

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